Hirsutismus - Maßnahmen und Behandlung

Maßnahmen gegen die Auswirkungen – körperliche und seelische!

Da die äußerliche Vermännlichung oft schwere psychische Folgen hat, ist sie eine ernst zu nehmende Krankheit, die behandelt werden muss. Die Narben, die die ständige Ablehnung durch die Umwelt entstehen lässt, sollten in keinem Fall unterschätzt werden. So sollten besonders Mütter, die bei ihren Töchtern einen Hirsutimus entdecken, möglichst früh einen Arzt zu Rate ziehen, um ihrem Kind eine normale körperliche und soziale Entwicklung zu ermöglichen.
An erster Stelle steht die möglichst nachhaltige Entfernung der unerwünschten Körperhaare. Für welche Methode sich die einzelne Patientin entscheidet, hängt dabei auch vom Hauttyp, einer bestehenden Akne und - leider auch - dem Geldbeutel ab. Rat und Hilfe finden Betroffene bei ausgebildeten Kosmetikern und dem Hautarzt. Wachsenthaarung ist etwas schmerzhaft, hält aber länger vor als das einfache Rasieren. Sind die Haare weich und dünn, kann überlegt werden, sie einfach zu bleichen. Besonders gründlich sind Methoden wie die Laser-Epilation oder das Zerstören der Haarwurzel mit einem kleinen Stromstoß (Elektroepilation). Diese Behandlungen können Hautärzte oder auch gut geführte Kosmetiksalons durchführen.

Behandlung auch von innen

Um das Problem von Innen her anzugehen, ist zum Beispiel die Anti-Baby-Pille geeignet. Produkte, die sowohl Östrogen als auch Gestagen enthalten, können die Produktion von Testosteron in den Eierstöcken reduzieren. Zudem bewirkt Östrogen, dass das männliche Hormon im Körper gebunden, also unwirksam gemacht wird.Gestagen beschleunigt die Ausscheidung des Testosterons. Als besonders geeingete Wirkstoffe zur Kombination mit Östrogen gelten:

  • Desogestrel,
  • Gestoden,
  • Norgestimat und
  • Cyproteronacetat.

Drei von vier Patientinnen sprechen gut auf diese Behandlung an. Leider haben Anti-Baby-Pillen auch Nebenwirkungen. Besonders Frauen über 35 Jahre, die zudem auch noch rauchen, sollten sich die Einnahme dieser Präparate gründlich überlegen.

Als Alternative werden auch Präparate angeboten, welche die Aktivität der Eierstöcke drosseln. Diese Art Medikament kann zusammen mit einem Östrogenpräparat ähnlich gute Erfolgsquoten aufweisen wie die Anti-Baby-Pille. Es handelt sich hierbei aber auch um ein Hormon und ist zudem vergleichsweise teuer. Leider gibt es Frauen, deren Problem mit der unerwünschten Behaarung sich nicht von Medikamenten beeinflussen lässt. Ihnen bleibt nur die Haarentfernung und viel Geduld mit sich selbst.

 

Sport und gesunde Ernährung als wichtige Säule der Therapie

Anja, deren Problem ja das PCOS war, bekam von ihrem Arzt die Anweisung, ihr Übergewicht durch Ernährungsumstellung zu reduzieren und Sport zu treiben. Eine Ernährungsberaterin half ihr, über 20 Kilogramm abzunehmen. Jeden Tag geht Anja jetzt eine halbe bis eine Stunde Walken, ein sanfter Ausdauersport, der die Gelenke nicht belastet und hilft, den Stoffwechsel wieder in normale Bahnen zu lenken.

Anja konnte sogar auf Medikamente verzichten: Die lästigen Haare haben sich nicht weiter ausgedehnt und ihr Zyklus, der früher unregelmäßig und schmerzhaft war, ist nun regelmäßig. Ihren Damenbart konnte Anja mit Hilfe der Elektroepilation bekämpfen. "Ich fühle mich endlich wie eine Frau", sagt sie. Für ihre Leidensgenossinnen hat sie einen Rat: "Sucht euch einen Arzt, der euch ernst nimmt." Denn immerhin drei Viertel aller Frauen mit Hirsutismus kann geholfen werden.

 
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