Wirsing - viele Vitamine und viel Aroma

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Unter den Kohlsorten ist Wirsing der Nobelste: Er hat zarte, fein verästelte Blätter, einen nussigen Geschmack und veredelt noch heute die Brote von Feinschmeckern. Aber wann gibt es Wirsing? Inzwischen ist der gesunde Kohl in Deutschland das ganze Jahr über erhältlich. Im Winter schmeckt Wirsing allerdings besonders aromatisch.

 

Was macht Wirsing so gesund?

Wie alle Kohlsorten ist Wirsing ein guter Begleiter durch den Winter, denn er liefert viele Vitamine und Mineralien. Wirsing enthält vor allem Vitamin C, das unser Immunsystem stärkt, Provitamin A, das den Sehsinn unterstützt, Vitamin E, das die Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützt, sowie die Vitamine B, K und Folsäure, die besonders Schwangere zu sich nehmen sollen, weil sie eine wichtige Rolle bei der Zellbildung und Zellteilung spielt.

Wirsing ist aber auch gut für die Gesundheit, da er uns mit knochenbildendem Kalzium sowie Kalium, das den Blutdruck reguliert, und Eisen, das für die Bildung der roten Blutkörperchen und für den Transport von Sauerstoff im Blut gebraucht wird, versorgt. Nebenbei enthält Wirsing nur wenige Kalorien, was ihn zu einem gesunden Sattmacher macht, der sich auch für Diäten eignet. 100 Gramm Wirsing enthalten rund 25 Kalorien.

 

Was ist das Besondere an Wirsing?

Sieht man den Wirsing im Gemüseregal liegen, macht er sich meist mächtig breit und streckt seine dunkelgrünen Blätter aus, die gekräuselt, voluminös und mit fein verästelten Blattrippen versehen sind. Und doch: Der Ruf des Kohls war lange Zeit nicht der beste. „Armeleuteessen“, lästerten die einen, andere rümpften die Nase beim Gedanken an Kohlgeruch im Treppenhaus.

Nicht gerade dankbar - schließlich hat das Gemüse unsere Ahnen in schlechten Zeiten mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt. Auch in der Seefahrt war der Wirsing nützlich, weil er aufgrund seines hohen Vitamin C-Gehalts vor Skorbut schützte. Kein Wunder, dass die Vorurteile gegen ihn mittlerweile überholt sind. Denn längst gibt es leckere Gerichte mit Kohl, längst hat er seinen Weg bis in die Feinschmeckerküchen gefunden.

 

Wirsing: Lagern und einfrieren

Wirsing hält sich im Gemüsefach gut eine Woche. Frisch zubereitet schmeckt er aber am besten. Wichtig: Nicht neben Äpfel oder Tomaten legen – die setzen Ethylen frei, das die Haltbarkeit verringert. Wirsing lässt sich auch einfrieren: Dafür die geschnittenen, gewaschenen Blätter kurz in Salzwasser blanchieren, kalt abschrecken und gut abtropfen lassen.

Tipp: Frischer Wirsing raschelt, wenn man ihn schüttelt. Trennen Sie vor dem Kochen die äußeren Blätter ab und entfernen Sie den Strunk, der ist nicht gut verdaulich. Dann ohne Deckel kochen, sonst wird der Wirsing leicht zu bitter.

 

Wirsing: Lecker in Eintöpfen und Rouladen

Der Wirsing mit seinem zartbitteren, nussigen Geschmack gilt als der Edelste in der Kohlfamilie. Seine Blätter sind zarter als die der meisten anderen Sorten und lassen sich vielfach verwenden: etwa zum Füllen von Rouladen oder klein geschnitten als Basis von Eintöpfen. Oft ist Wirsing Teil des Suppengrüns. Als „Schale“ auf Büfetts kann ein Wirsingblatt auch eine schöne Dekoration sein.

Ein Bäcker aus Hannover, der viele Spitzenköche beliefert, bettet sogar eines seiner Brote beim Backen auf ein Wirsingblatt. Kohl-Speck-Brot heißt die beliebte Spezialität. Die Backmethode erinnert daran, dass man die Brote früher, als man die Öfen noch mit Kohle befeuerte, auf ein Wirsingblatt legte, damit die Laibe beim Backen nicht schmutzig wurden.

Der gesunde Wirsing kommt aus dem Mittelmeerraum. In Deutschland baut man ihn ungefähr seit dem 18. Jahrhundert an. Geerntet wird er lange bevor er ausgewachsen ist. Würde man ihn weiter wachsen lassen, würde Wirsing noch viel größer werden. Am edelsten ist der Frühwirsing, der ab Mai im Handel ist.