Stressfreies Aufräumen im Kinderzimmer

Auf dem Boden streiten sich die Spielautos um Parkplätze, mittendrin liegen Teddy und schmutzige Socken, das Bett ist belagert von Buntstiften und Papierschnipseln, dazwischen hält ein halbvoller Joghurtbecher die Stellung. Das Chaos in vielen Kinderzimmern treibt Mütter und Väter oft zur Verzweiflung. Kinder sind unordentlich. Besser gesagt: Ihre Vorstellungen über Struktur und Chaos weichen von denen ihrer Eltern oft erheblich ab. Nervige Diskussionen über das Thema Ordnung lassen sich in einem Haushalt mit Kindern kaum vermeiden – aber es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, das Thema zu entschärfen.

Altersabhängig helfen

Wie viel ein Kind selbst aufräumen kann, kommt auf sein Alter an. Kleinere Kinder brauchen noch Hilfe, mit dem Aufräumen eines ganzen Zimmers sind sie überfordert. Ab etwa vier Jahren können Kinder schon gut selbst für Ordnung in bestimmten Bereichen sorgen, z. B. der Mal-, Bau- oder Puppenecke.

  • Alltagstipp: Erklären Sie, was wohin geräumt wird: "Der Teddy schläft im Regal, das Auto parkt in der Kiste." Räumen Sie gemeinsam mit dem Kind auf und loben Sie es.

Kleine Tricks mit Wirkung

Hilfreich hierbei sind Verstausysteme wie stapelbare Kisten, Schubladenschränke, genügend Regalfläche. Für Kleinkram, mit dem ständig gespielt wird, eignet sich ein großes Tuch, das bei Nichtgebrauch zusammengerafft und in einer Kiste oder einem Korb gelagert wird. Weniger ist mehr: Sortieren Sie gemeinsam mit dem Kind alte und kaputte Spielsachen aus. So schaffen Sie Platz. Ein Kind muss nicht in Spielsachen ertrinken. Viele Dinge können vorübergehend im Keller untergebracht werden. Und gewinnen nebenbei dann wieder an Attraktivität.

  • Alltagstipp: Nicht auzufräumen hat logische Konsequenzen: Wenn der Weg zum Bett nicht frei ist, kann abends auch keine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen werden. Wenn schmutzige Teller oder verschmutzte Kleidung im Kinderzimmer geparkt werden, werden sie auch nicht gewaschen.

Je älter, desto mehr Verantwortung

Werden die Kinder älter, kann ihnen Jahr für Jahr mehr Verantwortung für das Aufräumen übergeben werden. Spätestens mit 14 Jahren sind Kinder in der Lage, selbstständig Ordnung zu halten. Einmischungen der Eltern sollten ab diesem Zeitpunkt weitgehend unterbleiben. Werfen Sie den Staubsauger nur noch mit vorheriger Ankündigung an und sagen Sie Ihrem Kind vorher Bescheid, wenn Sie in seinem Zimmer Hand anlegen.

  • Alltagstipp: Ständiges Meckern ohne Taten bringt nichts. Schimpfen und dann doch alles selbst zu tun, führt dazu, dass das Kind die Ohren auf Durchzug schaltet. Es lernt, dass zwar kritisiert wird, aber sich das Aufräumen trotzdem von selbst erledigt. Helfen Sie nicht beim Suchen von Dingen. Findet Ihr Kind beispielsweise ein wichtiges Arbeitsblatt unter einem großen Haufen Papier nicht, muss es eben selbst suchen.

Eltern sind Vorbilder

Unordnung entsteht, wenn man Dinge nach Gebrauch nicht dahin zurücklegt, wo sie hingehören. Zuallererst sind die Eltern Vorbild: Erwachsene, die mit der Ordnung selbst auf Kriegsfuß stehen, dürfen sich nicht wundern, wenn ihre Kinder ähnlich verfahren.

  • Trotz allem: Unordnung fördert die kindliche Kreativität. Kinder lieben ihr fröhliches Durcheinander, wollen sich austoben, ihre Spielsachen nach ihren eigenen Ideen nutzen, ihr Zimmer nach eigenen Vorstellungen gestalten, etwas stehen lassen, um am nächsten Tag daran weiterzuschaffen. Wer von ihnen Perfektion nach dem Vorbild Erwachsener fordert, hemmt sie in ihrer Entwicklung. Drücken Sie daher auch mal ein Auge zu.