Männergesundheit - Gesundheitserziehung für Männer

Gesundheitserziehung für Männer
Unterstellt man einmal, dass die oben formulierte Frage, ob Männer ihr Gesundheitsverhalten überhaupt ändern können, mit "ja" beantwortet werden kann, schließt sich gleich die nächste Frage an: "Wie kann man Männer für gesundheitsrelevante Themen sensibilisieren?" Die Tatsache, dass die von den Krankenkassen kostenlos angebotenen Vorsorgeuntersuchungen von Männern nur zu einem sehr geringen Teil genutzt werden – nur halb soviel Männer wie Frauen zwischen 45 und 49 nehmen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch – ist ein Indiz dafür, dass "geschlechtsneutrale" Präventionsangebote bei Männern nicht ankommen und die Entwicklung geschlechtsspezifischer Angebote gerade bei Prävention und Gesundheitsförderung eine elementare Rolle in der Gesundheitserziehung spielen muss.
Wer soll und kann diese Gesundheitserziehung leisten?
Betrachtet man Männergesundheit als Multitasking-Herausforderung des Gesundheitssystems, dann steht schnell fest, dass zusätzlich zu den üblichen Verdächtigen – Ärzte, Krankenkassen, Patienten – vor allem die betrieblichen Gesundheitssysteme gefragt sind. Das liegt zum einen daran, dass sich Männer täglich und lange an ihrem Arbeitsplatz aufhalten, zum anderen aber auch daran, dass gesundheitsbewußtes Verhalten an Bonussysteme innerhalb eines Unternehmens besser gekoppelt werden könnten als an Bonussysteme bei den Krankenkassen. Längst sind noch nicht alle Möglichkeiten ausgereizt. Erreicht ist das Ziel der besseren Körperwahrnehmung bei Männern aber erst dann, wenn sie Blutdruckmessen nicht mehr als Eingeständnis von Krankheit werten.
Autor/Quelle: Susanne Köhler

