Babynahrung: Erst Milch, dann Breimahlzeiten

Damit Babys sich gesund entwickeln, ist es wichtig, sie vom ersten Lebenstag an optimal zu ernähren. Die beste Nahrung für einen Säugling in den ersten Lebensmonaten ist die Muttermilch: Sie ist genau auf den Nährstoffbedarf des Kindes abgestimmt, beugt Allergien vor, enthält Abwehrstoffe, die das Neugeborene vor Magen-Darm-Infekten schützen und fördert die Mutter-Kind-Beziehung.
Gleich nach der Geburt kann das Stillen beginnen, und die Muttermilch sollte mindestens bis zum 5. Lebensmonat die einzige Nahrungsquelle von Säuglingen sein.
Die Muttermilch – genau das, was das Baby braucht
Die Milch, die sich in den ersten Tagen nach der Geburt bildet, nennt man Kolostrum. Diese cremige, stark gelbliche Vormilch enthält mehr Eiweiß und mehr Mineralstoffe, dafür aber weniger Fett und Kohlenhydrate als die reife Muttermilch, die erst nach fünf bis acht Tagen gebildet wird. Die gelbe Farbe der Vormilch entsteht durch ihren hohen Gehalt an Beta-Carotin, das zusammen mit Vitamin E oxidative Schäden verhindert.
Die eigentliche, reife Muttermilch ist weißlich, kalorienreicher und wässriger und setzt sich aus fast 200 verschiedenen Substanzen zusammen. Sie enthält Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Hervorzuheben sind der leicht verdauliche, nicht allergene Eiweißanteil, Stoffe, die bei der Verdauung helfen, sowie Hormone, die das Wachstum beeinflussen.
Die beste Alternative zum Stillen: industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung
Mütter, die nicht stillen können oder wollen, ernähren ihre Babys am besten mit fertiger Säuglingsmilchnahrung. Aus hygienischen Gründen und weil die Säuglinge nicht ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden, sollten Mütter Säuglingsmilch nicht selbst herstellen. Dies gilt sowohl für Säuglingsmilch auf der Basis von Kuhmilch als auch aus der Milch von Ziegen, Schafen oder Stuten. Weil sie schwere Gedeihstörungen verursachen können, sind vegetarische Milchnahrungen aus Mandel- oder Reismilch auf keinen Fall für die Ernährung von Säuglingen geeignet.
Für Neugeborene empfehlen Kinderärzte Anfangsmilchnahrungen mit dem Zusatz "Pre", weil deren Zusammensetzung und Inhaltsstoffe weitestgehend an die Milch der Frau angepasst sind. Ebenfalls ab der Geburt sind Säuglingsmilchnahrungen mit dem Zusatz "1" geeignet. Diese sind etwas sämiger und sättigender als die "Pre"-Milch. Beide Sorten können Babys das ganze erste Lebensjahr bekommen.
Für Babys, die älter als vier Monate sind, gibt es auch kalorienreichere Folgenahrung. Wenn das Baby mit der Anfangsmilch nicht mehr satt wird, kann man ihm Stufe zwei ab dem fünften Lebensmonat und Stufe drei ab dem achten Monat im Fläschchen geben. Die modernen Milchnahrungen enthalten auch verdauungsfördernde Bifidusbakterien und langkettige Fettsäuren zur gesunden Entwicklung von Gehirn, Sehvermögen und Nervensystem.
Für allergiegefährdete Säuglinge, die nicht gestillt werden, empfehlen Experten sogenannte H.A.-Nahrungen. Bei dieser hyperallergenen Milch ist das enthaltene Eiweiß aufgespalten, um die Gefahr einer allergischen Reaktion zu senken.
Beikost – frühestens ab dem fünften Lebensmonat
Der optimale Zeitpunkt für die erste Breimahlzeit ist gekommen, wenn das Kind die Händchen vermehrt in den Mund steckt, jedem Löffel und jeder Gabel der Erwachsenen interessiert hinterher schaut, mit ausschließlicher Milchnahrung nicht mehr zufrieden scheint und über längere Zeit nicht mehr zunimmt. Bis die ersten Schwierigkeiten des Fütterns mit einem Löffel überwunden sind, sollten Eltern zunächst mit einer reinen Gemüsezubereitung anfangen – fein püriertes, pures Karottenmus hat sich hier gut bewährt. Nach rund einer Woche geht man zu einem Gemüse-Kartoffelbrei, dem ein wenig Öl zugesetzt ist, über. Nach einer weiteren Woche kann man das Baby mit dem vollständigen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei füttern.
Einen Monat später wird eine weitere Milchmahlzeit durch einen Milch-Getreide-Brei ersetzt. Ihm folgt als dritter Brei ein milchfreier Getreide-Obst-Brei, der eine weitere Milchmahlzeit ersetzt. Wer die Säuglingsnahrung selbst zubereiten möchte, sollte beachten, dass weder Salz noch Zucker, Honig, Nüsse oder Aromen verwendet werden dürfen. Ab dem ersten Geburtstag können und sollen Kleinkinder beginnen, am Familienessen teilzunehmen. Wichtig ist, dass die Portionen für die Kleinkinder weder gesalzen noch scharf gewürzt sind.
Autor/Quelle: Quelle: pgk
