Eisenmangel in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist der Energiebedarf nur gering, jedoch der Nährstoffbedarf zum Teil um das Doppelte erhöht. Das heißt: Klasse statt Masse! Nur durch den abwechslungsreichen Verzehr von Nahrungsmitteln mit hoher Nährstoffdichte und dem weitgehenden Verzicht auf "leere" Kalorien ist dem Anspruch in der Schwangerschaft Rechnung zu tragen.

Eisenmangel in Schwangerschaft: Wie vorbeugen?

Eisenhaltige Lebensmittel sind vor allem Fleisch und Fleischprodukte. Auch in Nahrungsmitteln pflanzlicher Herkunft ist Eisen vorhanden. Es kann jedoch wesentlich schlechter als tierisches Eisen verwertet werden. Durch die zusätzliche Aufnahme von Vitamin C ist die Ausnutzung pflanzlichen Eisens zu steigern. Es empfiehlt sich ein Glas Orangensaft vor dem Essen zu trinken oder die Mahlzeit mit Nahrungsmitteln zu kombinieren, die reichlich Vitamin C enthalten.

Eisengehalt: Lebensmittel mit viel Eisen

Pflanzliche Lebensmittel mit hohem Eisengehalt sind grüne Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornbrot. Dass Spinat besonders viel Eisen enthalten soll, ist ein Ammenmärchen. Die reguläre Eisenaufnahme kann durch bestimmte Substanzen behindert werden. Dazu zählen Oxalsäure, die u.a. in Rhabarber und Spinat enthalten ist, Alginate in Puddingpulver und Tütensuppen, Tanine in Kaffee und in schwarzem Tee sowie Phytinsäure als Inhaltsstoff von Reis und Soja. Auch Antibiotika und Antacida (magensäureneutralisierende Substanzen) behindern die Eisenaufnahme. Merke: Um den erhöhten Eisenbedarf zu decken, sollte zweimal wöchentlich eine Fleischbeilage auf dem Speiseplan stehen. Wegen des geringen Fettgehaltes sind Rindfleisch und mageres Geflügel zu bevorzugen. Eine weitere Ergänzung des Eisenbedarfs ist durch zwei Fischmahlzeiten in der Woche zu erreichen.

Eisenmangel in Schwangerschaft: Was tun?

Grundsätzlich muss ein Eisenmangel ärztlich untersucht werden, um die Ursache zu behandeln und zu beseitigen. Das gilt insbesondere in der Schwangerschaft, nach Blutverlusten unter der Geburt und während der Stillzeit. Anhand der Laborbefunde des Blutes auf Hämoglobin, rote Blutkörperchen, Eisen, Ferritin und Transferrin wird die Diagnose gestellt. Außerdem kann eine Untersuchung des Stuhls auf Blut und ein Eisenresorbtionstest (Aufnahmestörung im Darm) die Diagnose erhärten. Dabei wird die Eisenkonzentration im Blut vor und zwei Stunden nach der Einnahme einer Eisentablette gemessen. Bei Bedarf verschreibt der Arzt ein Eisenpräparat, das vorwiegend als Tablette auf nüchternen Magen vor dem Essen eingenommen wird. Über Nebenwirkungen der Eisensubstitution wie Schwarzfärbung des Stuhls, evtl. Übelkeit oder Verstopfung sollte eingehend mit der Gynäkologin/dem Gynäkologen gesprochen werden. In den meisten Fällen wird in der Schwangerschaft eine vorbeugende Eisengabe empfohlen.

 
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