Mineralstoffmangel - wenige Milligramm können entscheidend sein

Mineralstoffe sind wichtige Substanzen, die unser Körper täglich – wenn auch in geringsten Mengen – braucht. Fehlen sie, können unter Umständen ernste Beschwerden auftreten. Durch eine ausgewogene Ernährung wirkt man dem Mineralstoffmangel entgegen.
Was sind Mineralstoffe?
Manche Stoffe, die unser Organismus zum Überleben unbedingt braucht, kann er nicht selbst herstellen. Diese so genannten Vitalstoffe müssen wir deshalb in ausreichender Konzentration über die Nahrung und das Trinkwasser aufnehmen. Zu ihnen gehören – neben Vitaminen und Ballaststoffen – auch die anorganischen Mineralstoffe. Sie können in zwei Gruppen eingeteilt werden. Die Spurenelemente liegen in unserem Körper nur in sehr geringen Konzentrationen vor: zwischen 1 mg und 5 g. Der Organismus benötigt also nur "Spuren" davon. Spurenelemente sind z. B. Eisen, Fluor, Jod und Zink. Von den Mengenelementen, z. B. Magnesium, Kalzium, Kalium oder Natrium, brauchen wir größere Konzentrationen. Unser Körper enthält zwischen 25 und 1000 Gramm von ihnen.
Wie kommt es zu Mineralstoffmangel?
Eine ausgewogene Ernährung reicht normalerweise aus, um unserem Körper die Mineralstoffe, die er verbraucht, wieder zuzuführen. Einseitige Ernährung, z.B. bei langzeitigen Diäten oder durch exzessiven Genuss von Fertiggerichten, kann aber beispielsweise zu Jod- oder Eisenmangel führen. In bestimmten Phasen benötigt der Körper außerdem mehr Mineralstoffe als sonst. Das gilt einmal für die Wachstumsphasen bei Kindern und Jugendlichen, außerdem für schwangere bzw. stillende Frauen, Sportler sowie ältere Menschen.
Wichtige Mineralstoffe im Überblick
Eisen - bringt Farbe ins Blut
Der größte Teil der 4–5 g Eisen in unserem Körper befindet sich im Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, sowie im Myoglobin, dem Muskelfarbstoff. Seine wichtigsten Funktionen sind der Transport des Sauerstoffs von der Lunge zu den Organen sowie der Kohlendioxidtransport in der umgekehrten Richtung. Eisenmangel kann bei starken Blutverlusten sowie bei Magen- oder Darmerkrankungen auftreten, die eine gestörte Eisenaufnahme mit sich bringen. Auch bei Säuglingen, die lange ausschließlich mit Milch ernährt werden, sowie bei schwangeren und stillenden Frauen und Kindern in Wachstumsphasen kann der Eisengehalt zu niedrig sein. Als Folgen von Eisenmangel können z.B. Blutarmut (Anämie), Müdigkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden drohen. Auf der anderen Seite kann eine starke Überdosierung zu Vergiftungserscheinungen mit Erbrechen, Durchfall, Blutungen oder Leber- und Nierenschäden führen – sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, bevor Sie Eisenpräparate einnehmen. Unser täglicher Eisenbedarf liegt normalerweise bei 10–15 mg. Fleisch, Innereien, Getreide, Hülsenfrüchte und Gemüse sind gute Eisenlieferanten, wobei unser Körper tierisches Eisen besser aufnehmen kann als pflanzliches.
Jod - gegen den Kropf
Das meiste Jod in unserem Körper ist in der Schilddrüse zu finden: ca. 10–30 mg. Sie benötigt es, um Schilddrüsenhormone herzustellen. Eine Unterversorgung von Jod wird meist durch jodarme Ernährung und jodarmes Trinkwasser hervorgerufen. Bei einem Jodmangel wächst die Schilddrüse, um die geringeren Jodmengen im Körper besser verwerten zu können – unter Umständen bildet sich dabei ein Kropf. Dieser kann auf Kehlkopf, Speise- und Luftröhre drücken und dabei Schluckbeschwerden und Atemnot erzeugen. Bekommt der Körper weiterhin zu wenig Jod, kann sich auch eine Schilddrüsenunterfunktion entwickeln. Betroffene leiden unter anderem unter Müdigkeit, Konzentrationsschwäche oder Antriebslosigkeit. Um den täglichen Bedarf von 150–300 Mikrogramm zu decken, sollten Sie sich bewusst jodreich ernähren. Dazu gehört die Verwendung von jodiertem Speisesalz, aber auch der Genuss von Fisch, Meeresfrüchten sowie von Algen (Sushi!) ist gut für den Jodhaushalt. Bei schwangeren und stillenden Frauen sowie bei Heranwachsenden ist der tägliche Bedarf erhöht, hier kann der Arzt zusätzlich ein Jodpräparat verordnen.
Autor/Quelle: Nathalie Blanck

