Advents- und Weihnachtszeit - Tipps, damit nur die Kerzen brennen

Jedes Jahr werden ca. 7.000 Kinder in Deutschland durch Verbrennungen und Verbrühungen schwer verletzt - viele davon in der Weihnachtszeit. Abgebrannte Adventsgestecke, Weihnachtsbäume, die Feuer gefangen haben, defekte Lichterketten können die Ursache für die Unfälle sein. Wenn ein paar Regeln beachten werden, lassen sich viele sogenannte Weihnachtsfeuer vermeiden. Kerzen an zur Advents- und Weihnachtszeit lassen die meisten Kinderaugen leuchten. Allerdings bergen brennende Kerzen auch eine große Gefahr.
"7.000 Kinder werden jedes Jahr in Deutschland durch Verbrennungen und Verbrühungen schwer verletzt - viele in der Weihnachtszeit", berichtet die Vorsitzende von Paulinchen e.V., Adelheid Gottwald.
"Deshalb rät die BAG Mehr Sicherheit für Kinder zu einigen einfach zu beherzigenden Sicherheitsvorkehrungen. So kann jede Mutter und jeder Vater das Risiko einer Brandgefahr in der Advents- und Weihnachtszeit wirkungsvoll senken," sagt Stefanie Märzheuser, BAG-Präsidentin und Kinderchirurgin an der Berliner Charité.
Tipps zur Vermeidung von Weihnachtsbränden
- Verwenden Sie dicke Kerzen für den Adventskranz und sorgen Sie für eine sichere Befestigung auf dem Kranz.
- Stellen Sie den Kranz auf eine stabile, feuerfeste Unterlage (Ton/Glas/Stein).
- Stellen Sie den Weihnachtsbaum in einen stabilen, mit Wasser gefüllten Ständer. Sichern Sie große Bäume gegen das Umfallen, in dem Sie sie festbinden.
- Halten Sie in der Advents- und Weihnachtszeit immer einen Eimer mit Löschwasser oder einen Feuerlöscher bereit!
- Wechseln Sie die Kerzen rechtzeitig aus, bevor sie vollständig niedergebrannt sind.
- Verzichten Sie auf echte Kerzen im Weihnachtsbaum, wenn Sie sich nicht sicher sein können, dass Ihre Kinder die Gefahr verstehen, die von brennenden Kerzen ausgeht.
- Achten Sie auf einen Sicherheitsabstand der brennenden Kerzen von mindestens 30 cm zu Dekorationsmaterial, Regalen und allen brennbaren Gegenständen.
- Besonders am Weihnachtsbaum dürfen die Kerzen nie direkt unter einem Ast oder Dekorationsmaterial angebracht werden. Noch 10 cm über einer Kerze herrscht eine Temperatur von 400°C!
- Denken Sie daran, dass Adventskränze/-gestecke und der Weihnachtsbaum durch die beheizten Räume schnell austrocknen. Es entsteht eine harzhaltige Gasglocke um die Zweige, die sich explosionsartig entzünden kann. Das Brandrisiko erhöht sich von Tag zu Tag.
- Wechseln sie bei Gestecken trockene Zweige gegen frische aus.
- Vermeiden Sie Zugluft!
Kinder vor Verbrennungen schützen
- Üben Sie so früh wie möglich zusammen mit Kindern den sicheren Umgang mit dem Feuer.
- Kinder dürfen Kerzen immer nur im Beisein von Erwachsenen anzünden.
- Lassen Sie Kinder niemals mit brennenden Kerzen alleine.
- Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und zündeln Sie nicht mit Adventszweigen, nur weil es so gut riecht.
- Achten Sie darauf, dass Kinder nicht über brennende Kerzen fassen.
- Wunderkerzen gehören nicht in Kinderhände und nicht an den Weihnachtsbaum!
- Bewahren Sie Feuerzeuge und Streichhölzer immer außerhalb der Reichweite von Kindern auf!
- Zünden Sie immer die Kerzen oben am Baum zuerst an und löschen Sie die Kerzen von unten nach oben!
- Löschen Sie vor dem Verlassen des Raumes alle Kerzen.
- Prüfen Sie besonders in der Weihnachtszeit, ob wirklich alle Kerzen gelöscht sind, wenn Sie das Haus bzw. die Wohnung verlassen - Kerzendochte können nachglühen.
- Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf elektrische Lichterketten umsteigen. Achten Sie darauf, dass die Lichterketten mit einem GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit versehen sind.
Erste Hilfe bei Verbrennungen
Kommt es trotz aller Vorsicht zu einer Verbrennung, sollten die verletzen Stellen zehn Minuten lang mit Wasser gekühlt werden, das nicht kälter als 15 °C ist. Die nicht betroffenen Körperregionen sollten dagegen warm gehalten werden. Rufen Sie unter 112 den Notarzt und bleiben Sie bei Ihrem Kind, bis Hilfe eintrifft.
Autor/Quelle: Quellen: Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V., Initiative für brandverletzte Kinder Paulinchen e.V. / Überarbeitung: Nathalie Blanck
