Ahornsirup

Ahornsirup ist eines der ältesten und ursprünglichsten Naturprodukte, die es gibt. Ahornsirup wird heute wie schon vor hunderten von Jahren im Frühjahr aus den kanadischen Ahornbäumen abgezapft. Das Geheimnis der Bäume hatten sich die ersten weißen Siedler von den indianischen Ureinwohnern abgeschaut. Heute ist die süße Flüssigkeit ein kanadischer Exportschlager, es gibt zahlreiche Ahornsirup-Rezepte – wenngleich die klassische amerikanische Variante mit Ahornsirup zu Pancakes nach wie vor die beliebteste Zubereitung mit diesem Sirup ist.

Entdeckung von Ahornsirup

Der Legende nach beobachtete einst ein Indianer ein Eichhörnchen dabei, wie es den Ast eines Ahornbaumes hinaufkletterte, ein kleines Loch in die Rinde biss und zu trinken begann. Um zu sehen, was dem Eichhörnchen so gut schmeckte, schnitt auch der Indianer einen Ast an und probierte die austretende Flüssigkeit. Von dem süßen Geschmack war der Mann so begeistert, dass er sofort seinen Stammesbrüdern von dem Baum, der kristallene Zuckertränen vergießt, erzählte.

Wenig später hatten die Indianer gelernt, die Ahornbäume anzuzapfen und den Saft zu köstlichem Sirup zu verkochen. Diese Technik hat sich bis heute kaum verändert.

Ahornsirup: Herstellung und Gewinnung

Nur im Frühjahr während des Tauwetters, wenn sich die Stärke, die in den Bäumen gespeichert ist, in Zucker verwandelt, können die Stämme für ein paar Wochen angezapft werden. Dazu muss lediglich ein Loch in die Rinde gebohrt werden, in das ein Zapfhahn gesteckt wird. Durch diesen Hahn tropft die kristallene Flüssigkeit dann in einen Eimer oder Schlauch.

Nun muss sie innerhalb der nächsten 24 Stunden in ein „Sugarhouse“, also ein Zuckerhaus gebracht und verarbeitet werden. Dort wird der Saft verdampft, gefiltert und schließlich in Flaschen oder Container abgefüllt. Durch das mehrmalige Kochen verdickt sich die anfangs durchsichtige Flüssigkeit zu einem dunklen, zähen Sirup.

Ahornbaum als cleverer Spender

Dieser ganze Prozess der Herstellung von Ahornsirup läuft in völligem Einklang mit der Natur. Der Baum gibt nur so viel Saft ab, wie er entbehren kann – schließlich braucht er einen Großteil der Stärke für sich selbst.

Gleichzeitig würde ein Ahornfarmer nie mehr nehmen, als der Baum geben kann, denn nur ein gesunder Baum kann auch im nächsten Jahr wieder Saft spenden. Ein Ahornbaum muss übrigens mindestens 40 Jahre alt sein, bevor er zum ersten Mal angezapft werden kann.