Generation Fat - die kranken Frührentner von morgen?
Jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche in Deutschland ist zu dick. Übergewicht ist jedoch einer der größten Risikofaktoren für Diabetes mellitus Typ-2 und viele Kinder werden den Speck später nicht mehr los. Vor allem Naschkatzen, aber auch Fast-Food-Fans laufen bei übermäßigem Konsum und wenig Bewegung Gefahr, pummelig zu werden. Eltern sollten ihren Sprösslingen das Naschen aber nicht gänzlich verbieten, sondern ihnen besser kalorienärmere Alternativen anbieten.
Denn wenn sich der Heißhunger bei den Kids aufstaut, ist die Gefahr des unkontrollierten geheimen Naschens groß. Kindern hin und wieder Süßigkeiten in einem gesunden Maß zu erlauben, ist besser, als dass sie diese heimlich von den Großeltern in doppelter Menge erfragen.
Mehr Bewegung und Ernährungserziehung
Bewegung bringt's, denn die kommt bei den meisten zu kurz. Egal, ob Radfahren, Klettern, Fußballspielen oder Frisbee auf der Wiese. Kinder müssen wieder den Spaß an der Bewegung entdecken und ihre Freizeit aktiver gestalten.
Am gefährlichsten für die Kinderfigur sind Knabbergewohnheiten vor dem Fernseher. Chips, Erdnüsse und Käsekräcker sind wahre Kalorienbomben. Popcorn oder Salzstangen sind dagegen nahezu fettfrei. Auch verkennen viele Eltern den Kaloriengehalt von Säften und Limonaden. Schlanker für die Figur und gesünder für die Zähne ist es, den Durst mit Mineralwasser oder Saftschorlen zu löschen. Eltern sind zum Handeln aufgefordert, sonst werden die dicken Kinder von heute die Frührentner von morgen sein.
Tipps für gesündere Kinder
- Verzicht muss nicht sein! Besser ist es, kalorienärmere Naschalternativen anzubieten. Weniger fettreich sind Gummibärchen, Fruchtgummi, Schokoküsse, Salzstangen/-Brezel, Popcorn, Reiswaffeln oder selbstgemachte Müsliriegel.
- Eltern sollten Vorbild für ihre Kinder sein und eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise vorleben.
- Kuchen und Kekse gemeinsam mit den Kids selbst backen statt kaufen. Man kann fast jedes Rezept fettärmer gestalten.
- Statt "ganzer" Tafeln Schokolade besser "Minis" oder Riegel kaufen.
- Zwischendurch Gutscheine für sportliche Aktivitäten mit der ganzen Familie (Zoo-Besuch, Eislaufen...) verschenken.
Abnehmen unter ärztlicher Anleitung
Sven-David Müller, Sprecher der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen, empfiehlt stark Übergewichtigen gezielte Abnehmprogramme (z.B. das OPTIFAST-Junior-Programm) wahrzunehmen und sich an Spezialkliniken (z.B. das Adipositas Rehazentrum INSULA) zu wenden.
Das ärztlich geführte Abnehmprogramm Optifast-Junior für Jugendliche schließt z.B. neben der Ernährungsberatung auch die Verhaltens- und Bewegungstherapie sowie eine medizinische Versorgung ein. Im Rahmen einer 18-wöchigen intensiven Betreuung erlernen Jugendliche neue Ernährungsstrategien und die Bedeutung von regelmäßiger körperlicher Aktivität. Das Langzeitprogramm betreuen Ärzte, Krankenschwestern, Psychologen, Physiotherapeuten und Ernährungsberater.
Weitere Tipps: Informationen für Übergewichtige bietet der telefonische ernährungsmedizinische Beratungsdienst der Gesellschaft, der werktags von 9.00 bis 15.00 Uhr unter der Nummer 0241 - 96 10 313 zu erreichen ist.
Quelle: Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.
