Allergie und Schwangerschaft - Asthma
Asthma und Schwangerschaft
Bei Patientinnen, die nicht nur an Heuschnupfen leiden, sondern an allergischem Asthma, ist entscheidend, die Krankheit auch während der Schwangerschaft unter Kontrolle zu halten. Schultze-Werninghaus: "Schlecht eingestelltes Asthma und Asthmaanfälle begünstigen Schwangerschaftskomplikationen und Frühgeburten. Außerdem wird das Wachstum des Kindes beeinträchtigt. Schwangere Asthmatikerinnen sollten deshalb grundsätzlich ihre Medikamente weiter wie gewohnt anwenden."
Asthma-Medikamente in der Schwangerschaft
Die Risiken durch unkontrolliertes Asthma sind größer als die Risiken der Arzneien. Zur Basistherapie bei Asthma gehören kortisonhaltige Sprays, die die chronische Entzündung der Atemwege eindämmen. Auch die so genannten beta2-Sympathomimetika werden meist als Spray verabreicht. Sie erweitern die Bronchien. Mit beiden Medikamentengruppen liegen langjährige Erfahrungen bei Schwangeren vor, Schädigungen bei den Kindern wurden noch nicht beobachtet.
Auch die Substanz Theophyllin - ebenfalls ein häufiges Asthmamittel - scheint Mutter und Kind nicht zu gefährden. Hier muss der Arzt allerdings regelmäßig den Blutspiegel des Medikamentes bestimmen. Wenig Erfahrungen bei Schwangeren gibt es mit der neueren Arzneimittelgruppe der Leukotrien-Antagonisten. Ihr Einsatz sollte deshalb zurückhaltend erfolgen.
Ist das Asthma anders nicht in den Griff zu bekommen, kommt man manchmal auch in der Schwangerschaft um Kortison in Tablettenform nicht herum. In diesen schweren Fällen überwiegt der Nutzen der Arznei mögliche Gefahren.
Asthmaanfall in der Schwangerschaft
Wie sich die Schwangerschaft auf das Asthma auswirkt, variiert. Oft bleiben die Beschwerden gleich, manchmal bessern sie sich, manchmal werden sie aber auch schlechter. Schultze-Werninghaus: "Bei Schwangeren, die an Asthma leiden, sollte die Lungenfunktion besonders sorgfältig überwacht werden, um eine Verschlechterung früh zu erkennen und Mutter und Kind zu schützen."
Wichtig zu wissen: Ein Asthmaanfall in der Schwangerschaft ist immer ein Notfall. Er gefährdet akut die Sauerstoffversorgung des Kindes und muss im Krankenhaus behandelt werden. Während eines Asthmaanfalls kann es zu Kontraktionen der Gebärmutter kommen. Sie hören meistens wieder auf, wenn der Asthmaanfall erfolgreich behandelt wurde.
Autor/Quelle: Quelle: Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V. (ÄDA)


