Rosige Aussichten für den Muttertag

Deutschland gilt als Weltmeister im Blumenimport und als Land mit dem höchsten Schnittblumen-Verbrauch in Europa. Rund drei Milliarden Euro im Jahr geben die Deutschen für Blumen aus. Am Muttertag werden nach Weihnachten die meisten Blumen verkauft.

Gerade am Muttertag lohnt sich daher für kritische Verbraucher ein Blick hinter die Kulissen der Schnittblumenproduktion, denn die harte Arbeit wird in der Mehrzahl von Frauen geleistet. Von Frauen, die am Tag weniger verdienen, als wir für eine einzelne Rose ausgeben, und die den zum Schutz der Blumen eingesetzten Pestiziden oft ungeschützt ausgesetzt sind.
Zwar kommen nahezu 90 Prozent der importierten Blumen aus Holland, aber nur die Hälfte wird auch dort angebaut. Die andere Hälfte stammt aus Erzeugerländern in Lateinamerika und Afrika und wird über den niederländischen Blumenmarkt nach Deutschland importiert.

 

Umwelt- und Arbeitsschutz oft nachrangig

Umwelt- und Arbeitsschutz sind in den Ländern mit den größten Blumenfarmen nachrangig. Problematisch ist vor allem der Umgang mit Pestiziden. Nach Angaben der "Verbraucher Initiative e. V." ist die verwendete Menge an Pestiziden dort zwei- bis dreimal so hoch wie in Europa. Außerdem kommen Chemikalien zum Einsatz, die wegen ihrer giftigen Wirkung auf Umwelt und Gesundheit in den westlichen Industrieländern längst verboten sind. Diesen Giftstoffen sind die Arbeiter ununterbrochen ausgesetzt, da es an Schutzkleidung mangelt oder die Pestizide sogar während der Arbeit in den Gewächshäusern versprüht werden.

Die gesundheitlichen Folgeschäden reichen von Kopfschmerzen und Übelkeit über Ekzeme bis zu Nervenleiden und Krebs. Wissenschaftlich besonders gut belegt sind die schädigenden Wirkungen von Pestizidbelastungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit sowie auf die embryonale Entwicklung.

 

Standards für den Blumenanbau

Seit mehr als 20 Jahren gibt es Bestrebungen internationaler Organisationen, soziale und ökologische Standards beim Blumenanbau zu verwirklichen. Mittlerweile haben sich mehrere Gütezeichen etabliert, an denen der Verbraucher erkennen kann, dass sein Blumenstrauß unter menschenwürdigen und umweltschonenden Bedingungen produziert wurde.

In Blumenfachgeschäften, auf dem Wochenmarkt und auch im Versandhandel gibt es fair gehandelte Blumen oder solche aus kontrolliert biologischem Anbau. Das bekannteste Markenzeichen heißt Flower Label Programm (FLP). In Betrieben mit dem FLP-Zertifikat ist der Einsatz von besonders gefährlichen Pestiziden verboten. Die Arbeiter werden mit Schutzkleidung ausgestattet, und es gelten strenge Sicherheitsvorschriften beim Ausbringen der erlaubten Pestizide.

 

Übrigens

Schnittblumen halten länger, wenn

  • sie in einer sauberen Glas- oder Porzellanvase mit zimmerwarmem Wasser stehen,
  • die unteren Blätter (jedoch nicht die Dornen) entfernt und die Stängel schräg angeschnitten werden,
  • die Vase alle zwei bis drei Tage ausgewaschen und mit frischem Wasser gefüllt wird,
  • sie an einem Ort stehen, an dem die Blumen weder Zugluft, direkter Sonneneinstrahlung noch Heizungsluft ausgesetzt sind,
  • kein Obst in der Nähe steht.
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Tipp:
Geben Sie keinen Zucker als Nährlösung in das Blumenwasser. Er begünstigt das Wachstum von Bakterien und trägt so zum Verwelken der Blumen bei. Frischhaltemittel für Schnittblumen können Stoffe enthalten, die Bakterien und Pilze abtöten. Sie belasten unnötig die Abwässer und sollten daher möglichst nicht verwendet werden.