Zwei neue Standard-Impfungen für Säuglinge und Kleinkinder: Pneumokokken und Meningokokken

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat ihre Impfempfehlungen aktualisiert und im Epidemiologischen Bulletin 30/2006 veröffentlicht. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Impfungen gegen Pneumokokken und Meningokokken, die nun als Standard-Impfung für alle Säuglinge bzw. Kleinkinder empfohlen werden. Pneumokokken können lokale begrenzte Infektionen verursachen, etwa Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- oder Lungenentzündungen. Für Säuglinge und Kleinkinder besonders bedrohlich sind invasive Infektionen, wenn der Erreger über das Blut auch andere Organe befällt oder eine Meningitis (Hirnhautentzündung) verursacht. Die Häufigkeit ist stark altersabhängig und weist Gipfel in den ersten beiden Lebensjahren sowie bei älteren Personen auf (daher empfiehlt die STIKO auch schon seit längerem allen Personen über 60 Jahren eine Pneumokokken-Impfung mit einem so genannten Polysaccharid-Impfstoff).

Pneumokokken-Erkrankung bei Kindern

Bei Kindern unter fünf Jahren treten pro Jahr etwa 970 invasive Pneumokokken-Erkrankungen auf, von denen 680 durch die im Impfstoff enthaltenen Varianten verursacht werden. Die STIKO empfiehlt für den Pneumokokken-Schutz der unter zwei Jahre alten Kinder einen Konjugat-Impfstoff, der einen länger anhaltenden Schutz hervorruft. Für einen vollständigen Impfschutz sind vier Impfungen zeitgleich mit den anderen im Säuglingsalter empfohlenen Impfungen bis zum vollendeten 11. bis 14. Lebensmonat vorgesehen.

Meningokokken-Impfung für Kleinkinder

Meningokokken (Neisseria meningitidis) können eine Blutvergiftung (Sepsis) oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen, die manchmal binnen weniger Stunden zum Tode führt. Dem RKI werden jährlich etwa 700 invasive Meningokokken-Erkrankungen gemeldet, davon werden etwa 175 Erkrankungen durch den Typ ausgelöst, gegen den sich der Impfstoff richtet (Serogruppe C). Die Impfung ist mit einer Dosis ab dem vollendeten 12. Lebensmonat empfohlen.

Bislang war die Meningokokken-Impfung nur bei bestimmten Vorerkrankungen empfohlen worden. Weitere Empfehlungen gelten u. a. für Reisende in epidemische/hyperendemische Länder, besonders bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, Entwicklungshelfer, gefährdetes Laborpersonal, Schüler/Studenten vor Langzeitaufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder selektiver Impfung für Schüler/Studenten.