Krebsvorsorge - (k)ein Tabu für echte Männer?
Die Prostata ist die Drüse im Körper des Mannes, welche für die Bildung des Sekretes, das für die Beweglichkeit der Samenfäden verantwortlich ist, zuständig ist. Sie umschließt unterhalb des Blasenausgangs die Harnröhre und wird auch Vorsteherdrüse genannt. Insbesondere ältere Männer leiden unter einer krankhaften Veränderungen der Prostata. Fast jeder zweite Mann ab 50 ist hiervon betroffen.
Vorsorge - auch für Männer gut!
Rund die Hälfte aller Frauen gehen regelmäßig zur Krebsvorsorge. Leider nehmen aber nur etwa 15 % der Männer diese wichtige Untersuchung wahr. Diese ist meist ganz unkompliziert: Mit dem Finger kann der Arzt vom Enddarm aus Verhärtungen oder Vergrößerungen der Prostata häufig ertasten. Um einen Krebsverdacht auszuschließen, wird eventuell noch etwas Blut abgenommen und der sogenannte PSA-Test gemacht. Dies ist ein Test, der die Menge eines Enzyms, des sogenannten Prostata-spezifischen Antigens (PSA), im Blut bestimmt.
Viele Männer scheuen sich, mit einem Arzt über ihre Probleme mit der Prostata zu reden. So werden Prostatakrankheiten meist zu spät erkannt und das mit schwerwiegenden Folgen. Für eine erfolgreiche Behandlung von Vergrößerungen, Entzündungen oder Krebserkrankungen der Prostata ist eine frühe Diagnose immens wichtig. Daher sollte jeder Mann ab 45 unbedingt einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen!
Abwarten hilft nicht:
Wenn eine oder mehrere der folgenden Beschwerden auftreten, muss möglichst schnell ein Arzt aufgesucht werden: häufiger Harndrang, eine verringerte Harnmenge, Unterbrechungen des Harnstrahls, Schmerzen beim Wasserlassen oder Blut im Urin. Meist ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata Ursache der Beschwerden. Dann reicht eine medikamentöse Behandlung häufig aus. In etwa 20 % der Fälle muss die Prostata operativ verkleinert werden. Dafür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, über deren Anwendung Arzt und Patient gemeinsam entscheiden sollten.
Prostatakrebs
Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Wird er frühzeitig entdeckt, kann die operative Entfernung der gesamten Prostata durch einen Chirurgen angezeigt sein. Ist eine Operation oder ein vollständiges Entfernen des erkrankten Gewebes nicht möglich, stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Auswahl, deren Vor- und Nachteile im Einzelfall sorgfältig abgewogen werden müssen.
Auch kann die Behandlung der Prostataerkrankungen die Sexualität zumindest zeitweise beeinträchtigen, obwohl das Organ selbst für die Erektionsfähigkeit keine Rolle spielt. Für die Erektion notwendige Nerven, die in der Nähe der Prostata verlaufen, können jedoch durch die Therapieverfahren geschädigt werden. Dieses Problem und andere aufkommende Fragen sollten mit einem Arzt des Vertrauens oder bei einer unabhängigen Beratungsstelle offen besprochen werden.
