Kindergeburtstag - wir lassen eine Party steigen

Sackhüpfen und Blinde Kuh, dazu Kartoffelsalat mit Würstchen. Nichts gegen die "Klassiker" der Kinderfeste, aber es lohnt sich, auch einmal Neues zu wagen. Erlebnisfeste für die Sechs- bis Zwölfjährigen liegen voll im Trend. Statt Saft und Kuchen zu Hause gibt es Rallyes im Zoo, Töpfernachmittage im kunsthistorischen Museum oder eine urige Gespenstersuche im mittelalterlichen Schloss. Eltern lieben das Party-"Outsourcing". Wer schon mal ein Kinderfest zu Hause organisiert hat, weiß warum. Weder muss sich das Wohnzimmer vorübergehend in ein Indianerdorf, Raumschiff oder Prinzessinnenschloss verwandeln, noch sind hinterher die Spuren der Verwüstung zu beseitigen.
Abenteuerliche Feiern
Wer die Angebote der Tierparks, Museen und anderer Einrichtungen nutzt, kann guten Gewissens sein. Hier bieten ausgebildete Betreuer ein pädagogisch sinnvolles Programm: einen Nachmittag lang den Tierpfleger im Zoo begleiten, eine afrikanische Maske im Völkerkundemuseum basteln, im Stadttheater historische Kostüme anprobieren und sich verwandeln.
Warum nicht einmal einen "grünen" Naturgeburtstag feiern, wie ihn verschiedene Umweltverbände anbieten? Pädagogisch geht es darum, dass die Jüngsten Flora und Fauna kennen und schützen lernen – aber so spielerisch verpackt, dass nicht nur Stadtkinder begeistert sind. Beim Bremer Naturschutzbund beispielsweise halten die Partygäste mit dem Ultraschalldetektor nach Fledermäusen Ausschau, gehen auf Fotosafari oder basteln selbst einen Nistkasten. Und das alles unter der Anleitung ausgebildeter Naturpädagogen.
Oder man verlegt die Fete auf einen der Bauernhöfe, die private Kindergruppen willkommen heißen: Hier können die tierischen Bewohner gestreichelt und gefüttert werden, aber auch Ausmisten, Striegeln, Traktorfahren und Brotbacken gehören zum spannenden Programm. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt und nachfragen lohnt sich.
Sportliche Gäste hüpfen bei den örtlichen Turnvereinen auf dem Trampolin oder düsen auf Inlinern herum. Im Hamburger Helms-Museum finden sich die Abenteurer in der Altsteinzeit wieder und basteln Werkzeuge aus Feuerstein. Feuerwehren, Ponyhöfe, Verkehrsbetriebe, Eishallen, Flughäfen, Verkehrsübungsplätze. Selbst Tropfsteinhöhlen und Bergwerke öffnen gerne ihre Pforten für Festgruppen.
Party für den Teenie
Träumt die frischgebackene Vierzehnjährige davon, wie die Popstars zu tanzen, dann findet sich bestimmt ein Tanzstudio, das zwei Stunden lang eine Choreografie mit ihr und den Freundinnen einstudiert.
Natürlich sind Späße dieser Art nicht gratis. Alle Aktivitäten pendeln sich preislich etwa zwischen 60 und 100 Euro ein – aber schließlich kann ja das Fest selbst auch das Geschenk sein. Im Vorfeld sollte man abklären, ob zusätzliche Begleitpersonen nötig sind, ob Trinkwasser, Toiletten, Besteck und Geschirr vor Ort vorhanden sind und vor allem, ob man die Verpflegung selbst mitbringen darf. Denn sonst bezahlt man plötzlich für zehn Kinder Getränke und Essen.
Was auf den Teller und ins Glas kommt, entscheidet mit darüber, ob die Party top oder ein Flop ist. Also sollte es kreativ und lecker sein! Eine appetitliche Möhrenmaus mit Radieschenohren lässt auch der größte Vitaminmuffel nicht links liegen.

