Weintrauben – vitaminreiche Beeren

Frisch geerntete Weintrauben

Jedes Jahr im Spätsommer beginnt die heimische Traubenernte. Weinbeeren, wie Weintrauben auch genannt werden, können anschließend zu Wein, Saft oder Gelee weiterverarbeitet werden. Am Ende des Sommers sind die sonnenverwöhnten Früchte vollgepackt mit Nährstoffen. Die süßen Beeren enthalten nicht nur Vitamine und Mineralstoffe, sondern auch Kohlenhydrate wie Zucker, aber nur sehr wenige Kalorien.

Gesunde Inhaltsstoffe von Weintrauben

Rosinen, also getrocknete Trauben, weisen eine besonders hohe Zuckerkonzentration auf. Nicht zuletzt deshalb haben Weintrauben mitunter einen schlechten Ruf als Dickmacher bekommen. Warum sie jedoch in Wahrheit sehr gesund sind, wird ersichtlich, wenn man die Inhaltsstoffe im Detail betrachtet.

Pro 100 Gramm enthalten frische Weintrauben folgende Vitamine und Mineralstoffe:

  • Kalium: 192 Milligramm
  • Calcium: 12 Milligramm
  • Magnesium: 9 Milligramm
  • Eisen: 0,5 Milligramm
  • Vitamin B1: 0,05 Milligramm
  • Vitamin B2: 0,03 Milligramm
  • Vitamin B3: 0,3 Milligramm
  • Vitamin B6: 0,07 Milligramm
  • Vitamin C: 4 Milligramm
  • Vitamin E: 0,7 Milligramm

Daneben enthalten Weintrauben geringe Mengen der Vitamin-A-Vorstufe Beta-Carotin.

Wie viele Kalorien haben Weintrauben? 

Mit durchschnittlich 67 Kilokalorien (kcal) sind Weintrauben trotz ihres Zuckergehalts nicht besonders reich an Kalorien – allerdings schlagen beispielsweise Erdbeeren mit lediglich etwa der Hälfte zu Buche. In puncto Kalorien unterscheiden sich weiße beziehungsweise grüne Weintrauben kaum von den roten bis dunkelblauen Sorten.

Trauben und ihre Nährwerte

100 Gramm der Beeren verfügen darüber hinaus über folgende Nährwerte:

  • Fett: 0,3 Gramm
  • Eiweiß (Protein): 0,7 Gramm
  • Kohlenhydrate: 15,2 Gramm
  • Ballaststoffe: 1,5 Gramm 

Die gesundheitsfördernde Wirkung von Weintrauben

Wie viele andere Obstsorten bestehen weiße und rote Trauben größtenteils aus Wasser – zu etwa 81 Prozent. Daneben enthalten die Trauben lebenswichtige Vitamine wie Vitamin C und E, die antioxidativ wirken und damit als Radikalfänger zum Zellschutz beitragen. 

Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium sind wichtig für die Muskel- und Nervenfunktion, sowie für die Regulation des Flüssigkeitshaushaltes im Körper. Die enthaltenen Ballaststoffe fördern die Verdauung. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Resveratrol wirken förderlich auf die Elastizität der Haut und können helfen, Krankheiten wie Arteriosklerose und wahrscheinlich auch Krebs vorzubeugen.

Weintrauben zum Gewichtsmanagement

Weintrauben sind quasi fettfrei und wirken trotz des relativ hohen Kohlenhydrat- beziehungsweise Zuckergehalts nicht als Dickmacher. Der enthaltene Zucker liegt zur Hälfte als Fruchtzucker vor, wodurch Weintrauben auch von Diabetikern gegessen werden können. Anders als raffinierter Kristallzucker wird Fruktose insulinunabhängig vom Körper verstoffwechselt, wodurch der Blutzuckerspiegel quasi nicht ansteigt. 

Mit gerade einmal 84 Kilokalorien kann eine Portion Weintrauben (125 g) ruhigen Gewissens als schlanker Snack zwischendurch genossen werden. Zum Vergleich: Nur 20 Gramm Schokolade enthalten bereits 107 Kilokalorien. 

Trauben wirken entschlackend

Weintrauben enthalten obendrein jede Menge Ballaststoffe, wodurch das Sättigungsgefühl schneller eintritt. Die in den Kernen und Schalen enthaltenen Ballaststoffe reinigen den Körper zudem von innen, stärken das Immunsystem und helfen zu entschlacken. 

Durch den hohen Kaliumanteil kann zudem überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper geschleust werden. Die wertvollen Fruchtsäuren unterstützen diesen Prozess, indem sie helfen, schädliche Schlacken abzubauen. Wer im Zuge einer Diät zwischen den Mahlzeiten einmal Appetit bekommt, kann gerne zum beerenstarken Weintrauben-Snack greifen.

