Sauerkraut - ideales Wintergemüse

Früher versorgte der Weißkohl, und das daraus auf traditionelle Art und Weise hergestellte Sauerkraut, gerade in den Wintermonaten die Menschen mit den nötigen Vitaminen und Mineralstoffen. Denn Sauerkraut galt nicht nur als hervorragender Lieferant von Vitamin B, C und K sondern war auch für sein Kalium, Kalzium, Eisen und seinen vielen Ballaststoffen beliebt.
Schon die Griechen und Römer schätzten das wohltuende Kraut mit seinem unverwechselbaren Aroma. In Deutschland kultivierten zunächst Mönche im Mittelalter den Anbau von Weißkohl, den sie als Crut bezeichneten. Die industrielle Herstellung heute ist zwar moderner, dennoch ist das Produkt das gleiche geblieben.

Gesundes und kalorienarmes Gemüse

  • Milchsäurebakterien beugen nicht nur Fäulnisprozessen im Sauerkraut vor, sondern wirken beim Menschen in vielfacher Hinsicht gesundheitsfördernd. Sie wirken wie Brottrunk oder Joghurt probiotisch, indem sie die Darmflora stabilisieren, die nützlichen Darmbakterien schützen und die schädlichen bekämpfen. Die blähenden Substanzen aus dem Weißkohl reduzieren sich durch die Gärung, so dass das Sauerkraut an Bekömmlichkeit gewinnt.
  • Die enthaltenden Ballaststoffe entfalten eine nicht weniger wichtige Wirkung im Darm. Sie sättigen zum einen und sind für eine geregelte Peristaltik und somit für eine gute Verdauung nicht weg zudenken. 200 g Sauerkraut enthalten 5 g sättigende Ballaststoffe und decken bereits zu 40 Prozent den täglichen empfohlenen Vitamin C-Bedarf.
  • Sauerkraut mit seinem Vitamin C galt in früheren Seefahrerzeiten nicht umsonst als Skorbut vermeidendes Gemüse. Vitamin C stärkt die Abwehrkräfte und wirkt als wichtiges Antioxidant krebsauslösenden Nitrosaminen entgegen. Insbesondere für Veganer stellt Sauerkraut eine bedeutende Vitamin B12 Quelle dar, dass sich während der Lagerung und Gärung bildet und sonst überwiegend in tierischen Lebensmitteln enthalten ist.
  • Zudem verbesserte die Milchsäuregärung die Resorption von Eisen. Die Verfügbarkeit ist in der Regel aus tierischen Nahrungsmitteln besser als aus pflanzlichen - die Eisenaufnahme aus Sauerkraut gleicht aber der von Fleisch.
  • Obwohl die sekundären Pflanzenstoffe aus dem Kohlgemüse keinen direkten Nährwert versprechen, sind sie dennoch gesundheitsfördernd. Die Glukosinolate und Senföle wirken zum einen antibakteriell und inaktivieren unerwünschte Enzyme im Darm, zum anderen weisen sie in Tierversuchen eine antikancerogene Wirkung auf.

Herzhaftes im Winter

Nicht nur zu deftiger Fleischkost passt das kalorienarme Gemüse, das mit 17 kcal pro 100 g ein reines Leichtgewicht ist. Sauerkraut ist heute als Beilage zu Fleisch und Kartoffeln, als Eintopf, herzhafte Kuchen, Suppen oder als Rohkostsalate bekannt. Zum Würzen der Gemüsebeilage eignen sich besonders Wacholder-, Lorbeeren oder Estragon.

Gegen unangenehme Blähungen nach dem Verzehr hilft ein kleiner Hausfrauentrick: Einfach ein paar Kümmelkörner durch das Gemüse mischen, so Duwenbeck abschließend.

Sauerkraut: Inhaltsstoffe

Inhaltsstoffe 1 Portion (200 g) Sauerkraut, frisch Prozent vom Tagesbedarf
Vitamin C 40 mg 40 %
Folsäure 60 µg 15 %
Kalium 576 mg 29 %
Kalzium 100 mg 10 %
Eisen 1,2 mg 12 %
Ballaststoffe 5,0 g 17 %