Obst und Gemüse - wie wichtig sind sie in der Krebsprävention?

Tipps und Empfehlungen rund um das Thema Ernährung finden interessierte Verbraucher heute in so gut wie allen Medien: Was darf man bedenkenlos essen, worauf sollte man verzichten? Welche neuen Erkenntnisse gibt es von wissenschaftlicher Seite? Die Fülle und oft auch Widersprüchlichkeit der Informationen verunsichern inzwischen mehr als dass sie Klarheit bringen.

Umso wichtiger ist es den Verantwortlichen der Gesundheitskampagne 5 am Tag, den Stellenwert und die Notwendigkeit einer obst- und gemüsereichen Ernährung glaubwürdig zu untermauern. Den aktuellen Forschungsstand hat nun eine von der International Agency for Research on Cancer (IARC) ins Leben gerufene Forschergruppe zusammengetragen.

Wissenschaftlicher evaluieren aktuellen Forschungsstand

Die Evaluation des IARC konnte aufgrund eines definierten methodologischen Vorgehens differenziertere Aussagen über die gesundheitlichen Wirkungen eines hohen Obst- und Gemüseverzehrs treffen. Während einige Krebsformen, von den Ernährungsgewohnheiten unabhängig zu sein scheinen, spielen Obst und Gemüse bei anderen durchaus eine Rolle in der Primärprävention von Krebserkrankungen. "Eine Erhöhung des Obst- und Gemüseverzehrs spielt auf Grund der betroffenen Krebserkrankungen weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Krebsprävention durch Ernährung", so Professor Dr. Heiner Boeing von Deutschen Institut für Ernährung in Rehbrücke (DIFE) und verweist auf die Ernährungsempfehlungen der Gesundheitskampagne 5 am Tag. Diese auch aus Mitteln der Europäischen Gemeinschaft geförderte Kampagne empfiehlt den Verzehr von täglich 600 Gramm und mehr Obst und Gemüse, um Krebs, Herz- Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus vorzubeugen.

Die Ergebnisse

  • Nach derzeitigem Forschungsstand reduziert ein höherer Verzehr von Obst mit großer Wahrscheinlichkeit das Risiko von Speiseröhren-, Magen- und Lungenkrebs. Ein höherer Verzehr von Gemüse hingegen reduziert gleichfalls das Risiko von Speiseröhren- und außerdem das von Dick- und Mastdarmkrebs.
  • Darüber hinaus weisen die vorliegenden Studien darauf hin, dass ein Mehr an Obst möglicherweise auch zu einem geringeren Erkrankungsrisiko von Mund-, Rachen-, Dick- und Mastdarm-, Kehlkopf-, Nieren- und Blasenkrebs führt.
  • Ein Mehr an Gemüse hingegen verringert das Erkrankungsrisiko für Mund-, Magen-, Kehlkopf-, Lungen-, Eierstock- und Nierenkrebs.

Die Arbeitsgruppe schätzt, dass etwa einer von zehn Krebsfällen in der westlichen Welt auf den zu geringen Verzehr von Obst und Gemüse zurückzuführen ist. In Regionen mit einer schlechteren Versorgung der Bevölkerung mit Obst und Gemüse liegt diese Zahl wahrscheinlich noch darüber.

Und die Zukunft?

Um für die Zukunft eine bessere Datenlage sicherzustellen, machen sich die Forscher für eine Optimierung und Standardisierung der Studiendesigns stark. Darüber hinaus müssten die biologischen Mechanismen des Zusammenwirkens einer obst- und gemüsereichen Ernährung und des Krebsrisikos näher erforscht werden. Auch sei ein Mehr an epidemiologischen Studien - insbesondere aus Entwicklungsländern - erforderlich. Wie sinnvoll solche groß angelegten Untersuchungen sind, zeigen die ersten Ergebnisse der sog. EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), die seit mehreren Jahren in 10 europäischen Ländern mit mehr als 500.000 Teilnehmern läuft. Erste Auswertungen haben ergeben, dass ein erhöhter Obstverzehr das Risiko für Lungenkrebs um bis zu 40 Prozent reduzieren kann, eine protektive Wirkung von Obst und Gemüse auf die Entstehung von Prostatakrebs hingegen nicht nachzuweisen ist.

Dass gesunde Ernährungs- und Lebensgewohnheiten das Risiko der Entstehung von Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus entscheidend verringern können, gilt heute als erwiesen. So kann durch den regelmäßigen und ausreichenden Verzehr von Obst und Gemüse das Krebsrisiko deutlich verringert werden. Dieses Potenzial in der Krebsbekämpfung ist vielfach höher als die Früherkennung oder die Therapie von aufgetretenen Krebserkrankungen.

Bodyguards für die Gesundheit

Die Gesundheitskampagne 5 am Tag empfiehlt den Verzehr von mindestens täglich 5 Portionen Obst und Gemüse -das entspricht einer Menge von mindestens 600 Gramm. Die Verbraucher können dabei zwischen frischem und verarbeitetem Obst und Gemüse - also auch Tiefkühlware und möglichst ungezuckerten Konserven - sowie Säften, Trockenfrüchten und Nüssen wählen. Trotz dieser Vielfalt an Möglichkeiten greifen manche Verbraucher lieber zu teuren Nahrungsergänzungsmitteln oder Lebensmitteln, die mit Vitaminen und anderen Inhaltsstoffen angereichert sind. Für den gesundheitlichen Schutz entscheidend ist jedoch das Zusammenspiel von möglichst unterschiedlichen und vielfältigen Stoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen und anderen bioaktiven Substanzen.

Tipps für den Alltag

  • Beginnen Sie den Tag mit einem Glas Saft oder einem Müsli mit Obst.
  • Greifen Sie zwischendurch zu Obst, knackigen Gemüsesticks, Trockenfrüchten oder ungerösteten Nüssen.
  • Essen Sie zum Mittagessen immer eine Portion Salat oder Gemüse.
  • Runden Sie das Abendessen mit einem Gemüsequark oder frischen Tomaten und Kräutern ab.

Weitere Ideen und Rezepte rund um Obst und Gemüse gibt es unter www.5amtag.de.