Beerenzeit

erdbeere-inhaltsstoffe.jpg
© istockphoto.com, JPecha

Sommerzeit bedeutet Beerenzeit: Mit einem vielfältigen Angebot locken die aromatischen Sorten, die pur genauso schmecken wie als Saft oder Kompott. Zusätzlich liefern die leckeren Früchtchen zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe.
Die meisten verbinden ihn mit Sommer - die leuchtenden Farben und den süßsäuerlichen, erfrischenden Geschmack von Beerenobst. Doch es schmeckt nicht nur gut, sondern bietet einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralen sowie reichlich Ballaststoffe, die die Darmtätigkeit fördern. Gleichzeitig besitzen Beeren eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Anthocyane, die antiviral, antioxidativ, entzündungshemmend und blutdruckregulierend wirken.

Schließfrüchte und Sammelfrüchte

Auch wenn viele Früchte die Bezeichnung „Beere“ im Namen tragen, entsprechen sie nicht immer der botanischen Definition für Beeren(früchte). Der Botaniker ordnet diese den Schließ- und Sammelfrüchten zu:

  • Die häufigste Beeren sind Schließfrüchte: Sie bleiben auch im vollreifen Zustand geschlossen und ihre Samen damit vom Fruchtfleisch umhüllt. Dazu zählen nicht nur klassische Beeren wie die Johannis-, Heidel- oder Weinbeeren, sondern z. B. auch Bananen, Kiwis, Datteln, Gurken oder Kürbis. Da solche Beeren wie die letzten beiden eine harte Außenschicht besitzen, werden sie auch als Panzerbeere bezeichnet. Besitzt die Blüte mehrere Fruchtknoten mit jeweils einer beerenartigen Frucht, spricht der Botaniker von Sammelbeere - eine relative seltene Form, zu der z. B. die Kermesbeeren zählen.
  • Erdbeere, Himbeeren oder Brombeeren sind dagegen botanisch keine Beeren, sondern Sammelfrüchte – genauer Sammelnuss- bzw. Sammelsteinfrüchte. Ihre Samen in Form von winzigen Nüsschen oder Steinchen findet sich nicht geschützt im Innenleben der Beere, sondern außen auf dem Fruchtkörper.
  • Auch Holunder- oder Wacholderbeeren werden ihrem Namen nicht gerecht – erstere zählen zu den Steinfrüchten, letztere sind Zapfen einer immergrünen Zypressenart.

Im Handel sind verschiedene Obstarten zu dem Begriff "Beerenobst" zusammengefasst - botanisch zwar nicht ganz korrekt, doch traditionell und für den Verbraucher verständlich. Ihre Gemeinsamkeit sind ihre Eigenschaften: klein und rundlich sowie relativ weich und - natürlich - essbar. Damit fallen "Gemüsebeeren" wie die Tomate nicht darunter und Obstarten wie die Erdbeere werden dazu gezählt.

 

Drei wichtige Obstregeln

Da die Beeren sehr empfindlich sind, ist eine schonende und rasche Verarbeitung wichtig.

  • Beim Einkauf ist auf pralle Früchte und trockene, glänzende Schälchen zu achten, da die Beeren sehr druckempfindlich sind und nach Verletzung schnell schimmeln.
  • Zum Säubern die Früchte nur kurz in stehendes Wasser tauchen und sofort auf ein Küchenpapier zum Abtropfen geben, damit sie sich nicht mit dem Wasser voll saugen und matschig werden.
  • Im Kühlschrank halten sich die frischen Beeren ein bis zwei Tage.

Neben ihren vielfältigen Verwertungsmöglichkeiten, zum Beispiel für Saft, Kompott, Fruchteis oder als Kuchenbelag, lassen sich die Beeren auch gut einfrieren. Gleichzeitig bleiben so wertvolle Vitamine erhalten. Allerdings werden sie wegen ihres hohen Wassergehalts nach dem Auftauen oft matschig und kleben aneinander.

Beeren richtig einfrieren:

Das kann vermieden werden, wenn sie in einzelnen Schichten (nebeneinander auf einem Brett oder Folie ausgebreitet) außen angefroren und dann erst zusammen in einen Beutel gelegt und richtig eingefroren werden. Und selbst wenn die Beeren nach dem Auftauen nicht mehr so knackig wie nach dem Ernten sind: Für bestimmte Zubereitungsarten wie Obstmus, Grütze oder Milchshake eignen sich die leckeren Früchtchen allemal.

Beere Gesunde Inhaltsstoffe Wirkung Erntezeit
Erdbeere Vitamin C, Flavonoide, Salicylsäure, Gerbstoffe, Calcium, Kalium, Eisen gg. Durchfall, stoffwechselanregend, gegen Rheuma und Gicht Mai bis Juli
Himbeere Vitamin C, A, Rutin, Biotin, Kalium, Magnesium, Eisen, Ellagsäure fiebersenkend, blutreinigend, knochenbildend, Unterstützung bei Magen-Darmkatarrhen Mai bis August
Stachelbeere Vitamin C, Silicium, Zitronensäure, Calcium, Kalium, Magnesium, Pektin verdauungsfördernd, entwässernd, kräftigend für Haare und Nägel Juli bis August
Johannisbeere Vitamin C, Calcium, Kalium, Eisen, Phosphor, Zitronensäure, Pektin gegen Rheuma und Gicht, entgiftend, antibakteriell, immunsystemstärkend, harntreibend Mai bis Juli
Heidelbeere Vitamin C, Betacarotin, Eisen, Kalium, Natrium, Zitronensäure, Pektin, Quercetin, Anthocyane entzündungshemmend, blutbildend, gegen Durchfall, Magenschmerzen und Blasenschwäche Juni bis August
Preiselbeere Vitamin C, A, Betacarotin, Eisen, Magnesium, Kalium, Natrium, Arbutin, Flavonoide, Pektin verdauungsfördernd, cholesterinsenkend, gegen Durchfall, Harnwegsinfektionen, Gicht und Rheuma, antivirale, bakterizide und fungizide Wirkstoffe September
Brombeere Eisen, Calcium, Ellagsäure entgiftend, krebshemmend, blutdrucksenkend Mai bis Juli
Holunderbeere Anthocyane, Flavonoide, ätherische Öle, Gerbstoffe Schutzwirkung vor Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, der Gelenke, Augen, Haut und Nieren, Stärkungsmittel bei fiebrigen Erkrankungen, gegen Rheuma und Gicht Juni
Hagebutte Vitamin C, Pektin antioxidativ, abwehrstärkend, verdauungsfördernd, entzündungshemmend September bis Oktober
Eberesche Vitamin C, A, Pektine, Gerbstoffe, Sorbit Wohltuend für Magen und Darm, antioxidativ, verdauungsfördernd, entzündungshemmend August bis Oktober
Sanddorn Quercetin, vielfaches reicher an Vitamin C als Zitrusfrüchte Anreicherung verschiedener Produkte mit Vitamin C, pharmazeutische Verwendung bei Hautschäden durch Verbrennung und Sonnenbrand ab September