Pfunde verlieren - Gesundheit gewinnen
Von Pölsterchen auf den Hüften und am Bauch bis hin zu handfestem Übergewicht: Jeder zweite Deutsche bringt zu viel auf die Waage - und riskiert dadurch seine Gesundheit. Fettpolster entstehen, wenn der Körper mehr Kalorien, das heißt Energie aus der Nahrung, erhält als er durch Grundumsatz und körperliche Aktivität verbraucht. Der normale Bedarf eines Erwachsenen liegt bei 2300 bis 2500 Kalorien täglich. Doch ob jemand mühelos schlank bleibt oder zeitlebens gegen die Pfunde kämpft, hängt auch mit seinen Erbanlagen zusammen.
Fest steht:
Starkes Übergewicht schadet langfristig der Gesundheit - und kann sogar die Lebenserwartung verkürzen. "Übergewichtige Menschen leiden häufiger unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Gicht sowie Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule und der Gelenke", erläutert Dr. Martin Pollak, beratender Arzt der Berlin-Kölnische Krankenversicherung. "Studien haben ergeben, dass schon bei relativ geringer Gewichtsabnahme Blutdruck und Cholesterinspiegel deutlich sinken - und damit die Gefahr, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden."
Eine Orientierungshilfe für die Ermittlung eines gesunden Körpergewichts liefert der so genannte Body-Mass-Index (BMI). Er berechnet sich wie folgt: Körpergewicht (kg): Körpergröße (x2) = BMI.
Eine 1,70 m große Frau mit 65 kg Körpergewicht hat demnach einen BMI von 22,49 (65 : 1,702 = 22,49). Ihr Gewicht befindet sich im "grünen Bereich", denn Werte zwischen 18,5 und 25 gelten als gesundheitlich unbedenklich. Ein BMI über 25 bedeutet dagegen Übergewicht. Bei Werten über 30 spricht die Medizin von Adipositas, Fettleibigkeit. Sie betrifft jeden fünften Deutschen.
Den Jo-Jo-Effekt überlisten
Nach eigenen Angaben haben drei Viertel der Erwachsenen schon einmal versucht abzunehmen, meist ohne anhaltenden Erfolg. Tatsächlich machen einseitige Diäten und Hungerkuren wenig Sinn. Zwar purzeln die Pfunde am Anfang schnell, doch mit den Essgewohnheiten kehren sie zurück - oft üppiger als zuvor.
Schuld ist der Jo-Jo-Effekt. "Der Körper stellt sich auf die Unterversorgung ein und verbraucht weniger Energie", erklärt Pollak. "Nach der Diät füllt er die Fettdepots umso effektiver wieder auf."
Ein Pfund pro Woche
Schlank wird man also nicht von heute auf morgen. Als Faustregel gilt: Je langsamer die Pfunde schmelzen, desto besser die Chance, das Gewicht zu halten. Ein Pfund pro Woche ist ein schöner Erfolg. Den erreicht man, indem man dauerhaft auf eine fettreduzierte, vitamin- und kohlenhydratreiche Mischkost umsteigt.
Wer auf Fett als Dickmacher weitgehend verzichtet und statt dessen viel frisches Gemüse, reichlich sättigende Vollkornprodukte, Kartoffeln oder Reis sowie magere Milchprodukte isst, nimmt gesund ab - ohne dass der Hunger quält.
Diäten im Vergleich
- Formula-Diäten: Pulver, die zu Brei, Drinks oder Suppen angerührt werden. Enthalten alle Nährstoffe, bewirken aber keine Ernährungsumstellung.
- Monodiäten: beschränken sich auf ein Lebensmittel - z. B. Reis, Kartoffeln oder Ananas. Auf Dauer drohen Mangelerscheinungen.
- Trennkost: vermeidet den gleichzeitigen Verzehr von Eiweiß und Kohlenhydraten. Unsinnige Trennung, Gewichtsabnahme möglich durch großen Obst- und Gemüseanteil.
Autor/Quelle: Gothaer
