Übelkeit in der Schwangerschaft behandeln

Schwangere Frau mit Übelkeit

Ungefähr 75 Prozent aller schwangeren Frauen leiden unter Schwangerschaftsübelkeit. Bei den meisten Frauen ist die Übelkeit auf die ersten drei Monate der Schwangerschaft begrenzt. In extremen Fällen können die Beschwerden aber auch während der gesamten neun Monate anhalten. Häufig geht die Übelkeit mit weiteren Symptomen wie Schwindel, Erbrechen oder Durchfall einher. Wir verraten, was gegen Übelkeit in der Schwangerschaft hilft und welche Hausmittel besonders wirksam sind.

Ursachen von Schwangerschaftsübelkeit

Warum vielen schwangeren Frauen immer wieder übel wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Vermutlich steht die Schwangerschaftsübelkeit jedoch mit dem Schwangerschaftshormon HCG in Zusammenhang. Studien haben gezeigt, dass Frauen, denen in der Schwangerschaft häufig übel ist, eine besonders hohe HCG-Konzentration im Blut haben.

Der HCG-Spiegel erreicht zwischen der achten und der zehnten Schwangerschaftswoche seinen Höhepunkt – dadurch lässt sich erklären, warum bei vielen Frauen die Übelkeit nach dem dritten Monat deutlich abnimmt.

Wann und wie lange tritt die Übelkeit auf?

Generell ist es ganz unterschiedlich, wann und wie lange schwangeren Frauen übel wird. Einigen ist nur am Morgen schlecht, andere leiden auch tagsüber und abends unter Beschwerden. Bei vielen Frauen setzt die Übelkeit ab der fünften Schwangerschaftswoche ein und hört nach den ersten drei Monaten wieder auf. In einigen Fällen können die unangenehmen Symptome aber auch länger bestehen bleiben.

Häufig verschlimmern sich die Beschwerden durch Hunger, Müdigkeit und Stress. Versuchen Sie diese Zustände während der Schwangerschaft also möglichst zu vermeiden: Essen Sie ausreichend, schlafen Sie genug und bauen Sie immer wieder Entspannungspausen in Ihren Alltag ein. Darüber hinaus können die Beschwerden auch bei einer Mehrlingsschwangerschaft stärker ausfallen.

Schwangerschaftsübelkeit ist kein Grund zur Sorge

Dass Frauen während der Schwangerschaft häufiger übel ist, ist kein Grund zur Sorge: Dem Baby geht es trotz Ihrer Beschwerden gut. Tatsächlich gilt Übelkeit während der Schwangerschaft sogar als ein positives Zeichen. So erleiden Frauen mit Schwangerschaftsübelkeit beispielsweise statistisch gesehen weniger Fehlgeburten.

Wenn Sie während der Schwangerschaft von Übelkeitsattacken verschont bleiben, sollten Sie sich deswegen allerdings auch keine Gedanken machen. Schließlich reagiert jeder Körper anders auf eine Schwangerschaft.

Schwindel und Müdigkeit als Begleitsymptome

Übelkeit ist meist nicht das einzige Anzeichen einer Schwangerschaft – häufig kommt es zu Beginn außerdem zu Müdigkeit und Schwindel. Um Schwindel vorzubeugen, sollten Sie regelmäßig essen und sich ausreichend bewegen. Vermeiden Sie außerdem rasche Bewegungen – etwa beim Aufstehen aus der Hocke oder dem Bett. Tritt der Schwindel vorwiegend morgens beim Aufstehen auf, können Sie mit leichter Morgengymnastik im Bett vorbeugen.

Wenn Sie neben der Übelkeit auch unter Kopfschmerzen oder Fieber leiden, sollten Sie sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen. Unter Umständen stecken dann nämlich andere gesundheitliche Probleme hinter Ihren Beschwerden.

Übelkeit in der Schwangerschaft kann gefährlich werden

Bei den meisten Frauen ist die Übelkeit während der Schwangerschaft zwar lästig, aber harmlos. Doch wenn die Beschwerden sehr stark ausgeprägt sind, kann die Schwangerschaftsübelkeit auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Kind haben.

