Weltstillwoche

In Anlehnung an 40 Schwangerschaftswochen findet die Weltstillwoche in der 40. Kalenderwoche statt. Sie wird von der World Alliance Breastfeeding Action (WABA) organisiert sowie vom Weltkinderhilfswerk (UNICEF) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt.Die Weltstillwoche möchte die öffentliche Aufmerksamkeit und die gesellschaftliche Akzeptanz für das Stillen fördern und darauf hinweisen, dass jährlich mehr als 1,5 Millionen Säuglinge sterben, weil sie nicht gestillt werden. Dies gilt insbesondere für Länder, in denen eine hygienische Zubereitung der Säuglingsnahrung nicht gewährleistet ist.
Weltweit hat das Stillen eine lebenswichtige Funktion, denn es gibt nichts Kostbareres für Babys als Muttermilch. Sie passt sich auf einmalige Weise den Bedürfnissen des Kindes während der gesamten Stillzeit an und beeinflusst seine Gesundheit weit über die Stillzeit hinaus positiv. Muttermilch ist unkompliziert, weil sie immer zur Verfügung steht, sie ist preisgünstig, hat die richtige Temperatur und ein gesundes Neugeborenes kann bei jeder Mahlzeit an der Mutterbrust seinen Hunger und Durst stillen.
Die WHO empfiehlt weltweit allen Müttern, ihre Babys sechs Monate lang voll zu stillen und danach neben geeigneter Beikost weiter zu stillen, bis sich das Abstillen im beiderseitigen Einvernehmen anbietet.
Wohlbefinden für Mutter und Kind
Die Nationale Stillkommission Deutschland erklärt: "Stillen stärkt das mütterliche Selbstvertrauen und mildert Unsicherheiten der Eltern bezüglich der richtigen Ernährung des Kindes". Durch die während des Stillens ausgeschütteten mütterlichen Hormone wird die Gebärmutter-Rückbildung günstig beeinflusst sowie Blutungen und Wochenfluss gemindert. Das Stillen verbraucht bekanntlich Energie und damit wird die Gewichtsabnahme nach der Schwangerschaft auf ganz natürliche Weise geregelt. Brustkrebs wird bei Frauen, die länger gestillt haben, deutlich seltener festgestellt, als bei Frauen, die nie gestillt haben.
Dr. Michael Scheele, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, erklärt in seiner Eigenschaft als Stillbeauftragter des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. und Mitglied der Nationalen Stillkommission: "Stillen hat neben der Sättigung des Kindes den Vorteil, die Bindung zwischen Mutter und Kind von Anfang an zu stärken. Stillen ist der Anfang einer ganz besonderen Freundschaft zwischen Mutter und Kind. Wir Frauenärzte sind aufgerufen, Müttern zu helfen, ihre Kinder mindestens sechs Monate zu stillen. Ich nenne die Pflege der liebevollen Beziehung zwischen Mutter und Kind sponding, ein ganz wesentlicher Aspekt in der Entwicklung des Bandes zwischen Mutter und Kind."
Stillen in der Öffentlichkeit – ein Tabu?
Befürworter des Stillens möchten Frauen Mut machen, auch in der Öffentlichkeit zu stillen. Es erleichtert das aus dem Haus gehen und soziale Kontakte leiden nicht unter der Pflege des Neugeborenen. Zum Stillen in der Öffentlichkeit zählt Selbstbewusstsein und natürlich die Technik des Stillens. Mütter bestätigen, dass sie mit dem Entschluss gute Erfahrungen gemacht haben, denn Stillen kann diskret passieren, sodass die Umgebung häufig kaum davon Notiz nimmt. Und wenn eine stillende Mutter zur Kenntnis genommen wird, sollte sich das Umfeld freuen, dass ein Kind in unserer Gesellschaft gut ernährt wird und liebevoll umsorgt aufwachsen kann.
Nach dem Stillen
Ein entspannter Übergang der Stillperiode zum ersten Brei lässt sich mit einfachen Tipps erleichtern.
Autor/Quelle: Quelle: Berufsverband der Frauenärzte e. V. / Überarbeitung: Nathalie Blanck
