Gerstengras – Pulver, Saft oder Kapseln?

Gerstengrassaft-Smoothie

Wer Gerstengras kaufen möchte, muss sich entscheiden, zu welcher Form er am liebsten greift. Denn Gerstengras ist unter anderem als Pulver, Gerstengrasssaft, aber auch in Form von Tabletten oder Kapseln sowie frisch oder in verarbeiteten Produkten erhältlich. 

Das steckt hinter den verschiedenen Begriffen:

  • Gerstengraspulver wird aus Gerstengras hergestellt, das zunächst schonend getrocknet und dann gemahlen wird. 
  • Aktivierte Gerste oder gekeimte Gerste wurde vor dem Trocknen und Mahlen zwei Tage lang in Wasser eingeweicht und hat dann wenige Tage gekeimt.
  • Tabletten und Kapseln ermöglichen die einfache Dosierung und schnelle Einnahme von Gerstengraspulver ohne vorherige Zubereitung.
  • Gerstengrassaft wird durch das Entsaften (Pressen) von Gerstengras gewonnen. Er enthält im Verhältnis zu Gerstengras weniger Ballaststoffe. Gerstengrassaft muss nicht frisch gepresst werden: Es ist auch getrocknetes Gerstengrassaftpulver erhältlich, das mit Wasser angerührt werden kann.
  • Frisches Gerstengras gilt als gesündeste Variante, da bei der Verarbeitung manche der wertvollen Nährstoffe verloren gehen.

Außerdem sind mittlerweile zahlreiche Produkte mit Gerstengras erhältlich, beispielsweise in Form von Proteinshakes oder Proteinriegeln. Oft enthalten diese zusätzlich auch weitere als Superfood geltende Inhaltsstoffe, beispielsweise Spirulina, Weizengras oder Hanf-Proteinpulver.

Gerstengras kaufen: 5 Tipps

Haben Sie sich für den Kauf von Gerstengras entschieden – egal in welcher Form – sollten Sie folgende Tipps zum Kauf beachten:

  • Gerstengras findet sich häufig im Reformhaus oder im Bio-Laden, kann aber auch online bestellt werden.
  • Kaufen Sie nur Gerstengras ohne Zusätze wie Zucker, Farbstoffe oder Konservierungsmittel.
  • Greifen Sie besser zu zertifiziertem Bio-Gerstengras, um sicherzustellen, dass keine Pestizide enthalten sind.
  • Gerstengras kann aus vielen Anbaugebieten stammen. Wegen der idealen Klimabedingungen und der nährstoffreichen Böden ist Gerstengras aus Neuseeland besonders beliebt.
  • Ein Preisvergleich kann sich lohnen: Das Gerstengras sollte nicht zu billig sein, doch verlangen auch viele Händler überteuerte Preise.

Gerstengraspulver sollte trocken, gut verschlossen und vor Sonne geschützt gelagert werden. Eine Lagerung im Kühlschrank ist ungeeignet, da sich hierbei Kondenswasser bilden kann.

Gerstengras selbst anbauen

Gerstengras lässt sich ganz einfach selbst anbauen. Denn das Süßgras wächst aus dem ganz normalen Gerstenkorn. Die Samen sind unter dem Begriff "Sprießkorngerste" in vielen Reformhäusern zu finden. 

Und so geht der Anbau von Gerstengras:

  1. Legen Sie die Samen über Nacht in Wasser und lassen Sie sie vorkeimen.
  2. Füllen Sie eine flache Pflanzschale oder einen Blumenuntersetzer (idealerweise sollte der Behälter unten Löcher haben) etwa fünf Zentimeter hoch mit Erde und feuchten Sie diese an.
  3. Platzieren Sie die gequollenen Samen dicht beieinander (aber nicht übereinander) auf der Erde.
  4. Bedecken Sie den Behälter bei Raumtemperatur mit einem feuchten Tuch und besprühen Sie Samen und Erde zweimal täglich mit Wasser, um sie feucht zu halten. Das Tuch kann nach vier Tagen entfernt werden.
  5. Bereits nach zwei bis vier Tagen können die Keimlinge geerntet und wie Sprossen gegessen werden.
  6. Die jungen, grünen Blätter der Pflanze können geerntet werden, sobald sie eine Größe von 10 bis 15 Zentimetern erreicht haben – in der Regel nach 10 bis 12 Tagen.
  7. Zum Ernten schneiden Sie das Gerstengras einfach oberhalb der Wurzel möglichst dicht an der Erde ab.
  8. Mit einem geeigneten Entsafter können Sie anschließend Gerstengrassaft selbst herstellen. Die Gerstengrashalme lassen sich auch klein geschnitten ins Essen geben.

Gerstengras oder Weizengras selbst zu züchten, hat den Vorteil, dass das frische Gras einen besonders hohen Gehalt an gesunden Inhaltsstoffen besitzt. Frisches Gerstengras sollte möglichst schnell verarbeitet oder im Kühlschrank gelagert werden.

Verwendung von Gerstengraspulver

Wem der eigene Anbau von Gerstengras zu aufwändig ist, der kann einfach zum fertigen Pulver greifen. Normalerweise wird einfach ein Teelöffel Gerstengraspulver in kaltem Wasser aufgelöst und getrunken. Wer den spinatartigen Geschmack nicht mag, der kann das Pulver auch in Saft, Müsli, Joghurt oder einen Smoothie einrühren.

Sogar als Gewürz kommt Gerstengraspulver zum Einsatz: Nach dem Kochen über das Essen gestreut oder als Bestandteil eines selbstgemachten Kräutersalzes ist der Geschmack kaum noch zu bemerken. Wichtig ist aber, das Pulver nicht zu erhitzen, damit die Nährstoffe nicht zerstört werden.

Für die Verwendung von Gerstengraspulver finden sich mittlerweile viele Rezepte. Natürlich können Sie auch Ihre eigenen Erfahrungen sammeln und den Test machen, in welcher Form Gerstengras Ihnen am besten schmeckt.