Was Gerstengras zum Superfood macht

Gerstengras, Gerstengrassaft und Pulver

Gerstengras wird unter gesundheitsbewussten Menschen immer beliebter. Ähnlich wie Weizengras gilt Gerstengras als Superfood, das jeder selbst anbauen kann und das voller gesunder Mineralstoffe, Vitamine und Antioxidantien steckt. Die jungen, leuchtend grünen Getreideblätter können als Pulver, Kapseln oder als Gerstengrassaft genossen werden – wem der Geschmack nicht zusagt, der mischt das Nahrungsergänzungsmittel einfach in sein Müsli oder seinen Smoothie. Welche Inhaltsstoffe in Gerstengras stecken und welche Wirkung Gerstengras auf die Gesundheit hat, erfahren Sie hier.

Gesunde Vitalstoff-Kombination

Gerstengras gilt als ausgesprochen gesund. Insbesondere die ausgewogene Kombination der enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffe ist es, die Gerstengras so beliebt macht. Zudem besitzt das Gras eine hohe Bioverfügbarkeit – die Inhaltsstoffe werden also besonders leicht vom Körper aufgenommen.

Ursprünglich geht die Beliebtheit von Gerstengras auf eine mehrere Jahrzehnte alte Untersuchung des japanischen Wissenschaftlers Dr. Yoshihide Hagiwara zurück. Im Vergleich mit über 150 anderen Grünpflanzen tat sich das junge Getreide als Spitzenreiter hervor: Siebenmal so viel Vitamin C wie Orangen, elfmal so viel Calcium wie Milch und viermal so viel Vitamin B1 wie Weizenvollkornmehl enthält Gerstengras laut der Untersuchung des Wissenschaftlers.

Seitdem hat Gerstengras nach und nach den Markt der Nahrungsergänzungsmittel erobert.

Gerstengras – voll von Vitaminen und Mineralstoffen

Dass Gerstengras voller wertvoller Inhaltsstoffe steckt, ist unbestritten. In dem Gras finden sich fast alle der lebensnotwendigen Vitamine, unter anderem Vitamin A, Vitamin C, Vitamin D2, Vitamin E, das für die Blutgerinnung wichtige Vitamin K sowie verschiedene Vitamine der B-Gruppe – darunter auch Vitamin B12 und Folsäure.

Die genaue Zusammensetzung der Inhaltsstoffe von Gerstengraspulver kann je nach Hersteller etwas variieren. Die Menge der Mineralstoffe pro 100 Gramm Pulver kann aber beispielsweise so aussehen:

  • 3,4 Milligramm Zink
  • 18 Milligramm Natrium
  • 37 Milligramm Eisen
  • 179 Milligramm Magnesium
  • 437 Milligramm Phosphor
  • 832 Milligramm Kalzium

Hinzu kommen Kalium, und Kupfer sowie Selen und Mangan, die für den Zellschutz und den Knorpelaufbau benötigt werden.

Weitere Inhaltsstoffe von Gerstengras

Neben seinem Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen punktet Gerstengras außerdem mit Bitterstoffen, Chlorophyll, Enzymen und allen essenziellen Aminosäuren. Zudem ist Gerstengras reich an Ballaststoffen, die sich positiv auf die Verdauung auswirken.

Auch der Nährwert des Gerstengraspulvers kann je nach Hersteller variieren. Auf 100 Gramm kommen in der Regel nur 2 Gramm Fett – dafür aber 26 Gramm Kohlenhydrate und immerhin 304 Kilokalorien (kcal). Mit einem Anteil von etwa 28 Prozent enthält das grüne Pulver zudem jede Menge pflanzliche Proteine, die es für Vegetarier und Veganer besonders attraktiv machen.

Nicht vergessen sollte man allerdings, dass Gerstengras zwar im Vergleich zu anderen Lebensmitteln eine hohe Dichte an gesunden Nährstoffen aufweist, allerdings auch in deutlich geringen Mengen zu sich genommen wird. 

Reich an Antioxidantien

Gerstengras enthält zahlreiche verschiedene Antioxidantien, unter anderem die Flavonoide Saponarin und Lutonarin sowie das Isoflavonoid Isovitexin. Antioxidantien stärken das Immunsystem und gelten als wichtiges Mittel gegen die schädliche Auswirkung von oxidativem Stress und freien Radikalen. Sie wirken nicht nur entzündungshemmend, sondern auch zellerhaltend. So können sie den Alterungsprozess verlangsamen und den Körper vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie machen Arten von Krebs schützen.

Ein weiterer in Gerstengras enthaltener Stoff mit antioxidativer Wirkung ist der sekundäre Pflanzenstoff Proanthocyanidin. Dieser soll die Faserproteine schützen und so helfen, die Elastizität der Haut und des Bindegewebes zu erhalten sowie die Haut zu straffen.

