Radfahren nur mit Helm: Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

34.534 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren verunglückten im Jahr 2006 im Straßenverkehr. Dies geht aus der aktuellen Bilanz des Statistischen Bundesamtes hervor. Damit ist die Zahl der Kinderunfälle zwar erneut deutlich zurückgegangen, noch immer kamen dabei aber 136 Mädchen und Jungen ums Leben und mehr als 5.600 weitere wurden schwer verletzt.
Auffällig hoch ist für Kinder über zehn Jahren laut der neuen Statistik nach wie vor die Gefahr, beim Radfahren in eine Kollision mit einem Auto oder anderen Fahrzeugen verwickelt zu werden oder ohne Fremdeinwirkung zu stürzen. Mehr als ein Drittel aller Kinderunfälle passieren so. Tödliche Kopfverletzungen sind dann keine Seltenheit, aber auch weniger schwere Blessuren können nach Erkenntnissen von Ärzten bleibende Schäden nach sich ziehen.
Straßenverkehr kann Kinder überfordern
"Kinder auf dem Fahrrad sind durch die Komplexität des Verkehrsgeschehens überfordert, sie reagieren zu langsam und sie konzentrieren sich nicht ausreichend auf den Verkehr", so Maria Limbourg von der Universität Essen. Häufig treten Fehler beim Ein- und Anfahren, beim Abbiegen und beim Wenden auf, auch die falsche Straßenbenutzung oder die Missachtung der Vorfahrt gehören zu den häufigsten Unfallursachen.
Um solche Unglücke zu vermeiden, ist eine regelmäßige und frühzeitig einsetzende Verkehrserziehung notwendig, die im Elternhaus beginnt. Um "Mama und Papa" dabei zu unterstützen, haben der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und seine Partner schon vor mehr als 25 Jahren das Programm "Kind und Verkehr" initiiert. Eltern lernen innerhalb dieses Bildungsprogramms, wie sie ihre Kinder auf das Fahrradfahren vorbereiten können und welche entwicklungsbedingten Leistungsgrenzen es beim Nachwuchs gibt.
Mehr Sicherheit durch gute Technik
Doch nicht nur pädagogische Maßnahmen sind wichtig, um die Kindersicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, auch die nötige Ausrüstung gehört dazu. So verringern eine korrekte Fahrradbeleuchtung - einschließlich funktionstüchtiger Lichtanlage, Speichenrückstrahlern und Reflektoren an den Pedalen -, eine Klingel und gute Bremsen die Unfallgefahr erheblich. Ein hochwertiger Fahrradhelm kann im schlimmsten Fall vor den schweren Folgen eines Sturzes oder Zusammenpralls mit einem Fahrzeug schützen.
Trotzdem ist das Helmtragen in Deutschland bisher keine Pflicht und die fehlende gesetzliche Regelung zeigt Wirkung. 53 Prozent aller Kinder im Alter von bis zu zehn Jahren tragen nach Erkenntnissen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) einen Kopfschutz. Danach nimmt die Zahl der Helmträger rapide ab.
Viel Schutz für wenig Geld
Dabei müssen Eltern, die ihre Kinder vor gefährlichen Verletzungen im Straßenverkehr bewahren wollen, nicht einmal viel Geld ausgeben. Dies hat ein Fahrradhelm-Test des ADAC im April 2007 gezeigt. Die Ingenieure untersuchten unter anderem, welche Schläge die verschiedenen Modelle aushalten, ob sie sich leicht abstreifen lassen und welchen Schutzbereich sie abdecken. Obwohl der ADAC strenge Kriterien bei der Sicherheit und der Handhabung der Helme anlegte, fiel kein einziger bei der Prüfung durch. Eines der vier mit "gut" bewerteten Modelle war bereits für sieben Euro beim Discounter zu erhalten.
"Oben mit" für alle?
Doch wie kann man Kinder für das Helmtragen begeistern? Wichtig ist vor allem, die Sprösslinge an der Auswahl zu beteiligen. Denn nur ein Helm, der gut und fest sitzt und zudem noch „cool" ist, wird auch gern getragen. Und noch einen guten Rat hat der ADAC parat: "Die Bereitschaft der Kinder, den Helm aufzusetzen wird auch dadurch größer, wenn Mama und Papa mit gutem Beispiel voran gehen und selbst nur ‚oben mit’ fahren."
Autor/Quelle: DVR
