Getreide - Gesundheit

Es steckt also viel Gutes im Getreide und niemand sollte darauf verzichten. Allerdings lohnt es, sich für eine möglichst wenig verarbeitete Form und am besten noch die Biovariante zu entscheiden. Am meisten Vitamine und Mineralstoffe stecken natürlich in Vollkornprodukten. Die sind jedoch bei vielen - teilweise zu Unrecht - als Körnerfutter verpönt.
Denn nicht alles Vollkorngebäck ist grob und schwer verdaulich. Feinkrumige Sorten sind in der Regel gut bekömmlich. Das besonders milde Kamutbrot, Dinkelbrot oder auch Sorten mit viel Hafer schmecken Vollkorneinsteigern und Kindern oft am besten. Wer nicht gleich auf Vollwertkost umsteigen will, aber dennoch mehr Nährstoffe möchte, kann es natürlich auch mit Broten und Brötchen mit Vollkornanteil versuchen.
Wieviel Vollkorn steckt in Vollkorn?
Doch Vorsicht: Eine dunklere Farbe oder ein paar Körnchen stehen nicht gleich für Gesundes. Herkömmliches Brot oder Toastbrot ist häufig nur mit Malz gefärbt. Normale Brötchen dürfen bereits ab 35 Prozent Vollkorn ebenso bezeichnet werden. Am besten immer nachfragen oder bei abgepackten Artikeln einen Blick auf die Zutatenliste werfen.
Wer selbst Brot backt, was sich mit einem Backautomaten recht einfach gestaltet, kann sich aussuchen, wie vollwertig er es haben möchte. Als Faustregel gilt hier: Je höher der so genannte Ausmahlungsgrad des Mehls, desto mehr Mineralien und Vitamine stecken drin. So eignet sich beim Weizen Type 1600 etwa für dunkle Mischbrote, Type 1740 Roggenmehl ist ein gutes Mehl für herzhafte Roggenbrote. Die Zahl bezeichnet übrigens den Mineralstoffgehalt in Gramm pro 100 Kilogramm wasserfreiem Mehl. Auch Mischungen aus Vollkorn- und normalem Type-405-Mehl sind denkbar und machen das Backwerk leichter. Besonders empfehlenswert ist das bei süßem Gebäck.
Bei Reis oder Nudeln lohnt sich ebenfalls die Vollkornvariante. Viele, gerade Kinder, weigern sich jedoch, bekannte Gerichte in "gesunder Form" anzunehmen. Hier hilft es, neue Gerichte mit Vollkornnudeln oder Naturreis im Speiseplan zu integrieren. Da der Geschmack noch nicht "erlernt" ist, gehen kleine und große Genießer unvoreingenommener heran. Ein Versuch lohnt allemal.
Gesundheit und Getreide
Andere Getreidesorten wie Hirse, Amaranth oder Quinoa sind generell nur mit vollem Nährstoffspektrum zu haben. Neben der besseren Nährstoffversorgung bietet das volle Korn noch weitere Vorteile. Es enthält viele Ballaststoffe, die für längere Sättigung sorgen, den Darm in Schwung und gesund erhalten sowie auf lange Sicht auch vor Diabetes und Herz-Kreislauf- Krankheiten schützen. Entscheidend ist dabei, dass die Kohlenhydrate aus weniger verarbeiteten Getreideprodukten verhältnismäßig langsam ins Blut übergehen und zu einem geringen Blutzuckeranstieg führen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem niedrigen Glykämischen Index(GI), der der Gesundheit zuträglich ist.
Nahrungsmittel mit hohem GI, wie Weißbrot, Kuchen oder zuckerhaltige Lebensmittel, werden weniger gut bewertet und fördern Übergewicht und Diabetes. Wichtig für Umsteiger ist es, immer ausreichend über den Tag verteilt zu trinken. Denn so kann das Getreide besser quellen und verdaut werden. Und noch etwas: Gutes Kauen ist das A und O bei Vollkorn. Das nimmt dem Magen-Darm-Trakt ein wenig der Verdauungsarbeit ab und sorgt obendrein für eine bessere Zahngesundheit.
Bei allem Positiven hat aber auch Getreide für manche Menschen seine dunklen Seiten. Denn nicht jeder verträgt es gleich gut. So reagieren gerade Kleinkinder recht häufig allergisch auf Eiweißbestandteile des Weizens. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund empfiehlt daher, Weizen nicht vor dem 10. Monat zu füttern. Treten Beschwerden auf, sollte in Absprache mit dem Kinderarzt eventuell noch länger auf Weizen verzichtet werden. Gute Alternativen sind Reis-, Hirse- oder Haferflocken, später auch Dinkelbrot oder –nudeln.
Ein weiteres Beschwerdebild ist die so genannte Zöliakie oder Sprue, wie die Erkrankung im Erwachsenenalter genannt wird. Wer Zöliakie hat, muss auf alle Getreidesorten verzichten, die den Eiweißbaustein Gluten enthalten. Dazu gehören Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Gerste und Hafer. Das bedeutet für die meisten Menschen eine enorme Ernährungsumstellung, die nicht immer einfach ist. Spezialisierte Hersteller bieten aber mittlerweile viele Produkte, darunter Brot, Nudeln und Gebäck an, die ganz ohne Gluten auskommen.
Autor/Quelle: aid

