Wildgemüse aus der unberührten Natur

Jetzt im Frühjahr ist es wieder soweit: auf den Feldern, saftigen Wiesen und in Wäldern wachsen zahlreiche wilde Gemüsepflanzen wie Löwenzahn, Schafgarbe oder Brennnessel, die ein ganz besonderes Geschmackserlebnis bieten, und sich vielfältig in der Küche verwenden lassen, so Diplom-Oecotrophologin Ann-Margret Heyenga von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen.

Wildgemüse bietet viele Vorteile

Im Vergleich zu Kulturgemüse wächst Wildgemüse ohne zusätzliche Gabe von Dünger oder Pflanzenschutzmittel. Darüber hinaus enthält Wildgemüse ein Vielfaches der Vitamine und Mineralstoffe und weißt einen würzigeren und aromatischeren Geschmack im Vergleich zu Kulturpflanzen auf. Die enthaltenen Aroma- und Bitterstoffe und die ätherischen Öle haben eine positive Wirkung auf den menschlichen Stoffwechsel: Wildgemüse wirkt verdauungsfördernd, blutreinigend und entwässernd.

Qualität von Wildgemüse

Die Qualität von Wildgemüse hängt vom Sammelstandort ab, so dass Wildgemüseliebhaber unter anderem stark befahrene Straßen, Hundespazierwege oder innerstädtische Parks meiden sollten. Wichtige Voraussetzung für das Sammeln von Wildgemüse ist ein einwandfreies Erkennen der Arten, damit es nicht zur Verwechslung mit giftigen Pflanzen kommt. Viele Pflanzenkenner bieten deshalb organisierte Sammlertouren an. Da die unbehandelten Pflanzen dennoch Umweltschadstoffen ausgesetzt sein können, müssen sie vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden, betont Ann-Margret Heyenga. Wildgemüse lässt sich in der Küche roh oder gegart verwenden. Die Blätter von Wildgemüse eignen sich hervorragend für Salate oder als Gemüseeinlage. Zusätzlich können die Blüten vieler Wildpflanzen zum Garnieren für Salate und Suppen verwendet werden.

Wildgemüse-Sammelkalender

Pflanze Wirkung Verwendete Teile und Sammelzeit Verwendung
Löwenzahn Zur Behandlung von Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit und zur Förderung des Gallenflusses Blätter: März-April, Blüten: April–Oktober Salate, Tees
Gänseblümchen Gut bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und der Atemwege Blätter, Blüten: ganzjährig Salate
Bärlauch Volksmedizinisch bei Arteriosklerose, Bluthochdruck, Magen-Darm-Störungen Blätter: März–April, Zwiebel: Mai–Februar Bärlauchpesto, Suppen
Waldmeister Volksmedizinisch bei nervösen Unruhezuständen, Erkrankungen von Magen, Darm, Leber, Galle Junge Triebe: März – Mai Maibowle
Brunnenkresse Bei Leber- und Gallenstörungen, Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit Blätter, junge Triebe: ganzjährig Frischkostsalate, Brotbelag, Kräuteressig
Wasserlinsen In der Aminosäure-Zusammensetzung mit der Sojabohne vergleichbar; hoher Gehalt an Spurenelementen Ganze Pflanze: ganzjährig Salate, Wasserlinsenpüree
Brennnessel Bei rheumatischen Beschwerden, Gicht, Leber- und Gallenleiden Blätter: Februar–November, Samen: Juli–September Spinat-Brennnesselgemüse, Frischsaft, Gemüsesuppen
Schafgarbe Stoffwechselanregend; bei Magen-, Darm- und Gallenstörungen Blätter: März-Mai, Blüten: Juni-Oktober Salate, Gewürz
Taubnessel Wirkt positiv auf Harnorgane, Haut und Magen; gegen Menstruationsbeschwerden Triebe: März–Mai Salate, Suppengemüse