Glühwein

Verführerisch ist der Duft von Zimt und Nelken, Kardamom und Orangen - besonders, wenn er aus dem Dampf des Glühweins in die kalten Nasen der Weihnachtsmarkbesucher strömt. Trügerisch ist allerdings der Glaube, warmer Alkohol könne die kalten Füße und Ohren nachhaltig erwärmen. Was ist das Gute im Glühwein? Und welche wärmenden Alternativen gibt es?
Nichts gegen einen Schluck Glühwein an einem kalten Wintertag - nur auf seine wärmende Wirkung sollte man sich nicht allzu sehr verlassen. Denn Alkohol in frostiger Außenluft genossen, gibt eine trügerische Wärme: Ethanol erweitert die Blutgefäße, so dass mehr Blut an die Hautoberfläche gelangt. Der Körper gibt die Wärme umso schneller ab. Der Effekt ist nach kurzem Wärmegefühl vorbei, man friert mehr als vorher. Trinkt man dagegen seinen Glühwein in warmen Räumen, kommt der Körper voll auf seine Kosten.

Zimt und Nelken, Zucker und Kardamom

Glühwein ist sehr beliebt, das belegen steigende Zahlen. Rund 50 Millionen Liter Glühwein wurden im vergangenen Jahr in Deutschland konsumiert. Kein Wunder, denn er schmeckt lecker und soll sogar gesund sein. Beginnen wir mit den guten und völlig harmlosen Zutaten:

Zimt: Ein unverzichtbares Glühweingewürz, regt den Körper dazu an, Verdauungssäfte zu produzieren. Er ist ein gutes Mittel gegen Völlegefühl und soll sogar aphrodisierend wirken. Der griechische Philosoph Theophrastos lobte um 350 vor Christus den Zimt als köstliches Gewürz, besonders zum Wein. Der beste Zimt stammt übrigens aus Ceylon vom Echten Zimtbaum und ist sehr hell.

Kardamom: Ihm wird eine appetitanregende Wirkung nachgesagt. Er hilft auch gegen Blähungen.

Nelken: Duften vor allem gut, wirken antibakteriell und verdauungsfördernd. Schon im alten China und in Ägypten kannte man Nelken und ihre heilsamen Wirkungen. Arabische Händler brachten sie zur Römerzeit nach Europa.

Glühwein: Kalorien im Alkohol

Tatsächlich lösen die Gewürze im Glühwein durch die ätherischen Öle über die Geruchsrezeptoren positive Gefühle und Emotionen aus. Und dass Alkohol in Maßen fröhlich macht, ist allseits bekannt. Noch harmlos, aber eine Kalorien-Bombe, ist der Zuckergehalt im Glühwein, ohne den das Getränk allerdings nicht wirklich gut schmecken würde. Zwischen 80 und 100 Kalorien pro 100 Milliliter stecken in ihm, bei einem großen Becher kommen schnell 200 Kalorien im Glühwein zusammen.

Alkoholgehalt in Glühwein

Der Alkoholgehalt des Glühweins liegt gesetzlich vorgeschrieben bei sieben Prozent, im Durchschnitt liegt er aber zwischen neun und zehn Prozent - nur wenn er kocht, verdunstet er auch wieder. Das wird sogar überprüft. In diesem Jahr fanden zum ersten Mal Glühwein-Kontrollen in Köln, Aachen oder Düsseldorf statt - bisher ohne nennenswerte Probleme.

Der Alkohol in zuckerhaltigen (und auch kohlen säurehaltigen) Getränken geht sehr schnell ins Blut, weil die Darmschleimhaut durch den Zucker den Alkohol schneller aufnimmt. Ein Viertelliter Wein enthält nach Angaben der Deutsche Gesellschaft für Ernährung etwa 20 Gramm reinen Alkohol. Der Körper baut in der Stunde 0,1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht ab. Das bedeutet: Ein 80 Kilo schwerer Mann braucht rund 2,5 Stunden, eine 60 Kilo schwere Frau drei Stunden, um den Alkohol abzubauen.

Gesunde Alternativen zum Glühwein

Zum Glück gibt es alkoholfreie, aber ebenso gut duftende und wärmende Alternativen: heißer, gesüßter Tee oder Punsch aus Apfel- oder Holundersaft. Die Zutaten sind auch hier im Prinzip die gleichen wie beim Grundrezept: Zimt, Nelken, Kardamom, evtl. auch Anis und Vanille, Orangen- und Zitronenscheiben. Lediglich der Rotwein wird durch Traubensaft oder durch Apfelsaft und Orangensaft ersetzt.

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Glühwein-Rezept für 1 Liter:

  • Ca. ½ Liter Wasser kochen, 2 Teebeutel Früchtetee 5 Minuten darin ziehen lassen
  • Je 1 kleines Glas Apfelsaft und Orangensaft, alternativ Holundersaft
  • ½ Teelöffel Zimt, 2 Nelken, eine Prise Kardamom, etwas Vanillezucker
  • zum Süßen Kandiszucker oder Honig je nach Geschmack