Schimmelpilze - Gefahr für die Gesundheit

Schimmelpilze kommen weltweit vor, sind anpassungsfähig und genügsam. Die meisten ihrer Vertreter sind harmlos, einige können jedoch Infektionen und Allergien auslösen. Schätzungsweise jeder vierte Allergiker reagiert empfindlich auf Schimmelpilze. Schimmelpilze (Fadenpilze) fühlen sich überall dort zu Hause, wo es feucht und warm ist. Sie ernähren sich von toter organischer Substanz, wie sie z. B. in Laub und Pflanzenteilen, Hausstaub und dem Erdboden vorkommt, aber auch in Tapeten, Stoffen und sogar Ziegeln. Schimmelpilzbefall auf Baumaterialien lässt sich in der Regel recht schwer dauerhaft beseitigen. Tapeten, Putz und Fugen müssen fachmännisch gesäubert werden.

Wie entstehen Schimmelpilze?

Man kennt Schimmelpilze bei verdorbenen Nahrungsmitteln, jedoch können die Sporen der Schimmelpilze auch an anderen Orten wie Mülleimern, Blumentöpfen, Matratzen, Klimaanlagen und Staubsaugern lauern. Werden sie mit der Luft von Ort zu Ort getragen, verbreiten sie den Schimmelpilz und der Übeltäter siedelt sich überall dort an, wo geeignete Lebensbedingungen herrschen.

Die meisten Arten von Schimmelpilz wachsen schnell bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 % und einer Temperatur von über 20 Grad Celsius. An dauerfeuchten Ecken, im Bad, an Duschvorhängen, hinter Schränken und neben Fenstern finden sich Schimmelpilze besonders häufig. Zwecks Energiesparmaßnahmen werden Wohnungen heutzutage oft relativ "luftdicht" gebaut. So herrscht in einer Wohnung oft eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Das entstehende Kondensat schafft beste Voraussetzungen für das Wachstum von Schimmel.

Symptome für Schimmelpilzbefall

Schimmelpilze werden also meist durch das Einatmen von mit Schadstoffen belasteter Innenraumluft über die Lunge aufgenommen, gelangen aber auch über Lebensmittel über den Magen-Darm-Trakt in den Körper. Sie befallen deshalb vorwiegend innere Organe. Sie bilden leberschädigende und krebserzeugende Giftstoffe (Aflatoxine) und können eine Allergie auslösen. Auf ihrer Oberfläche befinden sich bestimmte Strukturen (Enolase), die für die allergischen Reaktionen verantwortlich sind. Da ein Pilz zahlreiche verschiedene Enolasen besitzen kann, ist der Nachweis der Auslöser oft nicht einfach.

Die Symptome sind vielgestaltig und recht unspezifisch, dazu gehören:

  • Husten
  • Schnupfen
  • Bindehautentzündung
  • Asthma
  • Hautveränderungen
  • Migräne
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Gelenkbeschwerden

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Schimmel in Wohnung vermeiden

Einige Tricks helfen, Schimmel und somit möglichen Krankheitsfolgen vorzubeugen:

  • Eine gute Belüftung der Wohnung und eine relative Luftfeuchtigkeit von nur 40 bis 50 %.
  • Allergiker sollten insbesondere auf Stockfleckenbildung hinter Schränken, Kacheln oder Holzverkleidungen achten – und diese angehen.
  • Filtertüten von Staubsaugern sollten häufig gewechselt werden.
  • Keine Pflanzen im Schlafzimmer! Blumentöpfe sind eine häufig unterschätzte Quelle von Belastungen mit Schimmelpilzen.
  • Lange Lagerzeiten von Nahrungsmitteln vermeiden, Obst und Gemüse möglichst im Kühlschrank aufbewahren.
  • Brot, das lange gelagert wurde, vor dem Verzehr gründlich auf Schimmelpilzbefall kontrollieren – insbesondere bei schwülem Wetter.
  • Generell sollten Nahrungsmittel, die mit Schimmelpilzen befallen sind, besser entsorgt werden. Es reicht nicht aus, befallene Stellen großzügig zu entfernen, da sich auch an weiter entfernten Stellen bereits – noch nicht sichtbarer – Schimmel ausgebreitet haben kann.
  • Mülleimer, besonders Biotonnen, sind ein beliebter Tummelplatz von Schimmelpilzen. Regelmäßiges Leeren und anschließend eine gründliche Reinigung sorgen für Abhilfe.
  • Auf Luftbefeuchter und Wasserverdunster eher verzichten oder diese zumindest regelmäßig reinigen; auch Klimaanlagen in regelmäßigen Abständen reinigen.