Die Geschichte des Muttertags

Jedes Jahr werden am 2. Maisonntag mehr Blumen verschenkt als zum Valentinstag - an die beste aller Frauen. Doch die Tradition findet nicht nur Beifall - zu bewegt sind die Geschichte und Intention des Muttertags.Bereits in der Antike wurden den mütterlichen Gottheiten als Spenderinnen des Lebens gehuldigt - so z. B. in Griechenland und später Kleinasien jedes Jahr im Frühling der Göttin Rhea ("Fluss des Lebens") als Mutter aller Gottheiten.
Im neueren Europa ist das erste vergleichbare Fest aus dem England des 17. Jahrhunderts bekannt - der sog. "Mothering day". Zunächst als Dankensfest an die Mutter Kirche gedacht, wurde es bald dazu benutzt, auch den leiblichen Müttern zu danken - mit Besuchen und kleinen Geschenken.

Der moderne Muttertag - amerikanische Wurzeln

Wer nun genau den modernen Muttertag aus der Taufe gehoben hat, darüber scheiden sich die Geister - auf jeden Fall liegt der Ursprung in Amerika. Gemeinhin wird Anna Jarvis als Erfinderin genannt, die den Todestag Ihrer Mutter am 9.Mai 1907 als Ehrentag für alle Mütter umfunktionierte, um den "Müttern in der Gesellschaft ein unvergängliches Denkmal" zu setzen. Dabei ging es ihr um die soziale und politische Rolle von Frauen. Sie startete für ihre Idee einen Werbefeldzug und verschickte in den kommenden Jahren zahlreiche Briefe mit ihren Anliegen an die amerikanischen Präsidenten, an die Kirche und an Industrielle.
Anderen gilt ihre Mutter Ann Reeves Jarvis als Begründerin des Muttertags - die Lehrerin aus West Virginia hatte bereits 1858 einen "Mothers' Work Day" ins Leben gerufen, mit dem die Zeit und Arbeit geehrt werden sollte, die Mütter ihren Kindern widmen. Die dritte Frau, der das Einführen des Muttertags zugesprochen wird, ist Julia Ward Howe. Die Frauenrechtlerin aus Boston machte sich für den Frieden stark, veröffentlichte 1870 ein Manifest, das später als "Mother's Day Peace Proclamation" bekannt wurde. 1872 führte sie die Idee mit Einführung eines "Mother's Day for Peace" fort, der jährlich Anfang Juni begangen wurde und neben dem Frieden auch die Frauen in ihrer Mutter- und Frauenrolle ehrte. Etliche Jahre wurde dieser Tag gefeiert, geriet dann aber in Vergessenheit.
Die Bemühungen von Anna Jarvis etwas später hatten mehr Erfolg: 1914 erklären Präsident Wilson und der amerikanische Kongress den 2. Sonntag im Mai als nationalen Feiertag für Mütter.

 
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