Makrobiotik – Die innere Mitte finden

Makrobiotik bedeutet "großes Leben" und ist eine Wissenschaft, die sich mit allen Aspekten des Lebens befasst. Eine vegetarisch geprägte Ernährungsweise gehört dazu, die angeblich auch Krankheiten heilen kann. Die Prinzipien des Yin und Yang, jene zwei Gegensätze, die ein vollkommenes Ganzes bilden, liegen der Makrobiotik zugrunde.

Makrobiotik basiert auf den Prinzipien des Yin und Yang

Die Prinzipien des Yin und Yang, jene zwei Gegensätze, die ein vollkommenes Ganzes bilden, liegen der Makrobiotik zugrunde. Auf die Ernährung bezogen bedeutet dies: Man meidet Extreme wie einseitige Fleischnahrung oder zu viele Süßspeisen. Vielmehr geht es darum, mit Hilfe der Nahrungsmittel den Menschen in ein inneres Gleichgewicht zu bringen. Yin und Yang sind Energien, die auch in den Nahrungsmitteln vorhanden sind. Yin ist die ausdehnende, Yang die zusammenziehende Kraft.

Zu den Yin-geprägten Nahrungs- und Genussmitteln gehören u.a. Süßigkeiten, Milchprodukte, Kaffee und Schwarztee. Ein starkes Yin ist Alkohol, viele Fleischsorten, Eier und Kochsalz hingegen sind extrem Yang. Eher neutral werden Quellwasser, Getreidekaffee, Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Kerne sowie Meeresalgen eingestuft. Durch eine ausgewogene Ernährung, so behaupteten berühmte Makrobiotiker, können zahlreiche Krankheiten verhindert und sogar geheilt werden.

Makrobiotik: Vorbeugen statt heilen

Die Ursprünge der Makrobiotik liegen im Taoismus, der chinesischen Philosophie und Religion, die im 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr. entstand. In Deutschland ist der Begriff durch den Arzt Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836) zu einem Begriff für Vorsorgemedizin geworden. Mit seinem Buch "Makrobiotik oder die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern" wurde Hufeland, der Goethe und Schiller zu seinen Patienten zählte, berühmt.

Die Ernährung spielt in der Makrobiotik eine wesentliche Rolle, denn durch falsches Essen nimmt der Mensch viele Umweltschadstoffe auf. "Vorbeugen ist besser als Heilen" ist das wichtigste Prinzip von Hufelands Lehre und wirkt bis in die heutige ökologische Bewegung hinein. In den 60er Jahren war es der Japaner George Ohsawa, der die Prinzipien des Yin und Yang auf die Ernährung anwendete. Mit teilweise radikalen Grundsätzen, wie wenig trinken, erntete er Kritik und gilt heute als überholt.

Richtig populär wurde die Makrobiotik besonders in den 70er und 80er Jahren durch den Japaner Mishio Kushi, der den makrobiotischen Ernährungsplan westlichen Essgewohnheiten anpasste.

Makrobiotik: Ernährung mit Reis und Getreide

Pflanzliche Nahrungsmittel bilden die Basis für die makrobiotische Ernährung, wobei Naturreis und Vollkorngetreide einen wesentlichen Teil ausmachen. Gemüse, allerdings seltener als Rohkost, schonend gegart, gehören dazu. Der Eiweißbedarf wird über Sojaprodukte - und Seitan, ein Klebereiweiß aus Weizen, gedeckt.

Da sie zu viel Yin enthalten, sollte man folgende Lebensmittel eher vermeiden: 

  • Kartoffeln
  • Tomaten
  • Auberginen
  • Zucker
  • Konserven
  • Obst und Gemüse, die mit Mineraldünger oder Insektenschutzmitteln behandelt worden sind

Stattdessen bevorzugt man Lebensmittel, die aus der eigenen Region stammen und der Saison entsprechen. Algen decken den Bedarf an Jod. Fisch und Fleisch sind nicht grundsätzlich verboten, aber Makrobiotiker nehmen alle tierischen Produkte einschließlich Eier und Milchprodukte nur selten zu sich. Insgesamt ist die makrobiotische Ernährungsweise heute der vollwertigen Kost sehr ähnlich, sie ist eine sehr bewusste Art, sich zu ernähren und unterstützt die biologisch-dynamische Landwirtschaft.

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Makrobiotik und Krebs

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung lehnt die Makrobiotik zumindest in ihrer ursprünglichen Form ab, da die extrem einseitige Lebensmittelauswahl zu Mangelerscheinungen an Eiweiß, den Vitaminen A, D, B12, Niacin, Folsäure, Vitamin C und schließlich bei den Mineralstoffen Eisen, Calcium und Jod führe - ein Problem für Schwangere und Heranwachsende.

Abzulehnen ist vor allem der Anspruch, Krankheiten wie etwa Krebs, zu heilen. Gut hingegen ist der hohe Verzehr an Vollkornprodukten, da so die Verdauung positiv geregelt wird und Darmkrebs vorgebeugt werden kann.