Gut aufgehoben - mobil mit Baby

Tragetücher, Tragesäcke, Rückentragen und Babyschalen: Geht es um die Mobilität mit Baby und Kleinkind, haben die Eltern die Qual der Wahl.

Vorteile der Traghilfen

Der Duft von Mama, die tiefe Stimme von Papa – besonders im ersten Lebensjahr ist es für Babys wichtig, die beruhigende Nähe der Eltern zu fühlen. Wer jedoch einen solchen Wonneproppen mal über längere Zeit auf dem Arm herumgetragen hat, weiß, wie schwer auch das kleinste Baby auf Dauer werden kann.

In diesem Fall empfiehlt sich beispielsweise ein Tragetuch, das schon in den ersten Lebenswochen zum Einsatz kommen kann. Vorteile: Die Eltern haben das Kind nahe am Körper, dabei die Hände frei und der eigene Rücken wird geschont. Das Kind kann in der Wiege-Trageweise oder in der so genannten Spreiz-Anhock-Stellung ("Froschhaltung“) vor den elterlichen Bauch gebunden werden.

Die Spreiz-Anhock-Stellung ist eine natürliche Haltung, bei der die Oberschenkel des Babys auf mindestens 90 Grad angezogen sind. Sie begünstigt, dass sich seine Hüfte gut entwickelt und die Gefahr einer Hüftfehlstellung minimiert wird. Kopf und Rücken des Babys sind im Tragegurt gut abgestützt, die Bewegungen fördern den Gleichgewichtssinn und die Rückenmuskulatur.

Allerdings verlangt die Wickeltechnik von den Eltern einige Übung. Viele Hersteller hochwertiger Tragetücher bieten gute Anleitungen. Es gibt aber auch Kurse, beispielsweise von Geburtshäusern, Hebammen oder Stillberaterinnen. Beim Kauf sollten Eltern darauf achten, dass

  • das Material keine Schadstoffe wie Formaldehyd, keine Pestizide oder andere gesundheitliche Stoffe enthält. Vor dem Gebrauch unbedingt gründlich waschen.
  • der Stoff in Maßen nachgibt, aber nicht ausleiert. Zweifach umgenähte Tuchkanten verhindern darüber hinaus ein Einschneiden in die Haut.
  • das Tuch groß genug ist, damit auch andere, große Personen das Kind tragen können.

Trägesäcke sind in der Regel einfacher zu handhaben als Wickeltücher. Beim Kauf sollten Eltern darauf achten, dass der Kopf des Kindes gut abgestützt und der Steg zwischen den Beinen so breit ist, dass er die Spreiz-Anhock-Stellung gewährleistet. Das gilt auch für andere Tragehilfen. Außerdem: Babys niemals mit dem Rücken zum Bauch tragen, da sie sonst den Rücken überstrecken, vielen neuen Eindrücken ausgeliefert sind und zudem die gesunde Körper- und Hüfthaltung fehlt.

In einer entsprechenden Rückentrage können Kinder mittlerweile schon mit etwa vier Monaten transportiert werden. Damit Eltern durch die Tragehilfen keine Rückenschmerzen oder Verspannungen bekommen, sollte das Gewicht ähnlich wie bei einem Rucksack auf Schultern und Hüften verteilt sein. Richtig eingestellte Schulter- und Beckengurte helfen dabei.

Für Wanderungen mit einem Kind, das schon gut sitzen kann (ab etwa acht Monaten), eignet sich ein Rückentragegestell. In freier Natur sind die stabilen Gestelle gut geeignet, denn die Gefahr, irgendwo anzuecken oder hängen zu bleiben, ist dort gering. Vorsicht ist jedoch beim Absetzen des Rückentragegestells geboten – die Kinder nicht allein damit abstellen, da sie so leicht umkippen können.

Babyschalen sind vorwiegend für den Transport im Auto gedacht – für längeres Tragen sind sie in der Regel zu schwer und sorgen für eine Fehlhaltung. Manche Hersteller bieten so genannte Travel-Systeme an, bei denen die Babyschale auf einem fahrbaren Gestell befestigt oder zum Buggy umgerüstet werden kann.

Babyschalen eigenen sich für Babys bis zu einem Gewicht von 13 Kilogramm. Ihr Vorteil: Das Kind kann schnell von A nach B transportiert werden, umständliches Aufbauen des Kinderwagens fällt weg und zum Schlafen eignet sich die Schale auch sehr gut.

Bei allen Vorteilen, die das Baby hat, wenn es getragen wird, dürfen natürlich die Bedürfnisse der Eltern nicht zu kurz kommen. Wer Rückenschmerzen oder Rückenverspannungen davon bekommt, packt seinen Sprössling besser in den Kinderwagen oder Buggy.