Kinderhochstühle - Tipps zu mehr Sicherheit

Spätestens dann, wenn Kinder mit sieben oder acht Monaten sicher sitzen und an den gemeinsamen Mahlzeiten der Familie teilnehmen können, ist der Kinderhochstuhl ein unverzichtbares Möbelstück. Doch damit steigt auch die Gefahr von Unfällen.Immer wieder müssen Kinder nach einem Sturz aus dem Hochstuhl im Krankenhaus behandelt werden, meistens wegen Verletzungen am Kopf.
Um das Risiko und die Gefahrenquellen möglichst gering zu halten, hier ein paar Tipps zum Kauf und Umgang mit Hochstühlen für Kinder.
Vor dem Kauf eines Kinderhochstuhls
Damit ihr Kind nicht nur hoch, sondern auch sicher sitzt, sollten Eltern beim Stuhlkauf auf diese Kriterien achten:
- Hochstühle sollten kindgerecht geformt und bequem sein. Sinnvoll ist, dass sie "mitwachsen", bis das Kind mindestens sechs Jahre alt ist. Deshalb sollten sich Sitz, Rückenlehne und Fußstützen auf das wachsende Kind passend einstellen lassen. Immerhin liegt zwischen einem neun Monate und einem drei Jahre alten Kind ein Größenunterschied von rund 35 Zentimetern!
- Treppenartige Hochstühle wachsen besser mit als Tisch-Stuhl-Kombinationen mit starren Seitenteilen, aus denen ein Kind spätestens im dritten Lebensjahr herausgewachsen ist.
- Hochstühle müssen standfest und belastbar sein, weil Kinder ab zwei Jahren sie gerne erklettern - dabei sollte der Stuhl natürlich nicht umkippen. Eine seitliche Zugkraft von 15 Kilogramm sollten die Stühle aushalten können (DIN-Norm).
- Der Stuhl sollte stabil und gut verarbeitet sein. Dazu gehören abgerundete Kanten und gesteckte Verbindungen zwischen den Holzteilen – sie sind stabiler als Schraubverbindungen.
- Eltern sollten ihre Kinder noch im Geschäft ausprobieren lassen, ob der Stuhl Belastungen aushält und ob sie in dem Stuhl bequem sitzen. Auch die Sitzhaltung muss stimmen.
- Ein waschbares Stoffpolster ist besser als ein Sitzkissen aus Kunststoff, auf dem die Kinder besonders im Sommer schnell schwitzen und sich dann aus dem Stuhl befreien wollen.
- Ein Hochstuhl darf keine Rollen haben.
- Das Sicherheitsband ("Schrittgurt") zwischen den Beinen muss so fest verankert sein, dass auch ältere Geschwister es nicht lockern können. Löst sich das Sicherheitsband, rutscht das Kind mit den Füßen voran aus dem Hochstuhl. Dabei kann der Kopf zwischen der Unterkante des Hochstuhltisches und der Sitzauflage eingeklemmt werden; im schlimmsten Fall kann das Kind dabei ersticken.
Nach dem Kauf eines Kinderhochstuhls
Ist der Stuhl gekauft, tragen zu Hause folgende Tipps zu mehr Sicherheit bei:
- Lassen Sie Ihre Kinder nicht ohne Aufsicht und nicht zu lange im Hochstuhl sitzen, weil die Stühle zu wenig Bewegungsfreiheit bieten. Die Kinder werden unruhig und beginnen zu schaukeln oder sich aufzustemmen und versuchen, sich aus dem Stuhl zu befreien. Dabei kann der Stuhl schnell umkippen oder das Kind vom Stuhl fallen.
- Die häufig angebotenen Hochstühle mit mehreren Funktionen oder Tisch-Stuhl-Kombinationen, an denen das Kind auch spielen kann, sollten nicht dazu verführen, die Kinder zu lange in den Stühlen sitzen zu lassen. Zum Spielen sind der Fußboden und kleine Tischchen sehr viel besser geeignet, weil Kinder hier nicht abstürzen können.
- Hochstühle sollten immer auf einem ebenen Grund stehen, also nicht z.B. mit einem Bein auf einem Teppich oder - oft unbemerkt - auf Spielklötzchen.
- Stellen Sie Hochstühle immer so auf, dass das Kind sich nicht mit den Füßen an der Tischplatte abstoßen kann.
Aktualisiert: 04.12.2009
Autor/Quelle: Quelle: Deutsches Kuratorium für Sicherheit in Heim und Freizeit e.V. / Überarbeitung: Dagmar Reiche
Autor/Quelle: Quelle: Deutsches Kuratorium für Sicherheit in Heim und Freizeit e.V. / Überarbeitung: Dagmar Reiche
