Herz-Kreislauf-Erkrankungen - Fragen 6 bis 10

6. Welche Rolle spielt ein zu hoher Blutzucker für die Gesundheit?

Zu viel Inneres Bauchfett erhöht die Wahrscheinlichkeit, an "Zucker" (Diabetes Mellitus Typ 2) zu erkranken. Der Blutzucker gibt Auskunft, ob eine Zuckerkrankheit oder erste Vorboten einer Zuckerkrankheit vorliegen. Diabetes beruht auf einer Beeinträchtigung im Kohlenhydratstoffwechsel, die zu Unempfindlichkeit gegenüber Insulin (Insulinresistenz) und zu erhöhten Blutzuckerwerten (Hyperglykämie) führt. Der durch die Nahrungsaufnahme reichlich im Blut vorhandene Zucker kann nicht mehr an die Körperzellen abgegeben und dort verbraucht werden.
Auf Dauer schädigt ein hoher Blutzucker die Gefäße und ist damit eine Gefahr für das Herz, aber auch für Nieren, Augen und zahlreiche andere Organe.


Blutglukosewert im Nüchternzustand:

  • ab 100 mg/dl

7. Welche Rolle spielt Bluthochdruck für die Gesundheit?

Bluthochdruck und Übergewicht treten in enger Verbindung zueinander auf. Die Ursachen dafür sind allerdings noch weitgehend unbekannt. Fakt ist, dass das Herz bei Übergewichtigen eine größere Blutmenge durch den Körper pumpen muss. Dazu muss es kräftiger schlagen, wodurch der Druck in den Gefäßen steigt. Chronischer Bluthochdruck führt häufig zu Arterienverkalkungen. Diese können wiederum zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen.
Der Blutdruck wird mit zwei Messwerten ermittelt: dem oberen (systolischen) und dem unteren (diastolischen) Wert. Folgende Richtwerte deuten auf ein erhöhtes Risiko:


Blutdruck im Ruhezustand:

  • Systolischer Wert ab 140 mmHg
  • Diastolischer Wert ab 90 mmHg

8. Was bedeutet die Kombination der vier Risikofaktoren (der 4 B) für die Gesundheit?

Ein erhöhter Bauchumfang, ungünstige Blutfette, ein erhöhter Blutzucker und Bluthochdruck (die 4 B) können sich unabhängig entwickeln. Jeder dieser Faktoren für sich kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen – der Experte spricht daher von kardiometabolischen Risikofaktoren. Häufig treten sie aber kombiniert auf und bilden so ein gefährliches Risikobündel, das man als Metabolisches Syndrom bezeichnet.
Ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen besteht:
ab einem Bauchumfang von 88 cm bei Frauen und 102 cm bei Männern und wenn mindestens zwei der folgenden Faktoren zutreffen:

  • HDL-Cholesterin bei Frauen unter 50 mg/dl bzw. 1,3 mmol/l, bei Männern unter 40 mg/dl bzw. 1,0 mmol/l
  • Triglyzeridkonzentration ab 150 mg/dl bzw. 1,7 mmol/l
  • Blutzuckerwert im Nüchternzustand ab 100 mg/dl bzw. 5,6 mmol/l
  • Blutdruck im Ruhezustand ab 130/85 mmHg

9. Sollten bei einem erhöhten Bauchumfang die anderen Risikofaktoren bestimmt werden?

Der Bauch kommt selten allein! Ein erhöhter Bauchumfang kann verstärkt zu Störungen des Fettstoffwechsels, des Blutzuckers und des Blutdrucks führen. Wenn neben dem Bauchumfang keine Werte der anderen kardiometabolischen Risikofaktoren bekannt sind, ist es empfehlenswert, zur Bestimmung dieser Wert einen Arzt aufzusuchen.

10. Wirkt sich weniger Bauchfett auf das Herz aus?

Eindeutig ja. Bereits eine Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent und die damit einhergehende Reduktion des Bauchumfangs lässt das Innere Bauchfett um etwa 30 Prozent schmelzen. Bluthochdruck, Blutzucker und ungünstige Blutfettspiegel werden positiv beeinflusst. Die Fließeigenschaften des Blutes verbessern sich, das Atherosklerose- und damit Infarktrisiko für Herz und Hirn sinkt. Das freut das Herz! Übrigens ist Bauchfett wesentlich besser zu beeinflussen als Hüftfett. Das gilt sowohl für die Umstellung der Ernährung als auch für sportliche Aktivitäten.

 
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