Tier-Spielzeug - Auf artgerechte Produkte achten
Wollen Sie Ihrem Tier ein Spielzeug schenken? Vielleicht einen knautschigen Ball, ein Mäuschen aus Plastik oder ein bunte Kugel? Auch wenn das Spielzeug aus dem Fachgeschäft stammt, muss es für Ihren Liebling nicht unbedingt das Richtige sein und kann sogar zur tödlichen Gefahr werden.
Spielzeug für Nagetiere
Für alle Nagetiere ist Spielzeug aus Kunststoff tabu. Knabbern Meerschweinchen, Hamster oder Mäuschen daran, kann es im Magen-Darm-Trakt zu Verletzungen kommen. Alle Käfig-Utensilien sollten aus unbehandeltem Holz sein. Leere Toilettenpapierrollen, Schuh- oder Eierkartons können ebenfalls sinnvoll eingesetzt werden und eignen sich prima zum Spielen, Wohnen und Zernagen.
Laufkugeln für Hamster haben meist zu kleine Luftschlitze. Durch das schnelle Laufen verbraucht das Tier erst recht viel Sauerstoff, so dass es darin sehr stickig werden kann. Zum anderen sucht der Hamster oft nach dem Ausgang aus dieser Kugel, läuft deshalb sehr schnell, und gerät in Panik, weil er keinen Ausgang findet. In den meist zu engen Plastikröhrensystemen können Hamster stecken bleiben.
Hunde- und Katzenspielzeug
Katzenspielzeug sollte sich bewegen, rascheln, baumeln oder rollen. Wollknäuel aber sind risikoreich. Unversehens kann sich die Katze darin derartig verheddern, dass Gliedmaßen abgeschnürt werden. Bei Plüschmäusen oder anderem Fellspielzeug für Katzen droht manchmal die Gefahr einer Darmverstopfung durch versteckte Draht-, Metall-, Glas- oder Kunststoffteile wie Glasaugen oder Plastiknasen.
Gefährlich sind außerdem Plastiktüten. Wenn der Katzenkopf hinein gerät, bedeutet das Erstickungsgefahr. Für Hunde sind splitternde Knochen nicht geeignet. Besser sind Büffelhautknochen, Pansenstangen oder Schweineohren.
Tennisbälle – ebenfalls ein beliebtes Spielzeug für Hunde – sind alles andere als harmlos. Beißt der Hund sehr fest auf den Ball, zum Beispiel bei einer Rangelei, kann es passieren, dass der Ball nach hinten in den Rachen rutscht. Dehnt der Ball sich hier wieder aus, steckt er fest. Der gelbe Filz ist zudem ungesund. Wenn der Hund ihn frisst, können die Gummistücke zu einem Darmverschluss führen. In dem Filz sammelt sich zudem oft Sand an, der die Zahnsubstanz angreift. Zerlegt der Hund seinen Ball, sollten Sie ihm den Ball lieber rechtzeitig abnehmen.
Achten Sie darauf, dass das Produkt alltagstauglich ist, zur Größe des Tieres passt und keine scharfen Kanten, Ränder oder Materialübergänge aufweist. Für die Gesundheit unbedenklich sind Produkte aus Naturmaterialien, wie Gummi, Latex oder Baumwolle.
Vorsicht bei Vinylprodukten, bei denen PVC mit Weichmachern zusammengebracht wird, die nach Abbeißen und Verschlucken durch den Magensaft aufgelöst werden und spitze Plastikkristalle hinterlassen. Spielbälle oder Beißhölzer sollten immer ein wenig größer als die Maulöffnung sein, damit sie nicht verschluckt werden. Und: Grundsätzlich sollte das Tier das Spielzeug nie alleine zwischen die Pfoten bekommen. Spiele nur unter Aufsicht!
Spieltypen
Außerdem gibt es unter den Vierbeinern verschiedene Spieltypen: Der Zerstörer nimmt aus Hyperaktivität oder Langeweile Spielzeug auseinander – meist wenn er unbeobachtet oder alleine ist. Geeignet ist bei ihm ein Produkt aus Voll-Latex. Der Behüter schleppt liebevoll und fast mütterlich das Spielzeug wochenlang mit sich herum und beschützt es. Bei diesem Typ empfiehlt sich ein waschbares Material. Der Apportierer bringt ständig Spielzeug zur Begrüßung "von Freunden“ mit, ist oft auch Zerstörer und beansprucht das Spielzeug sehr.
Autor/Quelle: animal
