Säure-Basen-Gleichgewicht

Macht sauer wirklich lustig? Nicht immer sind die alt bekannten Sprichwörter im wörtlichen Sinne korrekt. Sicherlich lässt ein herzhafter Biss in eine Zitrone unsere Gesichtszüge so entgleiten, dass zumindest unser Gegenüber lustig wird. Dennoch müssen wir häufig die negativen Seiten einer Säurebelastung erfahren - manchmal sogar schmerzhaft.

Säurebelastung nimmt zu

Ernährungs- und Lebensweise führen in unserer zivilisierten Welt zu einer immer stärkeren Säurebelastung. Selbstverständlich leistet unser Organismus Erstaunliches, um das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen aufrecht zu erhalten: überall im Körper finden sich Puffer, die ein Zuviel an Säuren neutralisieren und ablagern bzw. bestenfalls ausscheiden. Wir spüren die Folgen der Säurebelastung zunächst nicht, meistens auch dann noch nicht, wenn diese Puffer schon überlastet sind und unbemerkt aus den Säure-Zwischenlagern Endlager geworden sind. Diesen Zustand kann man daran erkennen, dass mit dem Urin permanent Säuren ausgeschieden werden, d.h., dass der Urin-pH-Wert (messbar mit Teststreifen) über den ganzen Tag im sauren Bereich, also unter pH 7 liegt. Auch unspezifische Muskelschmerzen lassen sich - neben vielen anderen Beschwerden - eventuell auf eine Säurebelastung zurückführen. Leider ist es fast unmöglich, Krankheiten in direkten Zusammenhang mit einer Säurebelastung zu bringen: einerseits ist die Frage, warum eine Krankheit überhaupt entsteht, viel zu wenig erforscht und andererseits geben gängige Diagnoseverfahren kaum einen Hinweis auf Übersäuerung in unserem Körpergewebe.

 

Fünf Portionen Obst oder Gemüse

Kein Wunder also, dass die Therapie einer Säurebelastung ein heftig umstrittenes Thema ist. Die Erfahrungen haben aber gezeigt, dass eine - auch hinsichtlich des Säure-Basen-Haushaltes - ausgewogene Ernährung hervorragend geeignet ist, Krankheiten vorzubeugen und eine zusätzliche Entsäuerung sogar einen wichtigen Bestandteil bei der Therapie vieler Erkrankungen leisten kann. In Hinblick auf die anfangs erwähnte Zitrone spielt es im Übrigen überhaupt keine Rolle, ob ein Lebensmittel sauer schmeckt oder nicht. Entscheidend ist, was während des Stoffwechsels aus den Nahrungsbestandteilen wird. So entstehen z.B. aus den organischen Fruchtsäuren im Obst basische Verbindungen und aus den neutral schmeckenden Eiweißen in Fleisch und Käse Säuren.

Idealerweise sollten wir uns an die offiziellen Ernährungsempfehlungen halten und mindestens 5 mal täglich eine Portion frisches Obst oder Gemüses zu uns zu nehmen als Ausgleich für die Säurequellen (Fleisch, Wurst, Käse, Stress, Medikamente). Leider ist das für viele von uns schwer realisierbar. Einen Ausgleich können hier Nahrungsergänzungen schaffen, die einerseits eine hohe Säurebindungskapazität haben, und andererseits unseren Körper mit den lebenswichtigen Mineralstoffen Calcium und Magnesium versorgen.

 
1 2
weiter