Allergie und Schwangerschaft - Therapie

Hyposensibilisierung kann in bestimmten Fällen weitergehen

Die einzige ursächlich wirkende Therapie gegen allergische Erkrankungen ist zurzeit die spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung oder Allergie-Impfung genannt. Für eine SIT wird dem Patienten die Substanz, auf die er allergisch reagiert (das Allergen), regelmäßig in ansteigenden Dosen bis zu einer Maximaldosis unter die Haut gespritzt. Dadurch gewöhnt sich das Immunsystem an das Allergen und reagiert nicht mehr mit einer krankhaften Abwehrreaktion.
Gemäß den Leitlinien der Fachgesellschaften kann eine bereits laufende SIT, die die Patientin in der Maximaldosis bisher gut vertragen hat, nach Eintritt einer Schwangerschaft weitergeführt werden. In jedem Fall sollte dann aber eine besonders sorgfältige Überprüfung des Nutzen/Risiko-Verhältnisses erfolgen. Insbesondere bei Vorliegen einer vitalen Indikation, vor allem bei einer schweren Allergie gegen Insektengifte, ist eine Fortführung der SIT anzuraten, um einer anaphylaktischen Reaktion nach einem Insektenstich vorzubeugen.
Dagegen sollte bei Schwangeren nicht neu mit einer SIT begonnen werden. Hintergrund: In sehr seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Schockreaktion kommen. Diese lässt sich in der Schwangerschaft wesentlich schlechter behandeln - Mutter und Kind sind dann gefährdet.

 

Hormone machen die Nase dicht

Veränderungen im Hormonhaushalt während der Schwangerschaft können allergischen Schnupfen verstärken. Sie führen dazu, dass sich die Blutgefäße der Nasenschleimhaut erweitern und die Schleimhaut anschwillt. Jede fünfte Frau leidet deshalb während der Schwangerschaft an einer verstopften Nase, besonders zu Beginn des zweiten Schwangerschaftsdrittels. Allergikerinnen scheinen etwas häufiger betroffen zu sein. Für Linderung sorgt Kochsalzlösung als Nasenspray oder die pflegende Substanz Dexpanthenol. Außerdem helfen viel frische Luft, Sport und Schlafen mit leicht erhöhtem Oberkörper.

In schweren Fällen können kurzzeitig abschwellende Nasentropfen gegeben werden - am besten immer abwechselnd nur auf einer Seite und in möglichst niedriger Konzentration. Kortisonhaltige Nasensprays sind eine weitere Therapieoption.

 
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