Zeugniszeit - Angst vor schlechten Noten?

Jeden Sommer fiebern Schulkinder auf die Ferien hin, die für die meisten sicherlich schönste Zeit des Jahres - wenn da nicht die Zeugnisvergabe am letzten Schultag wäre! Viele Kinder haben große Angst vor schlechten Noten und sind dadurch extrem belastet.
Laut Statistik gibt es in 80 Prozent aller Familien mit Schulkindern regelmäßig Stress wegen Schulproblemen. Doch statt zu schimpfen und zu strafen, sollten betroffene Eltern besser die Nerven behalten und nach den Gründen für die dürftigen Leistungen ihrer Sprösslinge suchen.
Angst wegen schlechter Noten
Jedes Jahr, wenn die Schulglocke das letzte Mal vor den Sommerferien läutet, gehen tausende von Kindern ängstlich nach Hause. Der Grund: ein schlechtes Zeugnis. Ihre Eltern fallen dann oft aus allen Wolken und reagieren mit Vorhaltungen und Verboten. Eine verständliche, aber nicht eben hilfreiche Reaktion. Denn auch Eltern könnten viel tun, um es gar nicht erst zu einem Zeugnis mit schlechten Noten kommen zu lassen. Wichtig dabei ist es aber, rechtzeitig auf einen Leistungsabfall zu reagieren und die Ursachen dafür zu finden. Meist liegt das Problem nicht in der mangelnden Auffassungsgabe oder Faulheit begründet, sondern in individuellen, persönlichen Schwierigkeiten. Die können aus der Entwicklung des Kindes oder aus dem Umfeld entstehen. Auch gesundheitliche Probleme können eine Rolle spielen.
Eisenmangel kann Verursacher schulischer Problemen sein
Verschiedene wissenschaftliche Studien ergaben beispielsweise, dass Eisenmangel die Intelligenz bei Kindern und Jugendlichen beeinträchtigt. Hintergrund: Eisen ist wichtig für die Entwicklung und Erhaltung von Fähigkeiten im Kindesalter – beispielsweise Wahrnehmung, Denken und Erkennen. Störungen im Eisenhaushalt haben darum bei Kindern und Jugendlichen erhebliche Auswirkungen auf ihre Noten. Besonders häufig betroffen sind Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren beim Einsetzen ihrer Menstruation. Um diesen Mangel zu vermeiden, empfehlen Experten aufbauende Präparate mit zweiwertigem Eisen, Vitamin C und weiteren Vitaminen.
Nicht erst fünf nach zwölf reagieren
Leider ist ein schlechtes Zeugnis für die meisten Eltern eine böse Überraschung und sie reagieren mit hilfloser Wut. Den Schock könnten sie sich allerdings ersparen, wenn sie die Leistungen ihres Kindes über das ganze Schuljahr verfolgen. Eltern, die wissen was sie erwartet, können wesentlich souveräner reagieren und sich die verspätete Ursachensuche ersparen. Wer die schulischen Leistungen seines Kindes aber doch mal aus den Augen verloren hat, sollte auf hitzige Diskussionen verzichten. Viel besser ist es, gute Leistungen zu loben und mit dem Kind zu besprechen, wie die schlechten verbessert werden könnten. Lassen Sie Ihr Kind Vorschläge machen und bieten sie konkrete Unterstützung an, wie zum Beispiel Vokabeln abfragen. Sind die schlechten Noten jedoch auf mangelndes Lernen zurückzuführen, muss auch mal kritisiert werden. Aber bitte immer ruhig und konstruktiv.
Ganz wichtig: Halten Sie dem Kind nicht den ganzen Sommer über das miese Zeugnis vor. Motivieren Sie Ihren Sprössling lieber: Zeigen Sie ihm Ihr Vertrauen, dass er das nächste Schuljahr besser schaffen kann. Und vergessen Sie nicht: Auch Albert Einstein hatte mal eine fünf in Mathematik…
Ansprechpartner bei Schulproblemen
Die "Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendtelefon" ist ein Angebot der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke), das sich an Jugendliche und junge Volljährige im Alter zwischen 14 und 21 Jahren richtet. Hier findet sich professionelle Hilfe in der webbasierten Einzelberatung oder im Einzel-Chat.
Die Nummer ist auch bekannt als "Nummer gegen Kummer".
Tel. 0800–111 03 33 (gebührenfrei)
Mo. bis Fr. 14–20 Uhr
Autor/Quelle: Dr. Kaske / Überarbeitung: Nathalie Blanck
