Mundgeruch bei Haustieren

Auch Hunde leiden an Mundgeruch - im Unterschied zum Menschen sind bei Hunden aber nicht die Zungen Bakterienherd, sondern ausschließlich die Zahnfleischtaschen. In einer Studie untersuchte die Dr. Claudia Kellermeier (Freie Universität Berlin) gemeinsam mit ihrer Kollegin, Veterinärmedizinerin Bärbel Rühe, die Ursache des unangenehmen Atems an 100 Hunden. Auf der Spur des faulen Odems unternahmen die Tierärztinnen zunächst einen Riechtest, um zu klären, ob der eigenen Nase bei der Diagnose zu trauen ist. Sie schnupperten den Tieren dicht am Maul entlang, klassifizierten die Probanden nach vier Geruchsgraden und wiesen dann mit einem Halimeter die schwefeligen Verbindungen nach – und das in weit höheren Konzentrationen als bei Menschen.
Zusammenhang von Mundgeruch und Zahnhygiene
Weitere Untersuchungen ergaben, dass es grundsätzlich die gleichen Bakterien bei Tier und Mensch sind, die die übel riechenden Verbindungen produzieren. "Das Ergebnis der Studie war eindeutig: Es gibt einen direkten Zusammenhang von Geruch und Gesundheit der Zähne - bei allen Hunden, bei denen wir Mundgeruch wahrgenommen haben, konnten wir erhöhte Schwefelverbindungen im Maul nachweisen, und alle diese Hunde hatten Zahnprobleme", berichtet Claudia Kellermeier. Auch bei Tieren sind Plaque und Zahnbelag eine Ursache schwerer Zahnerkrankungen: Das Zahnfleisch kann sich entzünden, sogar zurückbilden, und die Zähne ausfallen. 80 Prozent der Hunde und Katzen über zwei Jahre haben zumindest erste Anzeichen von Schädigungen der Zahnhalterung. In diesen Fällen sollten Besitzer ihre Vierbeiner in die Hände eines Tierarztes geben, damit dieser die Beläge mit einem Ultraschallgerät entfernt - das lassen sich Hunde und Katzen aber nur unter Narkose gefallen.
Praxistipp für kleine Haustiere
Damit sich die Haustiere nicht allzu häufig einer solchen kleinen Operation unterziehen müssen, können Tierbesitzer die bakteriellen Störenfriede entfernen - das geht wie beim Menschen am besten mit Zähneputzen. "Auch bei Tieren sollte man auf die Putzrichtung und die richtige Technik achten", rät Claudia Kellermeier: "Man muss aber nicht dreimal täglich putzen, einmal genügt". Die Tierärztin hält selbst einen Hund und eine Katze und weiß, dass es ratsam ist, bereits im Welpenalter mit der Zahnpflege zu beginnen. Das Maul ihres Vierbeiners sollten die Besitzer mit einer kleinen, weichen Bürste putzen oder mit einer Tierzahnbürste. Falls der Vierbeiner die Bürste nicht mag, genügt es für den Anfang, die Zähne mit einem weichen Tuch um den Finger abzureiben.
Autor/Quelle: IDW / Freie Universität Berlin