Eine extreme Form der Schwangerschaftsübelkeit wird als Hyperemesis gravidarum bezeichnet. Sie liegt vor, wenn sich die Betroffenen häufiger pro Tag übergeben müssen, wenig oder nichts essen und trinken und an Gewicht verlieren.

Durch das häufige Übergeben kann es passieren, dass dem Baby wichtige Vitamine und Mineralstoffe fehlen. Meist kann der erhöhte Verlust durch eine gezielte Zufuhr über die Nahrung und das Trinken wieder ausgeglichen werden. In schweren Fällen kann aber auch eine intravenöse Versorgung der Schwangeren im Krankenhaus nötig werden.

Hausmittel gegen Schwangerschaftsübelkeit

Bei Übelkeit in der Schwangerschaft müssen Sie nicht immer gleich zu Medikamenten greifen – oft lassen sich die Beschwerden auch mit einfachen Hausmitteln lindern:

  • Essen Sie schon morgens vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit im Bett – zum Beispiel ein paar Kekse oder etwas Obst. Alternativ können Sie es auch mit einem leicht gesüßten Tee versuchen. Denn morgens ist die Übelkeit aufgrund des niedrigen Blutzuckerspiegels häufig besonders stark ausgeprägt.
  • Nehmen Sie über den Tag verteilt immer wieder kleine Snacks zu sich – dadurch bleibt das Hungergefühl aus, das die Übelkeit meistens noch verstärkt. Gut geeignet sind kleine Knabbereien wie Kekse, Nüsse, Knäckebrot oder Zwieback.
  • Falls Sie sich häufiger übergeben müssen, führen Sie dem Körper nach dem Erbrechen immer wieder genügend Flüssigkeit zu. Trinken Sie kleine Schlucke stilles Wasser oder Tee. Auch Obstsorten wie Melonen oder Trauben, die einen hohen Wassergehalt haben, sind gut geeignet.

Übelkeit während der Schwangerschaft kann unter anderem durch bestimmte starke Gerüche ausgelöst werden. Als Auslöser kommen beispielsweise Zigarettenrauch, Kaffee, Parfüm sowie fettigen oder stark gewürzten Speisen in Frage. Wenn Sie empfindlich auf diese Gerüchen reagieren, versuchen Sie diese in Zukunft möglichst zu vermeiden.

Medikamente gegen Schwangerschaftsübelkeit

Aus Angst, ihrem ungeborenen Kind zu schaden, wollen viele Frauen während der Schwangerschaft keine Medikamente einnehmen. Lässt sich die Übelkeit mit Hausmitteln nicht lindern, sollten Sie sich bei Ihrem Arzt jedoch nach geeigneten Medikamenten erkundigen.

Häufig werden schwangeren Frauen Medikamente mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat, einem H1-Antihistaminikum, verschrieben. Außerdem können Präparate, die Vitamin B6 enthalten, gegen die Übelkeit helfen. Bei sehr starken Beschwerden ist auch die Gabe von anderen Medikamenten möglich. Lassen Sie sich auch dazu von Ihrem behandelnden Arzt beraten.

Homöopathie in der Schwangerschaft

Ähnlich wie pharmazeutische Medikamente sollten auch homöopathische Mittel in der Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit einem Arzt, Apotheker oder Ihrer Hebamme erfolgen. Einige Mittel können nämlich vorzeitige Wehen auslösen. Geeignete Substanzen sind unter anderem:

  • Arsenicum album
  • Ipecacuanha
  • Nux vomica
  • Pulsatilla pratensis.

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Die Akupunktur ist ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin. Bei der Behandlung werden dünne Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen. Dadurch soll ein gestörter Energiefluss wiederhergestellt werden. Immer mehr Hebammen beherrschen diese Kunst – fragen Sie einfach einmal bei Ihrer Hebamme nach.

Dass Akupunktur tatsächlich gegen Schwangerschaftsübelkeit hilft, konnte bislang wissenschaftlich noch nicht bewiesen werden. Allerdings berichten viele Frauen, dass sich Ihre Beschwerden durch die Akupunktur deutlich verbessert haben. Wenn Sie häufiger unter Übelkeit leiden, sollten Sie einfach einmal ausprobieren, ob das Verfahren bei Ihnen Wirkung zeigt oder nicht.