Weintrauben für den Zellschutz

Während Weintrauben vergleichsweise wenig Vitamin C und E enthalten, trumpfen sie mit B-Vitaminen und wertvollen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen auf – darunter Flavonoide und Resveratrol. 

Resveratrol und oligomere Procyanidine (OPC) machen Weintrauben zur gesunden Powerfrucht. Sowohl OPC als auch Resveratrol wirken förderlich auf die Durchblutung und tragen so zur Gefäßgesundheit bei. Damit können Weintrauben zahlreichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. 

Da nicht nur etwa ein Drittel der enthaltenen Antioxidantien, sondern auch ein Großteil der OPC in den Kernen und Stielen sitzt, gelten kernlose Trauben als weniger gesund. Wer Traubensaft selber machen möchte, sollte die Trauben daher im Ganzen entsaften. Natürlich können Weintrauben auch in einem Smoothie zusammen mit anderen frischen Zutaten verarbeitet werden. 

Weiße oder rote Weintrauben – welche Sorten sind gesünder?

Wenn es um die Gesundheitswirkung geht, spielt auch die Farbe der Weintrauben eine Rolle bei der Wahl der Sorten. Blaue und rote Traubensorten enthalten deutlich mehr Antioxidantien als helle Trauben. Der dunkelblaue Farbstoff Anthozyan gilt als besonders starker Radikalfänger. 

Daher kommt auch die gesundheitsfördernde Wirkung, die Rotwein nachgesagt wird. In Maßen genossen soll Rotwein unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen können. Beim Verarbeiten der roten Trauben werden übrigens Stiele und Kerne mit gekeltert – ganz im Gegensatz zum Weißwein. 

Wertvolle Traubenkerne

In der Landwirtschaft unterscheidet man zudem Keltertrauben zur Weinherstellung und Tafeltrauben für den Verzehr. Die Kerne beider Traubenarten können zur Herstellung von Traubenkernöl oder Traubenkernextrakt genutzt werden. 

Bei der Herstellung von Traubenkernöl wird zudem Traubenkernmehl gewonnen, das – genau wie Traubenkernextrakt – unter anderem als Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz kommt.

Weintrauben in der Küche

Weintrauben können als schmackhafter und gesunder Snack pur genossen oder als Zutat zu Müsli, Haferbrei und Salaten gegeben werden. Dazu kann man die Trauben in Hälften schneiden oder im Ganzen beimengen. Ob als Vorspeise, als Snack für zwischendurch oder als gesunder Nachtisch: Weintrauben passen zu fast jeder Gelegenheit. 

Besonders die süßen Rosinen gelten als anregendes Brain Food. Aufgrund des hohen Zuckergehalts sollten sie jedoch nur in Maßen genossen werden. Viele Müslis, das eine oder andere Dessert sowie Studentenfutter enthalten Rosinen. 

Traubenkernöl und Traubenkernextrakt

Weintrauben taugen jedoch nicht nur für süße Rezepte. Verarbeitet zu Traubenkernöl können auch herzhafte Salate sowie cremige Dips von den Vorteilen der Trauben profitieren. Das Öl wird am besten kalt gepresst gekauft und sollte nicht zum Braten verwendet werden. 

Traubenkernextrakt wird zudem zahlreichen Lotions und Cremes aufgrund seiner förderlichen Wirkung auf die Hautelastizität zugefügt. 

Trauben kaufen – darauf sollten Sie achten

Hierzulande haben Trauben von September bis Oktober Saison. Wer Trauben nicht nur frisch im Herbst genießen will, kann sie fast das ganze Jahr über aus verschiedenen Herkunftsländern stammend im Supermarkt kaufen. 

Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Beeren prall und die Stängel grün sind. Ein weißlicher Belag ist ein Zeichen für gute Qualität. Dieser Überzug, der auch als Duftfilm oder Nebeltau bezeichnet wird, ist ein natürlicher Schutz gegen Austrocknung.

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Tipps zu Haltbarkeit und Verzehr von Trauben

Sollten die Trauben nicht aus einem Bio-Anbau stammen, ist es umso wichtiger, sie gründlich abzuwaschen, um sie von Rückständen etwaiger Schadstoffe zu befreien. Allerdings sollten Sie Tafeltrauben immer erst kurz vor dem Verzehr waschen, weil sie ansonsten schnell faulen. 

Am besten lagern Sie Trauben immer ungewaschen, gekühlt und so kurz wie möglich. Holen Sie sie circa 20 Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank, damit sie Zimmertemperatur annehmen können, damit sie ihr Aroma voll entwickeln können. 

Einfrieren lassen sich Trauben übrigens nur schwer – wer haltbare Trauben möchte, sollte am besten auf Rosinen zurückgreifen, idealerweise ungeschwefelte.