Wirkung in verschiedenen Studien untersucht

Aufgrund seiner verschiedenen Inhaltsstoffe wird Gerstengras eine Heilwirkung bei zahlreichen Beschwerden und Erkrankungen zugeschrieben. Einige der Wirkungen von Gerstengras sind bereits untersucht worden, wobei größere Studien in der Regel noch ausstehen.

Unter anderem auf folgende Wirkungen von Gerstengras fanden sich in der Forschung erste Hinweise:

  • Gerstengras kann den Spiegel des schädlichen LDL-Cholesterins im Blut senken. Ein hoher Cholesterinspiegel kann eine Arterienverkalkung und in der Folge einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall begünstigen. In einer Studie des China Medical College in Taiwan verbesserten sich die Cholesterinwerte durch die Einnahme von Gerstengrasextrakt bereits nach vier Wochen.
  • Auch bei Diabetes soll Gerstengras positive Effekte erzielen: In einer weiteren Studie, die 2010 im International Journal of Green Pharmacy veröffentlicht wurde, ließen sich bei Diabetikern durch die tägliche Einnahme von Gerstengraspulver nicht nur der Cholesterinwert, sondern auch der Blutzuckerspiegel senken.
  • Der in Gerstengras enthaltene Stoff Lunasin scheint eine krebshemmende Wirkung zu besitzen. Insbesondere die Entstehung von Hautkrebs und Brustkrebs ließ sich mithilfe von Lunasin in Laborversuchen koreanischer Forscher verhindern. Klinische Studien stehen aber noch aus.
  • In einer Studie des Wissenschaftlers Osamu Kanauchi linderte gekeimte Gerste die Beschwerden der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Colitis Ulcerosa und trug dazu bei, die Darmflora zu verbessern. Generell kann sich die entzündungshemmende Wirkung von Gerstengras bei Darmproblemen, wie etwa Candidose, positiv auswirken. Außerdem kann das Gras helfen, den Wasserhaushalt im Darm zu regulieren und so die Häufigkeit von Durchfall reduzieren.

Zahlreiche Effekte auf die Gesundheit vermutet

Auch wenn bislang nur vereinzelte Aspekte der Wirkung von Gerstengras untersucht wurden, wird den frischen Blättern allein aufgrund ihrer Inhaltsstoffe ein hoher Gesundheitswert zugeschrieben. 

Bei Sportlern ist das Gras beispielsweise aufgrund seines hohen Gehalts an pflanzlichen Proteinen zur Unterstützung des Muskelaufbaus beliebt. Auch Chlorophyll, der grüne Pflanzenfarbstoff, gilt als sehr gesund, denn er unterstützt die Blutbildung und die Wundheilung und kann sich positiv auf den Darm auswirken.

Außerdem soll das junge Getreide:

  • vor allem dank seines Gehalts an Kalium eine stabilisierende Wirkung auf den Blutdruck besitzen
  • als basisches Lebensmittel dem Säure-Basen-Haushalt zuträglich sein und gegen Übersäuerung helfen sowie den Körper entschlacken
  • bei Allergien und Hautproblemen wie Neurodermitis und Akne hilfreich sein
  • dank eines bestimmten Enzyms und verschiedener Aminosäuren den Fettstoffwechsel anregen, das Hungergefühl dämpfen und so das Abnehmen unterstützen
  • entspannend, beruhigend und stimmungsaufhellend wirken. Deshalb wird Gerstengras für Menschen mit Stress oder Schlafstörungen empfohlen. Kindern, die an ADS leiden, soll es sogar helfen, sich besser zu konzentrieren.
  • eine positive Wirkung auf die Haare haben und zur Bekämpfung von Haarausfall, Schuppen und vorzeitigem Ergrauen beitragen. Denn diese Probleme können die Folge von Nährstoffmangel sein – hier soll Gerstengras helfen, indem es die Melanin-Produktion fördert und das Haarwachstum unterstützt.

Diese Wirkungen von Gerstengras sind jedoch bisher nicht wissenschaftlich belegt.

Nebenwirkungen von Gerstengras

Gerstengras gilt als gut verträglich und frei von Nebenwirkungen. Dennoch gibt es Erfahrungsberichte über Verdauungsprobleme, vor allem Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen. Deshalb kann es ratsam sein, zunächst mit einer niedrigen Dosierung zu beginnen und die Verträglichkeit von Gerstengras vorsichtig zu testen.

Möglich ist auch eine allergische Reaktion auf Gerstengras, die sich durch Kribbeln, Schwellungen oder Brennen im Mund bemerkbar macht. Wer an einer Unverträglichkeit gegen Gluten leidet, sollte in Abhängigkeit von seiner eigenen Toleranzgrenze vorsichtig sein: Gerstengras ist zwar glutenfrei, Spuren von Gluten könnten aber je nach Hersteller enthalten sein.