Abnehmhilfen aus der Apotheke

Rothaarige junge Frau

Im Frühling erwacht bei vielen Menschen der Wunsch nach dem Wohlfühlgewicht. Eine Reihe von Abnehmhilfen verspricht Unterstützung auf dem Weg zur Traumfigur. Die Pfunde purzeln zügig, erste Erfolge motivieren zum Weitermachen. Von langer Dauer ist das Resultat bei Blitzdiäten jedoch selten, denn irgendwann setzt der gefürchtete Jo-Jo-Effekt ein.

3 Arten von Abnehmmitteln

Wer langfristigen Erfolg haben will, kommt nicht um eine Umstellung der Ess- und Lebensgewohnheiten herum. Zugleich gibt es Mittel, die den Start und das Durchhalten beim Abspecken erleichtern können. Einige davon sind rezeptpflichtig und werden bei starkem Übergewicht verschrieben, andere gibt’s frei verkäuflich. Es gibt drei Gruppen von Abnehmhilfen:

  • Appetitzügler
  • Fettblocker
  • Quellstoffe

Appetitzügler

Herkömmliche Appetitzügler oder Appetithemmer wirken direkt im Gehirn. Dort fördern oder bremsen sie die Freisetzung verschiedener Botenstoffe. Das dämpft das Hungergefühl. Abnehmwillige fühlen sich schneller satt, sie essen weniger. Einer der bekannten Wirkstoffe ist das Sibutramin. Es beeinflusst das Glückshormon Serotonin und sorgt so für ein längeres Sättigungsgefühl. Gleichzeitig wird der körpereigene Energieverbrauch angekurbelt.

Das rezeptpflichtige Medikament kann aufgrund recht geringer Nebenwirkungen bis zu einem Jahr angewendet werden. Dennoch können Nervosität, Verstopfung und Mundtrockenheit auftreten.

Seit Herbst 2006 ist der Wirkstoff Rimonabant auf dem Markt. Die Pille für die schlanke Linie hemmt einen Rezeptor, der im Zentralnervensystem an der Regulation von Hunger und Sättigung beteiligt ist. Die Folge: Das Hungergefühl wird reguliert und die Lust auf Essen lässt nach. Bis zu zehn Prozent Gewichtsverlust sind angeblich möglich. Die verschreibungspflichtige Tablette wird einmal täglich geschluckt. Für Menschen mit Depressionen oder Angststörungen ist das Mittel ungeeignet, weil der Wirkstoff solche Stimmungen verstärken kann.

Fettblocker

Ebenfalls Abhilfe versprechen sogenannte Fettblocker wie der Wirkstoff Orlistat. Sie verlangsamen die Spaltung von Nahrungsfetten im Darm, die der Körper deshalb nicht aufnimmt. "Was nicht aufgenommen wird, macht nicht dick", beschreibt die Wiesbadener Gesundheitswissenschaftlerin Dr. Claudia Christ die Wirkung. Auf diese Weise soll ein Drittel des Nahrungsfettes der Verdauung entgehen.

Die Substanz funktioniert bis zu einer Fettaufnahme von höchstens 60 Gramm pro Tag. Andernfalls kann es zu Durchfällen durch die erhöhte Fettausscheidung kommen. Mit Fettblockern lässt sich eine kalorienreduzierte Diät unterstützen. Wer parallel seinen Speiseplan umstellt, kann den sogenannten Lipasehemmer bald überflüssig machen.

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Quellstoffe

Sättigungskomprimate aus Alginaten, Kollagen oder Cellulose füllen den Magen ganz ohne Kalorien. Die meist frei verkäuflichen Quellstoffe können auf dem Weg zum Wunschgewicht hilfreich sein. Vor den Mahlzeiten geschluckt, saugen die Stoffe im Magen Flüssigkeit auf, quellen und erzeugen ein Völlegefühl. Die darauf folgende Mahlzeit fällt dadurch kleiner aus und die "Schwämmchen" werden einfach wieder ausgeschieden.

Doch Vorsicht: Zu den Präparaten sollte viel Flüssigkeit getrunken werden, da es sonst zu schweren Verstopfungen kommen kann. Abnehmhilfen müssen - egal, ob frei verkäuflich oder auf Rezept - in der Regel selbst bezahlt werden. Nur in Ausnahmefällen erstatten die Krankenkassen die Kosten. Und nicht vergessen: An weniger Fett und mehr Bewegung geht kein Weg vorbei. Treppensteigen oder kurze Wege zu Fuß erledigen, verbrennt bereits Kalorien. Gleichzeitig tut man etwas für die Fitness und schont die Umwelt.