Damit Grillen nicht auf die Leber schlägt

Endlich beginnt wieder die Grillsaison: Würstchen, Kotelett oder Steak schmecken vom Grillrost eben einfach besser als aus der Pfanne. Aber wahrscheinlich ist es auch die Prise Sommer, die zusätzlich die rechte Würze gibt. Da achten selbst Personen mit empfindlichem Magen oder Neigung zu Sodbrennen nicht auf den Fettrand oder Angebranntes ("das schmeckt doch erst recht") oder auf ein Glas Bier mehr oder weniger. Am nächsten Morgen kommt schnell die Reue - oder nach dem nächsten Bericht über krebserregende Substanzen im Grillgut.

Vor allem Personen mit Reizmagen reagieren empfindlich auf fette Fleischsorten mit gehaltvollen Saucen. Wird das Ganze noch von reichlich Alkohol begleitet, stellen sich schnell Sodbrennen oder Magenschmerzen ein, denn Fett und Alkohol gelten als klassische Säurelocker. Als Alternative bieten sich neben mageren Fleischstücken wie Nackenkoteletts, Steaks, Lende oder Geflügel Gemüsespieße oder -pfännchen an - oder Fisch, denn der kommt hierzulande, obwohl so gesund, viel zu selten auf den Tisch.
Wer es exotisch mag, kann einmal Kochbananen probieren - sie enthalten wertvolle Kohlenhydrate, die für eine gesunde Ernährung besonders wichtig sind. Fleisch braucht kein zusätzliches Fett zum Grillen, die Gemüse können mit Pflanzenöl beträufelt werden. Statt fetten Saucen empfehlen sich Quarkdips mit frischen Kräutern und Knoblauch. Wissenschaftler vom Dortmunder Max-Planck-Institut haben herausgefunden, dass Gewürze Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit steigern, z. B. fördert Senf die Fettverdauung und kann deshalb Sodbrennen und Blähungen mildern. Majoran ist Magen stärkend und Krampf lösend.
Das Gewürz Curcuma (in Curry enthalten) lindert Reizmagenbeschwerden und Blähungen ebenso wie die Artischocke. Kaum eine andere Heilpflanze ist so gut erforscht wie die Artischocke. Sie enthält einen hohen Gehalt an Bitterstoffen und Cynarin, einer Verwandten der Kaffeesäure. Diese Substanzen regen die Magensaft- und Gallenproduktion an. Die Fettverdauung wird verbessert und die Entgiftungstätigkeit der Leber unterstützt.
Auch bei Übelkeit, Blähungen und Völlegefühl erweist sich die Artischocke als hilfreich. Bei der Einnahme über einen längeren Zeitraum senkt die Artischocke sogar den Cholesterinspiegel. Zur Verbesserung der Fettverdauung empfiehlt sich daher ein Gläschen Artischockensaft als Verdauungscocktail vor der Mahlzeit (z.B. Losapan Artischocken-Pflanzensaft mit dem Wirkstoff Artischockenblütenknospen-Presssaft oder Losapan Kapseln mit dem Wirkstoff Artischockenblättertrockenextrakt).

Grillen ohne Reue

  • Kohlen ordentlich durchglühen lassen.
  • Kein Fett in die Glut tropfen lassen, Grillgut abschirmen.
  • Nichts Angebranntes essen.
  • Keine gepökelten Fleischwaren grillen.
  • Fisch, Gemüse, Obst vor Fleisch den Vorzug geben.
  • Fettarme Fleischsorten und Soßen beugen Sodbrennen bei Magengeplagten vor.
  • Reichlich Beilagen bereitstellen, wie Brot und Salate, mindert den Grillfleischkonsum.
  • Fleisch und Salate nicht vorher in der Sonne stehen lassen, das erhöht die Gefahr der Bakterienbesiedlung.
  • Nur Holzkohle verwenden, alles andere kann giftige Dämpfe freisetzen (z. B bemaltes Holz, Altpapier).

An heißen Tagen verliert der Körper besonders viel Flüssigkeit - durch Alkohol wird die Entwässerung noch weiter vorangetrieben: Gegen ein Glas Wein oder Bier ist natürlich nichts zu sagen, aber der Durst sollte besser alkoholfrei gelöscht werden - nicht zuletzt deshalb, um die Leber zu schonen. Die Leber verfügt zwar über eine außerordentlich hohe Regenerationsfähigkeit und Reservekapazität, doch sie kann nicht alles schlucken.
Die Leber ist unser größtes und wichtigstes Organ. Sie baut unsere Nährstoffe um, hat aber auch eine lebenswichtige Funktion bei der Entgiftung von Alkohol und Schadstoffen. Wird die Leistungsbereitschaft der Leber durch Alkoholmissbrauch, Einwirkung von Schadstoffen und die falsche Ernährung ständig überfordert, kommt es zu krankhaften Veränderungen der Leber. Laut der Deutschen Leberhilfe e. V. sind rund 3,5 Millionen Deutsche leberkrank. Jährlich sterben 5.000 Deutsche an Leberkrebs und vermutlich leiden über eine Million Menschen in Deutschland an einer Alkohol bedingten Fettleber oder einer chronischen Leberentzündung.
Mindestens 50 % aller vom Arzt festgestellten Leberverfettungen werden auf einen Alkoholmissbrauch zurückgeführt. Eine Fettleber ist reversibel, aber der Übergang zu einer Leberzirrhose ist fließend. Es ist daher vor allem wichtig, den Alkoholkonsum einzuschränken - Grillen macht zusammen mit Familie und Freunden auch ohne Alkohol Spaß.

Die Leber mag die Disteln der Maria

Schon seit dem Altertum als Leberschutz bekannt ist die Mariendistel, deren Leber schützenden Eigenschaften jetzt zu neuer Bekanntheit gelangen. Mariendistelpräparate (z. B. Alepa forte) unterstützen die Entgiftungstätigkeit der Leberzellen. Der Wirkstoff der Mariendistel ist das Silymarin, ein Gemisch aus mehreren sekundären Pflanzeninhaltstoffen (Flavonoiden). Die Hauptkomponente ist das Flavonoid Silibinin. Silymarin schützt die Leberzelle vor dem Untergang und stimuliert deren Regeneration. Die Mariendistel dient daher zur Therapie toxischer Leberschäden und unterstützt die Behandlung chronisch entzündlicher Lebererkrankungen sowie Leberzirrhose.