Frauenleiden - Myome und Endometriose

Heftige Menstruationsbeschwerden, starke Blutungen, Schmerzen beim Sex – wenn im Bauch alles weh tut, können eine Endometriose oder Myome in der Gebärmutter der Grund sein. Oft bleiben Endometriose oder Myome jahrelang unentdeckt. Fast jede Frau kennt die unangenehmen Beschwerden ein Mal im Monat. Bei vielen verursacht die Menstruation Schmerzen im Unterleib. 65 Prozent aller Frauen haben Monat für Monat sogar heftige Regelbeschwerden. Neun Prozent leiden derart, dass sie zumindest an einem der Tage nicht arbeiten können.
Schleimhaut am falschen Platz
Von Endometriose ist fast jede zehnte Frau im fruchtbaren Alter betroffen. Sie entsteht, wenn sich Zellen aus der Gebärmutter „selbstständig“ machen und an Stellen im Körper ansiedeln, wo sie nicht hingehören. Die Ursachen von Endometriose sind nicht völlig entschlüsselt. Vermutlich fließt während der Menstruation Blut über den Eileiter in den Bauchraum. So können sich dort Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ansiedeln und analog zum Zyklus mitwachsen und bluten. Da die Beschwerden sehr unterschiedlich sein können – es können etwa Schmerzen beim Stuhlgang, Wasserlassen oder während der Periode auftreten –, ist diese Erkrankung nicht einfach zu erkennen. Oft wird sie zufällig bei einer gynäkologischen Untersuchung entdeckt. Meist lässt sich Endometriose minimalinvasiv mit einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) behandeln. Ausgedehntere oder schwer zugängliche Herde erfordern jedoch eine größere Operation. Besteht ein Kinderwunsch, wird der Eingriff oft nur eingeschränkt durchgeführt. Dann kann eine mehrmonatige Nachbehandlung mit Hormonen nötig sein. Ist die Endometriose nicht so stark, kann auch eine hormonelle Behandlung helfen.
Wucherungen in der Uterusmuskulatur
Myome treten bei jeder fünften Frau über 35 auf. Sie entstehen wie Endometriose in der fruchtbaren Zeit und verschwinden allmählich nach der Menopause. Myome entwickeln sich in der Nähe eines Blutgefäßes aus Gebärmuttermuskelzellen, die besonders viele Hormonrezeptoren an ihrer Oberfläche tragen. Der Überschuss scheint das Wachstum auszulösen. Auch familiäre Faktoren spielen eine Rolle. Meist werden Myome nicht größer als ein Kirschkern. Kaum zu sehen und nicht zu spüren. Dann reicht es, sie bei den Kontrolluntersuchungen zu beobachten. Urplötzlich können Myome aber auch anfangen zu wachsen. Dann machen sie heftige Beschwerden, drücken auf Harnblase, Darm oder Kreuzbeinregion.
Myome behandeln
Hinzu kommen übermäßig starke Regelblutungen und Regelschmerzen. Je nach Lage und Größe der Myome stehen vier erprobte Therapien zur Verfügung: Man lässt die Knoten hormonell aushungern, entfernt sie bei einer Bauchspiegelung oder lässt sie schrumpfen, indem man ihnen per Embolisation (künstlicher Verschluss von Blutgefäßen) die sie versorgende Blutzufuhr abschneidet. In schweren Fällen rät der Arzt zu einer „Total-OP“, also zur operativen Entfernung der Gebärmutter. Eine Alternative stellt ein neues Ultraschallverfahren dar. Dabei werden gebündelte Schallwellen ins Innere der Myome gelenkt. Das Myomgewebe wird unter Sichtkontrolle im Magnetresonanz-Tomografen auf 60–80 Grad Celsius erhitzt und dadurch zerstört. Das umliegende gesunde Gewebe bleibt erhalten. Probleme mit der Regel sollten Sie immer ernst nehmen und die Ursache abklären lassen. Niemand muss die Schmerzen hinnehmen und warten, dass die Wechseljahre das Leiden beenden.
Autor/Quelle: Uta König
