Krankengymnastik macht den Hund wieder mobil

Der Hund altert ebenso wie der Mensch. Mit den Jahren fällt nicht nur "Herrchen" das Treppensteigen schwerer, sondern auch dem Vierbeiner. Anders als der Mensch, der gern mal über müde Knochen und schmerzende Gelenke klagt, tut der Hund alles, um seine körperlichen Leiden zu vertuschen. Denn ursprünglich ist er ein Rudeltier, und in der freien Wildbahn werden schwache Mitglieder aus dem Rudel ausgeschlossen. Der angeborene Instinkt verbietet es den Vierbeinern, Schwäche und Schmerzen zu zeigen. Nur der aufmerksame Beobachter bemerkt die versteckten Signale des Lieblings und erkennt: Es geht ihm nicht gut.
Dies können Anzeichen dafür sein, dass Ihr Hund Schmerzen hat:
- Er zeigt weniger Freude am Spielen und an Bewegung.
- Er lahmt und hat Probleme, sich in Bewegung zu setzen.
- Es fällt ihm schwer, ins Auto zu springen, Treppen zu steigen oder aufzustehen.
- Er meidet Tätigkeiten, die er früher problemlos schaffte.
- Er zieht sich öfter als sonst zurück.
- Er knickt mit den Pfoten ein und hat Koordinationsprobleme.
- Während des Spaziergangs setzt er sich hin und macht eine Pause.
- Er lässt sich plötzlich nicht mehr gerne bürsten.
- Er wirkt bedrückt oder ungewöhnlich aggressiv.
Häufig sind Verschleiß an Knochen, Gelenken und Bandscheiben oder vorausgegangene Operationen Ursache für die Schmerzen. Bei akuten und chronischen Leiden kann eine speziell auf den Hund abgestimmte Krankengymnastik die Lebensqualität des Hundes verbessern. Gemeinsam mit dem Tierarzt und den Besitzern wird ein individueller Behandlungsplan erstellt. Bei Bedarf kann die Krankengymnastik auch zu Hause im gewohnten Umfeld stattfinden.
Ziel ist es, chronische Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu steigern und den Einsatz von Schmerzmitteln zu reduzieren oder sogar ganz darauf zu verzichten. Vor allem aber kann durch eine fachmännische Physiotherapie die Lebensqualität und natürliche Bewegungsfreude des Hundes erhalten bleiben.
Wie auch im Humanbereich arbeitet die Hundephysiotherapie mit sanften und schmerzfreien Methoden: Der Therapeut setzt dabei physikalische Reize ein, zum Beispiel Kälte/Wärme (Hydrotherapie), elektrischen Strom, Ultraschall oder manuelle Techniken über mechanischen Druck und Zug beispielsweise durch Massagen, Lymphdrainage oder Gelenkmobilisationen.
Auch die Bewegungstherapie mit bestimmten Übungen ist ein grundlegender Baustein der Physiotherapie. Indem die Stoffwechselprozesse im geschädigten Gewebe verbessert, verspannte Strukturen sanft gelockert und eingeschränkte Bewegungen wieder angebahnt werden, hat der Hund weniger Schmerzen, die Muskulatur kräftigt sich wieder oder wird neu aufgebaut, und der Hund kann zu seiner alten Beweglichkeit zurückfinden.
Kein Ersatz für tierärztliche Behandlung
Wichtig ist aber, dass eine Hundephysiotherapie nicht als Ersatz für eine tierärztliche Behandlung angesehen wird. Sie kann jedoch die tierärztliche Behandlung unterstützen sowie den Heilungsprozess fördern und beschleunigen, so zum Beispiel bei Arthrose, Hüftgelenksdysplasie, Wirbelsäulenerkrankungen, allgemeinen Störungen der Beweglichkeit, Bandscheibenvorfall, Nervenerkrankungen, Lähmungen oder zur Behandlung vor und nach Operationen.
Nähere Auskunft und Beratung zum Thema Physiotherapie bei Hunden erhält man beim Tierarzt.
Autor/Quelle: animal
