Sexualaufklärung

Es gibt keine auf Herz und Nieren geprüfte Theorie, mit der das Kind pädagogisch wertvoll aufgeklärt werden kann. Es gibt auch keinen idealen Zeitpunkt für das berühmt-berüchtigte Eltern-Kind-Gespräch: Denn die klassische Aufklärung, die Zeugung, Schwangerschaft und Geburt in einem Rutsch abhandelt, reicht heute längst nicht mehr aus. Weshalb?
Die unschuldigen Kleinen kommen früh mit dem Thema Sex in Berührung: Durch Fernsehen, Zeitschriften, Radio und Werbung bekommen sie schnell Einblick ins Liebesleben. Je früher dieses Halbwissen ins rechte Licht gerückt wird, desto leichter fällt es ihnen später, natürlich und selbstbewusst mit Sexualität und ihrem Körper umzugehen.
Woher kommen den die kleinen Kinder?
Eines Tages möchten die Sprösslinge konkret wissen, woher Babys kommen. "Die geflügelten Worte über die Bestäubungsgeschichte versteht wohl keiner", glaubt Biologielehrerin Anja H. Sie unterrichtet an einem Gymnasium unter anderem Sexualerziehung: "Kinder sind meist noch nicht geschlechtsreif und können deshalb nur wenig mit technischen Details anfangen." Sie brauchen simple, aber wahre Antworten. Eltern können sich überlegen, wie sie die Geschlechtsteile benennen, um dann in einfachen Worten zu beschreiben, wie Papas Spermien Mamas Eizellen befruchten, wenn sie sich lieb haben. Und danach in Mamas Bauch ein Baby wächst. Es ist wichtig zu vermitteln, dass Zärtlichkeit mitspielt. So erfährt das Kind, dass die Vereinigung von Mann und Frau ein liebevoller, natürlicher Vorgang ist.
Wenn es Eltern schwer fällt, über Sex zu sprechen, helfen auch Bilderbücher weiter. Später können sie das Thema Aufklärung dem Lehrer überlassen. In Deutschland steht die Schule auf Platz zwei, wenn es um Aufklärung geht. Platz eins belegt die Mutter. "So richtig wissen Kinder in der sechsten Klasse nicht, was beim Sex geschieht", berichtet die Pädagogin Henke. "Aber alle haben eine Art Halbwissen und darauf muss der Lehrer eingehen."
Autor/Quelle: gesundheit.de

