Die Welt des Cognac

Cognac ist so berühmt, dass er oft als Synonym für die Gattung Weinbrand benutzt wird. Erfahren Sie mehr über dieses einzigartige edle Getränk, dass die Genießer der ganzen Welt fasziniert.
Woher kommt der Cognac?
Cognac wird durch das Brennen von Wein einer bestimmten Region nach festgelegten Regeln hergestellt. Daher ist Cognac ein Weinbrand der besonderen Art.
Das Herkunftsgebiet des Cognac liegt im Südwesten, etwa 80 km nordöstlich von Bordeaux. Seine Landschaft heißt "Charente" nach dem Hauptfluss der Region. Den Namen für das Getränk gab die Hauptstadt der Charente, die Stadt Cognac.
Klimatisch ist die Charente durch das relativ kühle Atlantikklima geprägt. Mit nur 7% Vol. Alkohol und 10g/l Säure wäre das Produkt als Trinkwein nicht vermarktbar. Aber durch das doppelte Brennen des Weines wird Cognac zu einem unvergleichbar komplexen, reifen Produkt von circa 40 % Vol.
Warum ist der Cognac seinen Preis wert?
Cognac unterliegt weitgehend festgelegten Produktionsbestimmungen. Aus 10 Fässern Wein erhält man etwa 1 Fass Cognac. Nur das Herzstück des zweiten Brandes, das "coeur", das reinste und beste wird für die Cognacgewinnung verwandt.
Cognac muss mindestens zweieinhalb Jahre beim Hersteller im Holzfass gelagert werden. Die meisten Cognac sind aber weitaus älter, unter Umständen sind auch Bestandteile von über 50- oder 100-jährigen Cognac aus der Schatzkammer, dem "Paradis", enthalten.
Pro Jahr verdunstet in den Fässern der Erzeuger ca. 4% der Cognacmenge. Dieser "Anteil der Engel" (La Part des anges) entspricht in etwa der nach Deutschland exportierten Menge Cognac pro Jahr.
Das junge Destillat, "Eau-de-vie" genannt, wird in Holzfässern aus "Limousin"- oder "Troncais"-Eiche eingelagert. Dieses Holz gibt dem Cognac die richtige" Atmung und Tannine (Gerbstoffe). In vielen Cognachäusern arbeiten heute eigene Fassküfer, "tonneliers" genannt.
Die Rebsorten und die Böden
Im guten Cognac spürt man die Frucht der Trauben. In der Charente wird zu 90% die weiße Rebsorte "Ugni Blanc" angepflanzt. Sie wird von den Winzern auch "St. Emilion" genannt, entspricht aber der italienischen Trebbiano-Sorte. Ferner werden die Rebsorten "Colombard" und "Folle Blanc" verwendet.
Guter Cognac schmeckt jedoch nicht nur nach Wein, er besitzt eine brillante, ausdrucksvolle Fülle mit einer champagnerhaften Finesse, die er insbesondere durch die Kreideböden erhält.
Die Klassifikation des Cognac nach den Herkünften erfolgt in Abhängigkeit des Kreidegehaltes im Mutterboden. Es besteht folgende Einteilung der Güte:
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(1) Grande Champagne: ca. 35% Kreidegehalt
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(2) Petite Champagne: ca. 25% Kreidegehalt
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(3) Borderies: ca. 15% Kreidegehalt
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(4) Fins Bois
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(5) Bons Bois
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(6) Bois Ordinaires
"Fine Champagne" bedeutet, dass mindestens 50% aus der "Grande Champagne", der übrige Teil aus der "Petite Champagne" stammt.
Die Herkunftsgebiete liegen zum Teil ringförmig um die "Grande Champagne". Je weiter entfernt der Wein von diesem Kern gewachsen ist, umso schneller reift er in der Regel und um so fruchtiger fällt der Cognac aus.
Die Altersstufen beim Cognac
Das Alter des Cognac bei der Herstellung wird offiziell nach folgender Einteilung eingeteilt:
- "VS" (Very Spezial, 3 Sterne): mindestens zweieinhalb Jahre Fassreife
- "VSOP" (Very Special Old Pale, "VO", 5 Sterne): mindestens viereinhalb Jahre Fassreife
- "XO" (Extra Old, Napoleon, "Vielle Reserve"): mindestens sechseinhalb Jahre Fassreifung.
Oft werden Cognacs länger als die gesetzlichen Mindestlagerbestimmungen gelagert. Die Qualitätsbezeichnung eines Cognac bezieht sich immer auf den jüngsten Anteil in der Zusammenstellung.
Cognacgenuss
Cognac kann nahezu unbegrenzt gelagert werden. Trinken Sie ihn zimmertemperiert. Bei 18 bis 20 Grad Celsius entfaltet er am besten seinen Duft und Geschmack. Benutzen Sie unbedingt tulpenförmige Cognacgläser. Genießen Sie Cognac zum Beispiel als Digestif oder beim Lesen der Zeitung oder eines guten Buches.
Autor/Quelle: anzag
