Abnehmen: Irrtümer und Wahrheiten

Schnell und mühelos viel Gewicht verlieren – das versprechen viele Diäten. Tipps und Weisheiten sind allgegenwärtig, doch was stimmt wirklich von den guten Ratschlägen? Hilft Sport gegen die Röllchen am Bauch? Kann man im Schlaf abnehmen? Machen Kohlenhydrate wirklich dick? Wir haben die gängigsten Weisheiten zum Thema Abnehmen für Sie zusammengestellt und verraten, was Wahrheit und was Irrtum ist.

Ohne Frühstück nimmt man schneller ab

Wahr ist, dass man Kalorien spart, wenn man eine Mahlzeit ausfallen lässt. Die Gefahr dabei ist jedoch, dass man nach einigen Stunden vom Heißhunger gepackt wird und der Verlockung von ungesunden Snacks dann eher nachgibt. Ursache für das plötzliche Magenknurren ist, dass über Nacht die Kohlenhydratspeicher des Körpers geleert werden und dadurch der Blutzuckerspiegel sinkt. Der Körper verlangt dann nach Nachschub und wir bekommen Appetit.

Durch ein vitaminreiches Frühstück mit Vollkornprodukten können Sie einer Heißhungerattacke vorbeugen und starten leistungsfähiger in den Tag. Wer allerdings morgens keinen Hunger hat, sollte sich nicht zum Frühstücken zwingen. Trinken Sie einfach ein Glas Saft oder Milch und nehmen Sie sich Obst für unterwegs mit.

„Dinner-cancelling“ macht schlank

Auch hier gilt: Eine Mahlzeit ausfallen zu lassen, kann beim Kaloriensparen helfen, sofern die Kalorien nicht zu einem anderen Zeitpunkt aufgenommen werden. Ohne Abendessen ins Bett zu gehen, erfordert Disziplin, kann aber durchaus wirkungsvoll sein: Denn durch den Essensverzicht wird die nächtliche Nahrungskarenz verlängert und der Körper muss auf seine Energiespeicher in den Fettreserven zurückgreifen. So kann zwei bis drei Mal „Dinner-cancelling“ pro Woche eine effektive Methode sein, um kleine Sünden auszugleichen und das Gewicht zu halten.

Allerdings begünstigt eine dauerhaft um mehr als 500 Kilokalorien verminderte Energieaufnahme den gefürchteten Jojo-Effekt: Denn sobald man in alte Essgewohnheiten verfällt, hat das Gewicht schnell wieder den Ausgangswert erreicht, weil der Körper durch die verringerte Nahrungszufuhr den Stoffwechsel drosselt.

Sport allein reicht, um abzunehmen

Bewegung gilt als Wunderwaffe unter den Methoden zum Abnehmen – und das aus gutem Grund: Sport verbrennt Kalorien und baut bei regelmäßiger Ausübung Muskeln auf.  Diese helfen beim Abnehmen, denn ein erhöhter Muskelanteil im Körper steigert den Grundumsatz, wodurch auch in Ruhe mehr Energie benötigt wird.

Allerdings tritt der gewünschte Effekt nur ein, wenn die Energiebilanz des Tages negativ ist: Wer nach dem Sport große Mengen isst, hat die Kalorien leicht wieder zu sich genommen – das geht schneller als man denkt: Durch 30 Minuten Joggen bei mittlerem Tempo verbrauchen Sie durchschnittlich gerade einmal 350 Kilokalorien, das entspricht etwa einer halben Pizza.

Durch Sit-Ups bekommt man einen flachen Bauch

Leider lässt sich die Fettverbrennung nicht durch gezielte Übungen steuern. Fett schmilzt nur, wenn man dauerhaft weniger Kalorien zu sich nimmt, als man verbrennt. An welcher Stelle sich der Gewichtsverlust zuerst zeigt, ist bei jedem Menschen unterschiedlich und lässt sich nicht beeinflussen. Sit-Ups kräftigen zwar die Bauchmuskeln, lassen jedoch alleine keine Fettpolster verschwinden.

Süßigkeiten und Fast-Food sind verboten

Aus der Kindheit ist noch gut in Erinnerung: Verbotene Dinge sind besonders interessant. Das gilt auch für „Dickmacher“ wie Süßigkeiten, Chips oder die Lieblingspizza. Sie sollten sich also nichts verbieten, sondern beim Sündigen einige Regeln beachten:

  • Qualität statt Quantität: Eine hochwertige Praline schmeckt besser und schlägt weniger zu Buche als eine ganze Tafel Schokolade aus dem Supermarkt.
  • Ohne Reue genießen: Wenn Sie Lust auf einen Burger zum Mittagessen haben, gönnen Sie ihn sich ohne schlechtes Gewissen. Achten Sie einfach bei den anderen Mahlzeiten des Tages auf eine ausgewogene Kalorien- und Vitalstoffbilanz.
  • Strategisch naschen: Süßes anstatt als Snack am Nachmittag lieber als Nachtisch direkt nach dem Essen genießen: So vermeiden Sie, dass durch einen Blutzuckeranstieg zwischen den Mahlzeiten zusätzlich Insulin ausgeschüttet wird.

Light-Produkte helfen beim Abnehmen

Die Aufschrift „light“ bedeutet an sich nur, dass ein Lebensmittel von einem Bestandteil wie zum Beispiel Fett oder Zucker, aber auch Koffein, Alkohol oder Kohlensäure weniger enthält als üblich. „Light“ ist also nicht immer gleichbedeutend mit kalorienarm. Denn gerade fettreduzierte Lebensmittel enthalten häufig mehr Zucker, damit der Geschmack nicht leidet.

Daher sollten Sie bei Light-Produkten immer einen Blick auf die Nährstoffangabe werfen und überprüfen, ob wirklich weniger Kilokalorien enthalten sind als in der normalen Variante. Wenn dies der Fall ist, können Light-Produkte unter Umständen beim Abnehmen helfen – vorausgesetzt man isst nicht die doppelte Menge, weil der niedrigere Kaloriengehalt zum Schlemmen ohne schlechtes Gewissen verführt.

Vorsicht geboten ist auch bei zuckerfreien Getränken mit künstlichen Süßungsmitteln. Zwar enthält eine Flasche Cola light keine Kalorien, jedoch wird bei manchen Menschen durch den süßen Geschmack der Appetit auf zuckerhaltige Nahrung angeregt.