Süßigkeiten - Stresskiller?

Süße Sünden als Stresskiller
Die Vorliebe für Süßes als Energielieferant ist dem Menschen angeboren. Vor allem Frauen lassen sich von Naschwerk verführen, um negative Empfindungen bei Stress zu kompensieren. Der Griff zu Naschereien aktiviert die Insulinausschüttung und regt die Produktion des Wohlfühlhormons Serotonin an. Insulin begünstigt die Einlagerung von Fett in den Körperzellen und Süßes kommt meistens im Verbund mit dem Aromaverstärker Fett einher. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, täglich nicht mehr als 50 Gramm Zucker und 60-80 Gramm Fett zu verzehren. Ein Schokoriegel enthält bereits rund 40 Gramm Zucker und 10 Gramm Fett!
Stopp der stressbedingten Essfalle
Eine publizierte groß angelegte Studie aus Finnland zeigt, dass der Body-Mass-Index bei denjenigen, die unter Disstress zu vermehrter Nahrungsaufnahme neigen, am höchsten ist. Was ist zu tun, wenn Stress die Bemühungen zur Gewichtskontrolle untergräbt? Ein zügiger Spaziergang oder sportliche Betätigung erweisen sich als vernünftige Strategie, da man gedanklich abgelenkt wird und außerdem Energie verbraucht. Wer unter Stressbelastung das Gefühl hat, essen zu müssen, sollte nicht so sehr auf diätetische Einschränkungen achten, sondern eine Kurskorrektur des Lebensstils vornehmen.
Praktische Vorschläge
- Statt kalorienhaltiger Tröster bieten sich Äpfel, Apfelsinen, Karotten, Kiwis und Co. an. Sie enthalten wichtige Vitamine und Mineralstoffe und zugleich verhindern Ballaststoffe als Magenfüller den Heißhunger.
- Fetthaltige Süßigkeiten mit Nüssen, Mandeln, Kokosflocken, Marzipan und Nougat können durch kalorienärmere Alternativen ersetzt werden: Anisplätzchen statt Spritzgebäck, Bitter- statt Vollmilchschokolade oder Hefeteig statt Blätterteig. Diese Lebensmittel bieten bei Essgelüsten unter Stressbedingungen weniger Kalorien und können der Gefahr von Übergewicht mit allen damit verbundenen gesundheitlichen Folgen entgegenwirken. Außerdem beugen sie Hungerattacken vor, denn bei heroischem Verzicht auf jegliches Naschwerk sind hemmungslose Rückfälle vorprogrammiert.
- Diffuse Hungergefühle weisen häufig auf Durst hin. Ein großes Glas Wasser schafft rasch Abhilfe (zwei Liter täglich halten den Stoffwechsel in Schwung), Alkohol und zuckersüße Getränke sollten wegen der Insulinausschüttung tabu sein.
- Bis zu 90 Minuten nach Sport und Bewegung ist der Verzehr von Kohlenhydraten zu vermeiden, denn "Muskelbenzin" wird nicht gebraucht. Stattdessen sind eiweißhaltige Nahrungsmittel wie ein Milchshake, Quark, Hüttenkäse und Joghurt ratsam. Proteine kontrollieren u.a. die Insulinausschüttung und normalisieren den Blutzuckerspiegel. Fetteinlagerungen an Bauch und Hüften haben keine Chance.
Autor/Quelle: Berufsverband der Frauenärzte e. V.

