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Ernährung bei Zöliakie (Sprue)
Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Durch eine Unverträglichkeit gegen Gluten, ein in Getreide enthaltenes Klebereiweiß, schrumpfen die Dünndarmausstülpungen. Damit können Fette, Zucker, Proteine, Vitamine, Mineralien und sogar Wasser nicht mehr richtig in den Körper aufgenommen werden. Die bisher einzige Behandlung ist der komplette, lebenslange Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel. Nur so kann sich die Dünndarmschleimhaut erholen und ihre Funktion zurückgewinnen. Schon bei kleinsten Mengen von Gluten treten jedoch erneut Schädigungen und Beschwerden auf.Gluten kommt vor allem in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Grünkern und Hafer vor. Betroffene müssen auf alle Lebensmittel und Medikamente verzichten, die diese Getreidesorten in irgendeiner Form enthalten. Hierzu gehören vor allem herkömmliche Back- und Teigwaren, z.B. Brot, Brötchen, Kuchen, Nudeln und Pizza, aber auch Bier, Malzbier und Kornschnaps. Im Lebensmittelhandel müssen seit November 2005 alle Produkte, die Gluten enthalten, entsprechend gekennzeichnet sein
Glutenfreie Ernährung
Die Getreidearten Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth und Quinoa sind für Betroffene zum Verzehr geeignet. Es gibt mittlerweile eine große Zahl an Herstellern glutenfreier Produkte mit einem breiten Angebot für jeden Geschmack, seit einigen Jahren sind glutenfreie Produkte mit einer wachsenden Produktpalette in den meisten großen Supermarktketten zu finden. . Eine Reihe von Herstellern haben sich auf die Produktion glutenfreier Brot- und Backwaren spezialisiert. Diese werden z. B. aus Reis-, Mais-, Kartoffel- oder Kastanienmehl hergestellt. Viele diätetische glutenfreie Lebensmittel sind für Verbraucher an einem speziellen Siegel erkennbar, einer durchgestrichenen Ähre; verbraucherfreundliche Supermärkte kennzeichnen zusätzlich zur Produktkennzeichnung auch die Regale mit glutenfreien Produkten. Um sich rechtlich abzusichern, vermerken viele Hersteller jedoch auch auf der Verpackung, dass das Produkt Spuren von Gluten enthalten kann, obwohl es eigentlich kein Gluten enthält oder unter den festgelegten Grenzwerten liegt. Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG) erstellt jährlich ausführliche Listen für ihre Mitglieder, die informieren, welche Lebensmittel glutenfrei sind; Links zu den Herstellern finden sich auf der Internetseite der DZG. Seit November 2007 gilt ein Lebensmittel mit maximal 20 ppm (2 mg/100g) Gluten als glutenfrei. Weizenstärkehaltige Produkte mit einem Glutengehalt von max. 20 ppm dürfen auch als glutenfrei deklariert werden, wenn die Verwendung der Weizenstärke in der Zutatenliste aufgeführt ist.Noch immer ist eine glutenfreie Ernährung teuer – diätetische Fertigprodukte ohne Gluten kosten rund 30–50 Prozent mehr als vergleichbare andere Lebensmittel. Deshalb wird in vielen europäischen Ländern die glutenfreie Ernährung bezuschusst. In Deutschland erhalten nur Sozialhilfeempfänger eine pauschalierte Zulage von knapp 70 Euro. Alle anderen Betroffenen können allenfalls in ihrer Steuererklärung einen Härtefall anmelden, müssen dafür aber den Behindertengrad angeben (20 % bei Zöliakie) und ein Attest vorlegen.

