Eltern-Kind-Kuren: Erholung für Leib und Seele

Wenn Eltern die Luft ausgeht oder Kinder nicht mehr richtig gesund werden können, dann bietet sich eine Kur an. Eltern-Kind-Kuren sind ganzheitlich ausgerichtete Behandlungsmaßnahmen, die neben den eigentlichen Krankheitsbildern auch das psychische Wohlbefinden berücksichtigen. Kuren werden oft dann zur Behandlung eingesetzt, wenn die Therapien am Wohnort ausgeschöpft sind und keine Besserung eingetreten ist. Das ist oft bei chronischen Krankheiten wie Asthma und Neurodermitis der Fall, gilt aber auch bei Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen.

Entscheidend ist, dass der behandelnde Arzt nach einer gründlichen Untersuchung die Notwendigkeit der Kur bescheinigt und die entsprechenden Atteste ausstellt. Dies ist auch möglich nach schweren Erkrankungen wie zum Beispiel einer Brustkrebs-Operation der Mutter, nach Todesfällen im Familienkreis oder persönlichen Problemsituationen.

Die Formalitäten

Sind die Anträge ausgefüllt und die Atteste geschrieben, kann man den Antrag entweder beim Sachbearbeiter der jeweiligen Krankenkasse direkt abgeben oder sich an einen der Wohlfahrtsverbände wie Caritas oder Müttergenesungswerk wenden, die den Antrag weiterleiten und sich um die Abwicklung kümmern. Im Fall einer Ablehnung kann man hier Unterstützung beim Einspruch finden und unter Umständen ein klärendes Gespräch mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) vorbereiten, um die Notwendigkeit der Kur besser darzulegen.

Kinder und Vater oder Mutter können gemeinsam zur Kur fahren, wenn:

  • Vater/Mutter kurbedürftig ist und eine Trennung nicht zumutbar ist oder die Kinder nicht anderweitig untergebracht werden können.
  • Vater/Mutter und Kind kurbedürftig sind und alle in einer Klinik behandelt werden können.
  • das Kind/die Kinder kurbedürftig sind und eine Kur ohne Begleitperson nicht durchgeführt werden kann.

Der Anspruch auf eine Kur besteht alle 4 Jahre, wobei die Krankenkassen die Kosten bis auf eine Selbstbeteiligung von 9 Euro bei Erwachsenen übernehmen. Dazu kommt eine Fahrtkostenbeteiligung. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch alle Zuzahlungen teilweise oder ganz übernommen werden. Für eine Kur dürfen vom Arbeitgeber keine Urlaubstage angerechnet werden, allerdings kann es - je nach betrieblicher Vereinbarung - zur Kürzung der Lohnfortzahlung kommen. Auskunft darüber erteilen Arbeitgeber und Betriebsrat.

Wer privat versichert ist, kann die Kosten der Kur als Sonderausgabe bei der Einkommenssteuererklärung geltend machen. Dafür muss aber vor Beginn der Kur eine Bescheinigung vom Amtsarzt über die medizinische Notwendigkeit der Kur eingeholt werden. Dabei sollte man bedenken, dass dieser Schritt unter Umständen sehr zeitintensiv ist und man sich rechtzeitig darum kümmern muss.

Drei Wochen Erholung lernen

Eltern-Kind-Kuren sind in der Regel 3-wöchige stationäre Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahmen, die als Hilfe zur Selbsthilfe und nicht als Urlaub auf Krankenschein gedacht sind. Vielmehr sollen Anregungen gegeben und Techniken erlernt werden, mit denen nach Beendigung der Kur eine Besserung langfristig sichergestellt we rden kann.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Kurkliniken, die sich komplett auf die Betreuung von Familien eingestellt haben. Während des 21-tägigen Aufenthaltes wird zunächst ein Eingangsgespräch geführt, das zusammen mit der Untersuchung in einen Therapieplan umgesetzt wird. Der Therapieplan beinhaltet - je nach Art der Erkrankung - verschiedene Behandlungen, Anwendungen und Gespräche. Doch trotz Betonung der medizinischen Aspekte der Kur gibt es in den modernen Kurkliniken auch ein breites Freizeitangebot. Bei Bedarf kann die Kur auf Antrag um eine Woche verlängert werden.

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Welche Klinik ist die richtige?

Welche Kliniken in Frage kommen, hängt von der Erkrankung ab. Die Krankenkassen geben darüber ebenso Auskunft wie die Wohlfahrtsverbände. Häufig sind dort auch Broschüren und Informationsmaterial über Klinik und Kurort vorhanden.