Rhabarber

Rhabarber

Rhabarber ist wegen seines fruchtig-sauren Geschmacks beliebt und eignet sich zur Verfeinerung von einer Vielzahl von Speisen. Vor allem Kompott oder Kuchen veredelt Rhabarber auf besondere Weise. Zudem besitzt er relativ wenige Kalorien, enthält jedoch andererseits die als giftig geltende Oxalsäure. Welche Wirkung Rhabarber auf die Gesundheit hat und was bei seiner Zubereitung beachtet werden sollte, erfahren Sie hier.

Rhabarber: Wichtige Inhaltsstoffe

Rhabarber besitzt zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, die bedeutsam für den menschlichen Organismus sind. Dazu gehören:

Rhabarber in Zahlen – Nährwerte

Eine Menge von 100 Gramm Rhabarber enthält in der Regel etwa 14 bis 21 Kilokalorien und lediglich 0,2 Gramm Fett sowie 0,9 Gramm pflanzliches Protein (Eiweiß). Der Anteil an Kohlenhydraten liegt bei circa 4,5 Gramm, während der Gehalt an Ballaststoffen 1,8 Gramm beträgt.

Rhabarber weist keinerlei Cholesterin auf und ist auch durch die geringe Menge an Kalorien relativ gesund. Da – bedingt durch den hohen Säuregehalt – jedoch in vielen Fällen Zucker zugesetzt wird, hebt sich diese positive Wirkung oft wieder auf. Eine praktische Alternative zum industriell hergestellten Zucker ist Fruchtsaft (beispielsweise Apfel- oder Orangensaft), der dem Rhabarberkompott bei der Zubereitung zugesetzt wird.

Gesundheitliche Bedeutung von Rhabarber

Das in Rhabarber reichlich enthaltene Vitamin C stärkt das Immunsystem und die Abwehrkräfte. Dadurch kann der Verzehr von Rhabarber im Winter helfen, beispielsweise einer Erkältung vorzubeugen.

Der hohe Gehalt an Kalium sorgt für die entwässernde Wirkung des Rhabarbers und fördert den Transport von Nährstoffen in die Körperzellen. Das enthaltene Natrium unterstützt die Verdauung und stimuliert die Darmbewegung.

Darüber hinaus zeichnet sich Rhabarber durch eine blutreinigende Wirkung aus und kann als Mittel zur Entschlackung verwendet werden. Insbesondere in der Form von Kompott kann Rhabarber Darm, Galle und Leber schonend reinigen. Die enthaltenen Fruchtsäuren regen zudem den Appetit an. Die in der Rhabarberwurzel enthaltenen Substanzen sind besonders stark, sodass sie oftmals als Zutat in Abführmitteln dienen.

Allergien und Unverträglichkeiten

Allergien, die sich unmittelbar durch den Verzehr von Rhabarber ergeben, sind in der Regel nicht zu befürchten. Ein besonderes Augenmerk muss jedoch auf die Oxalsäure gerichtet werden, die in größeren Mengen in Rhabarber enthalten ist.

Oxalsäure ist giftig und insbesondere in den Blättern des Rhabarbers enthalten, weshalb diese vor der Zubereitung entfernt werden müssen und keinesfalls verzehrt werden dürfen, anderenfalls könnten bei großen Mengen Erbrechen und Kreislaufstörungen auftreten. Doch auch in den Stängeln des Rhabarbers ist Oxalsäure zu einem kleinen Teil vorhanden.

Die Säure bindet Kalzium, weshalb sie bei übermäßigem Verzehr die Beschaffenheit von Zähnen und Knochen beeinträchtigen kann. Weil sie den Zahnschmelz angreift, sollte man frühestens eine halbe Stunde nach dem Verzehr von Rhabarber die Zähne putzen. Zudem besteht die Gefahr, dass sich aus Ablagerungen von Oxalsäure in Verbindung mit körpereigenem Kalzium Blasen- oder Nierensteine bilden.

Wann ist Oxalsäure gefährlich?

Je älter der Rhabarber wird, desto höher steigt auch der Gehalt an Oxalsäure. Aus diesem Grund sollte man Rhabarber nach Ende Juni nicht mehr ernten. Die optimale Erntezeit erstreckt sich über die Sommermonate vor Juni.

Der schädliche Effekt der Oxalsäure kann vermindert werden, wenn der Rhabarber mit Milch beziehungsweise Milchprodukten kombiniert wird. So wird die Oxalsäure durch das Kalzium neutralisiert.

Jedoch sollte man bei Rheuma, Arthritis, Nierensteinen oder Gicht besser auf einen Verzehr von Rhabarber verzichten. Darüber hinaus sollten Schwangere und Kleinkinder grundsätzlich keinen Rhabarber verzehren.

Tipps zu Kauf, Lagerung und Haltbarkeit

Achten Sie beim Kauf von Rhabarber besonders auf dessen Qualität , die sich vor allem an seiner Frische zeigt: Die Stangen sollten fest sein und einen leichten Glanz aufweisen. Zudem sollten die Enden saftig erscheinen. Wellige Rhabarberstangen sind noch nicht reif – ihr Kauf ist nicht zu empfehlen.

Nach dem Kauf wickelt man den Rhabarber am besten umgehend in ein feuchtes Baumwolltuch. Gelagert wird er bestenfalls im Gemüsefach des Kühlschranks, wo er mehrere Tage lang knackig und frisch bleibt.

Auch zum Einfrieren eignet sich Rhabarber, der zu diesem Zweck roh oder bereits verarbeitet ins Gefrierfach gelegt wird. Die Haltbarkeit wird dadurch wesentlich verlängert.

Das ist bei der Zubereitung zu beachten

Vor der Zubereitung von Rhabarber werden die Stangen gewaschen und der Blattansatz sowie das Stielende entfernt. Die Rhabarberstangen werden in Stücke geschnitten. Besonders dicke und faserige Stangen sollte man schälen, da sie einen hohen Gehalt an Oxalsäure aufweisen. Auch grüne Stücke sind reich an der Säure und sollten daher abgeschnitten werden.

Nach einem anschließenden Kochen des Rhabarbers ist er bereit für die weitere Verarbeitung und kann nun gesüßt werden. Auch durch das Kochen wird der Gehalt an Oxalsäure reduziert, indem die Säure an das Kochwasser abgegeben wird – dieses sollte man daher nach dem Kochen wegschütten. Rhabarber sollte höchstens in kleinen Mengen roh verzehrt werden.

Keinesfalls sollte Rhabarber in einem Aluminiumtopf gekocht oder in Alufolie gewickelt werden. Auch mit anderen Metallen wie etwa Zink darf er nicht in Berührung kommen. Sämtliche chemische Verbindungen, die dabei entstehen, sind aufgrund der Oxalsäure giftig.

Verwendung von Rhabarber

Rhabarber eignet sich als gesunde Zutat in einer Vielzahl von Rezepten und insbesondere als Verfeinerung von Süßspeisen. Ein Klassiker ist der Rhabarberkuchen, der mit knusprigen Streuseln verziert wird. Muffins sind eine weitere Variante für eine saftige Süßspeise mit Rhabarber.

Auch zur Verarbeitung in Marmelade ist Rhabarber beliebt, vor allem als Erdbeer-Rhabarber-Marmelade. Der Anteil an Erdbeeren gleicht die Säure des Rhabarbers aus und ein harmonisches, fruchtiges Aroma entsteht. Rhabarber kann auch als Zugabe in einer warmen Milch dienen und eignet sich zudem zur Herstellung von Likör, der sich auch außerhalb der Saison großer Beliebtheit erfreut.

Rhabarber: Obst oder Gemüse?

Zwar zeichnet sich Rhabarber durch einen fruchtig-sauren Geschmack aus und wird oftmals wie Obst zubereitet. Dennoch handelt es sich bei Rhabarber um ein Gemüse. Er gehört zu den sogenannten Knöterichgewächsen, wodurch er mit dem Sauerampfer verwandt ist. Rhabarber besteht aus einem Blattstiel und wird auf Feldern, aber auch oft im eigenen Garten angebaut.

Weitere Artikel



Interessante Fakten zum Rhabarber

Rhabarber stammt ursprünglich aus China und wurde bereits 2.700 Jahre vor Christus in einem chinesischen Kräuterbuch als Heilpflanze erwähnt. Jedoch sah man die Heilkraft des Rhabarbers nicht in den Stängeln, sondern in seinen Wurzeln. Aus diesen wurde ein Pulver hergestellt, das zum Beispiel gegen Verstopfung und Darmträgheit verwendet wurde und sogar als Mittel gegen Pest helfen sollte.

Erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich der Rhabarber zu einem beliebten Lebensmittel. In England wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts erstmals verschiedene Rhabarbersorten kultiviert. Inzwischen hat sich der Rhabarber, der generell gemäßigtere Zonen bevorzugt, relativ weit verbreitet. Seit circa 150 Jahren wird die Pflanze auch in Deutschland angebaut.

Rhabarberstangen mit hellrotem Fleisch zeichnen sich verglichen mit den dunkelroten Stängeln durch einen etwas milderen Geschmack aus. In Deutschland ist der Rhabarber in der Regel im Zeitraum zwischen April und dem 24. Juni, dem Johannistag, zu erwerben. Danach sollte der Rhabarber nicht mehr geerntet werden.